Startup Hannover: Fußball mit Chip

Ex-Profi Fabian Ernst erfindet den smarten Fußball

Kluger Ball: Ex-Profi Fabian Ernst bringt den smarten Fußball heraus.

Kluger Ball: Ex-Profi Fabian Ernst bringt den smarten Fußball heraus.

Hannover. Sie alle haben schon von klein auf Ball gespielt und wissen genau, worauf es im Fußball ankommt: Lennardt Hachmeister (28) hat in der U17 bei Hannover 96 gespielt, später beim TSV Havelse. Bastian Hellberg (59) war von 1983 bis 1990 bei Hannover 96, war Kapitän und 96-Aufsichtsrat. Und Ex-Fußball-Nationalspieler Fabian Ernst (42) begann seine Karriere bei Hannover 96 im Alter von vier Jahren, bekam als 17-jähriger hier seinen ersten Profivertrag.

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Jetzt wollen die drei Hannoveraner gemeinsam ihren Lieblingssport revolutionieren – und zwar mit einem kleinen Chip. Der ist in dem Ball versteckt und übermittelt in Echtzeit wichtige Daten an eine spezielle App.

Kinder in digitaler Welt abholen

„Wir müssen die Kinder dort abholen, wo sie heute sind – in ihrer digitalen Welt. Das ist die Zukunft“, sagt Fabian Ernst, Vater von Zwillingen: „Wir kennen den Fußball, wir kommen selbst aus dem Sport und wissen genau, was die Kids brauchen.“

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„Mit unserem Ball können sie sich batteln, allein oder zu mehreren trainieren, Daten vergleichen oder auch Trainingspläne ausführen“, ergänzt Hellberg. Denn der Chip im Ball misst und analysiert jede Bewegung, zeichnet sie auf, setzt sie in Diagramme um. Ein Beispiel: Schießt man den Ball zunächst mit 30 Kilometer pro Stunde und steigert sich im zweiten Versuch auf 45, sieht man die Steigung im Diagramm. So kann man sich herausfordern oder auch üben, konstant zu schießen.

App zeigt die Leistung: Die zwei unterschiedlich starken Schüsse werden in der Grafik verdeutlicht.

App zeigt die Leistung: Die zwei unterschiedlich starken Schüsse werden in der Grafik verdeutlicht.

App bietet 120 Trainingsübungen

Man kann den optimalen Winkel ausloten, sehen, wie lange man seine Leistungsspitze halten kann oder wie man die Kraft dosieren sollte. „Wir machen diese Dinge jetzt objektiv messbar, das ist fürs Training ein großer Schritt“, sagt der Ex-Profi. Man kann seine Ergebnisse mit Freunden teilen und beispielsweise herausfinden, wer am stärksten schießt. Weiteres Tool: Es gibt um die 120 Trainingsübungen in der App, so wird das genaue Passen geübt, das Dribbeln und vieles mehr – die App mit dem hybriden Ball ist eine Trainingsplattform, die immer wieder neue Herausforderungen stellt.

Liebt den smarten Ball: Fabian Ernst hofft auf neue Trainingsanreize für den Kinder- und Jugend-, den Amateur- und Profibereich.

Liebt den smarten Ball: Fabian Ernst hofft auf neue Trainingsanreize für den Kinder- und Jugend-, den Amateur- und Profibereich.

„Aber es geht nicht nur um die reine Leistungsverbesserung. Ein Fokus liegt auch auf dem gemeinsame Spielen mit dem Ball“, sagt Hachmeister. Allen dreien ist bewusst, dass durch Corona, Homeschooling und den eingeschränkten Betrieb in Sportvereinen mehr Kinder Computerspiele für sich entdeckt haben.

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Kinder für Sport begeistern

„Immer mehr Kinder haben Übergewicht. Wir müssen ihnen attraktive Angebote machen und sie vom Computer weglocken. Der smarte Ball mit der App kann das leisten“, hofft Hellberg. Fabian Ernst kann das bestätigen: „Ich habe mit meinen Kindern im Soccerpark den Ball ausprobiert, das hat viel Spaß gemacht.“

Handy als Trainer: 120 Übungen sind bisher programmiert.

Handy als Trainer: 120 Übungen sind bisher programmiert.

Der Ex-Nationalspieler denkt auch an seine eigene Kindheit zurück: „Ich hätte damals diesen smarten Ball geliebt“, sagt Fabian Ernst, „vor allem, weil man gegen sich oder über die App auch gegen seine Freunde spielen kann.“ Ebenfalls möglich: ein Einsatz im Mannschaftstraining – und hier sowohl im Jugend-, Amateur- als auch im Profibereich. Einige der Bundesligavereine beobachten die Entwicklung aus Hannover mit großem Interesse.

Auch wenn das Trio aus dem Fußball kommt, beim Sport kennengelernt haben sie sich nicht. Zwar kannte Hellberg Ernst schon als kleinen Jungen, aber das lag daran, dass beide in der Südstadt wohnten. Auch Hachmeister und Ernst spielten aufgrund des Alters nie zusammen.

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Sie lernten sich über den Steuerberater kennen: „Ich brauchte jemanden, der mir eine Website für meine Firma baut – da wurde mir Lennardt empfohlen, der damals eine Werbeagentur hatte“, sagt Ernst und lacht. Sofort fanden sie gemeinsame Gesprächsthemen rund um den Ball. So entstand die Idee, ihre Begeisterung, das Wissen und die Kontakte aus der aktiven Zeit zusammen zu nutzen.

Starke Karriere: Fabian Ernst war deutscher Nationalspieler und hat 24 Länderspiele absolviert.

Starke Karriere: Fabian Ernst war deutscher Nationalspieler und hat 24 Länderspiele absolviert.

Den Ritterschlag haben sie jetzt erhalten: Ihr Start-up hat bei einer Seed-Finanzierungsrunde 2,15 Millionen Euro erhalten. Investiert haben der IT-Konzern Adesso, der Sport-Technologie-Spezialist Riedel Communications, die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Niedersachsen (MBG) und der Hannover Beteiligungsfonds (HBF). „Das ist wirklich unglaublich! Wir zeigen, dass Innovation aus Hannover kommen kann und von hier aus auch ein internationaler Aufschlag möglich ist“, sagt Hachmeister.

Hannover als Sportstandort stärken

Ganz bewusst haben sie sich für Hannover als Standort entschieden. Hier wollen sie in neue Räumlichkeiten ziehen, das Team erweitern und die Entwicklung vorantreiben: Hannover soll zu einem innovativen Sport-Technologiezentrum ausgebaut werden. Neben dem intelligenten Ball gibt es weitere Ideen. Smarte Torwarthandschuhe sind bereits in der Entwicklung, aber auch für Ballsportarten wie Golf oder Tischtennis hat das Team Pläne. Doch zunächst gilt es, kleine und große Fußballer zu versorgen. „In einem Jahr soll der Ball für jedermann erhältlich auf dem Markt kommen“, verspricht Hachmeister.

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Von Maike Jacobs

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