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Freizeit

Ein Spiel für jeden Tag – und noch viele andere Neuheiten

Ein besonderer Tag: „Stichtag“ hält für jedes Datum neue Regeln parat.

Ein besonderer Tag: „Stichtag“ hält für jedes Datum neue Regeln parat.

Hannover.Am 24. Dezember wird es herzig. Es geht um Wünsche und Erwartungen und um Geschenke. Kein Wunder, dass sich das auch in „Stichtag“ niederschlägt: einem Spiel wie ein Tischkalender, das für jeden Tag des Jahres eine neue Variante bereithält. Und die Autorenfamilie hat natürlich bedacht, dass besondere Daten auch besondere Regeln verdienen.

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Es handelt sich um das Ehepaar Inka und Markus Brand, die mit Titeln wie „Village“ oder „Exit“ vielfach ausgezeichnet wurden, und um ihre Tochter Emely, die schon als Kind mit ihrem Bruder Lukas ein erstes Spiel, „Mogel-Motte“, erfand und damit den Deutschen Kinderspielepreis gewann.

Wie spielt es sich?

„Stichtag“ ist, die Assoziation liegt nahe, ein Stichspiel. Es gibt Zahlenkarten in verschiedenen Farben. Jemand spielt eine aus. Die anderen müssen mit einer Karte derselben Farbe nachlegen. Wer die höchste Zahl ausgespielt hat, gewinnt den Stich. Kennt man. Dieses einfache Prinzip wird vielfach variiert.

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Jeden Tag ein neues Spiel: „Stichtag“ ist eben auch ein Tischkalender. Die Zehnerstelle des Datums erklärt die Siegbedingungen, die Einerstelle erweitert die Grundregeln. Der Monat hält – jahreszeitenspezifisch – Sonderregeln bereit. Im Januar zum Beispiel (überschrieben mit „Ein glückliches neues Jahr“) gibt es Extrapunkte für jede Karte mit einem kleinen Glücksklee-Symbol darauf. Zur „Narrenzeit“ im Februar werden regelmäßig die Karten getauscht. Und so weiter, bis zum Dezember, in dem Karten mit Geschenk-Symbol darauf verschenkt werden müssen.

Vier Zehnerstellen (0-3), zehn Einerstellen und zwölf Monate – das ergibt weit mehr als die angepriesenen 365 Varianten. Immerhin hindert einen niemanden, auch den 0. Januar oder den 39. Dezember zu spielen. Solche Varianten sind nicht vorgesehen, aber spielbar.

Die Brands halten umgekehrt immer dann, wenn es im Regelgerüst zu knirschen droht (oder es sich aus atmosphärischen Gründen anbot), weitere Feinheiten in einem „Jahrbuch“ genannten Heft fest. Man erkennt das an einer Ziffer unten auf dem Kalenderblatt. Im Dezember ist das beispielsweise der Fall, wenn an der Einerstelle eine „4“ oder „6“ steht.

Was taugt es?

„Stichtag“ funktioniert tadellos, angesichts so vieler Varianten eine stattliche Leistung. Auf der anderen Seite handelt es sich im Kern um ein Stichspiel wie viele andere; da kann es noch so sehr variiert werden. Seinen Reiz erhält es dadurch, dass das Grundkonzept hochgradig originell ist – die einzelnen Partien sind es nicht. Auch funktioniert nicht jede Kombination gleichermaßen gut. Manche sind fade, andere auch nervig. Und dennoch ist dieses Spiel so besonders genug, dass man es guten Gewissens verschenken kann.

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Mit dem Wissen, dass es deutlich interessantere Genre-Vertreter gibt, wie das komische „Skull King“ oder das kooperative „Die Crew“. Die sind so gut, dass man auch sie jeden Tag des Jahres spielen kann.

Emely, Inka und Markus Brand: „Stichtag“

Ravensburger, für drei bis fünf Personen ab zehn Jahren, etwa 22 Euro.

„Top Ten“

Die Aufgaben machen oft schon beim Lesen Spaß. Und dann wächst die Vorfreude, was sich die Mitspielenden dazu einfallen lassen. Zum Beispiel zu: „Binde eine imaginäre Krawatte. Von Vollpfosten bis Profi.“ Oder: „Die Spielschachtel kann reden! Was sagt sie zu dir? Von sehr unflätig bis wirklich nett.“ Oder auch: „Das Manneken Pis wird lebendig und pinkelt ein Bild in den Schnee. was zeichnet es? Von ,Es kann nicht, wenn jemand schaut’ bis ,Hui, da hat aber jemand eine große Blase!“ Auf einer Skala von eins bis zehn muss das ausagiert werden: in „Top Ten“, einem rasant komischen Partyspiel.

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Wie spielt es sich?

Fünf Runden müssen geschafft werden, fünf Runden, in denen nur so viele Fehler erlaubt sind, wie Menschen mitspielen. „Top Ten“ stellt das sehr anschaulich durch entsprechend viele Poker-Chips dar, die bei jedem Missgriff von ihrer freundlichen Einhorn-Seite, auf die mit einem zwar auch breit lächelnden, aber unerwünschten Misthaufen gedreht werden.

Reihum ist eine Person „Käpten“ – sie zieht eine Karte und sucht sich eine der vier Aufgaben darauf aus. Außerdem erhalten (auch der „Käpten“) eine Zahlenkarte von 1 bis 10, deren Wert sie geheimhalten – aber darstellen und/oder verbal ausdrücken müssen. Um auf das Manneken-Pis-Beispiel zurückzukommen: Eine „1“ wäre vielleicht die Nase eines Smileys, eine „10“ die Sixtinische Kapelle samt Architekturskizze und Luftfoto.

Aber: All das dient dazu, dass der „Käpten“ anschließend in aufsteigender Reihenfolge die Mitspieler und ihre Zahlenwerte einordnen kann. Es bringt also nichts, sich etwas völlig Geniales ausgedacht zu haben; man muss – auch wenn man sich selber „Käpten“ ist – abgleichen und mutmaßen, wie die anderen Teilnehmer einzuordnen sind.

Was taugt es?

„Top Ten“ ist ein Katalysator für Kreativität. Runde für Runde sind Geistesblitze und Situationskomik zu erleben. Selbstdarstellung – oft ein unangenehmer Nebeneffekt von Partyspielen – hat keinen Platz. Hier sind individueller Witz und zugleich Teamgeist gefragt. Grandios.

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Aurélien Picolet: "Top Ten"

Cocktail Games/Asmodee, für vier bis neun Spieler ab zwölf Jahren, etwa 20 Euro.

„Bumm Bumm Biber“

Kinder lieben sie, Eltern eher nicht: Plastikspiele, bei denen es verzerrt aus schlechten Lautsprechern scheppert, sich irgendetwas dreht oder herunterfällt. Es ist auch durchaus Misstrauen angebracht.

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Wie spielt es sich?

Jedes Kind muss würfelnd mit seinen zwei Eichhörnchen einen See umrunden, indem es von Baum zu Baum an dessen Rand hüpft. Als eine Art Stoppuhr dient ein dicker Biber. Nach zufälliger Zeit klopft der mit seiner Kelle auf den See (eine Plastikmembran). Bäume kippen, Eichhörnchen fallen. Freude und Ärger sind groß. Aber immerhin: Welches seiner Tiere man zuerst bewegt, erfordert ein wenig Taktik.

Was taugt es?

Ja, es ist Plastik, es scheppert. Aber als erstes Würfelspiel ist „Bumm Bumm Biber“ nicht doof und funktioniert in der Zielgruppe sehr gut.

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„Bumm Bumm Biber“

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(Schmidt Spiele, für zwei bis vier Personen ab vier Jahren, etwa 27 Euro) aber verdient einen zweiten Blick.

„Die rote Kathedrale“

Natürlich ist es irgendwas mit Rohstoffen. Spiele mit einem gewissen Anspruch sind meist irgendwas mit Rohstoffen. Da kommt es auf den einen entscheidenden Mechanismus an, ob es Durchschnittskost oder mehr ist. „Die rote Kathedrale“ hat einen herausragenden eigenen Mechanimus – wie schön für die Spieler, die sich, so der Untertitel, als „Die Baumeister des Zaren“ versuchen.

Wie spielt es sich?

Die berühmte Basilius-Kathedrale in Moskau soll gebaut werden. Auftraggeber ist Ivan IV., genannt „Der Schreckliche“. Der versteht keinen Spaß. Entsprechend streng ist der Ablauf dieses Spiels.

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Wer dran ist, markiert entweder eine der Kathedralen-Karten und drückt damit seine Absicht aus, diesen Abschnitt zu bauen. Oder er liefert die entsprechenden Rohstoffe an, um das tatsächlich zu tun, wahlweise auch mit hübscher Verzierung; so viel Prunk darf sein.

Oder aber – und hier wird es originell – er bewegt einen der Würfel auf dem zentralen Spielplan und zwar um genauso viele Felder, wie dessen Augenzahl anzeigt. Am Ziel gibt es die dort aufgeführten Rohstoffe (so oft, wie dort Würfel liegen). Man kann zudem die Funktionen der Sonderkarten nutzen, von denen eine in jedem Spielplan-Viertel liegt. Und man aktiviert Aktionsplättchen auf dem eigenen Tableau, die man zuvor (bei der Markierung von Kathedralen-Karten) erhalten hat. Anschließend werden alle Würfel des Bereichs gewürfelt.

Das alles ist ein recht komplexes Zusammenspiel mit dem Ziel, am Ende möglichst viel und gut zum Bau der Kathedrale beigetragen zu haben – die meisten Punkte gibt es bei der Endabrechnung.

Was taugt es?

Das Schöne an „Die rote Kathedrale“ ist, dass dieses Spiel bei aller Komplexität eine große Leichtigkeit hat. Man kann gar nicht groß vorausrechnen, weil sich beim zentralen Mechanismus, dem mit dem Würfeln, ständig etwas tut. Bis man das nächste Mal dran ist, liegen die Würfel woanders, haben andere Zahlenwerte. Zu lange zu grübeln, lohnt sich schlicht nicht. Kluges Reagieren auf die Gegebenheiten ist gefragt. In ungewohnt kompakter Packung kommt hier ein großes Kennerspiel daher.

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Sheila Santos, Israel Cendrero: „Die rote Kathedrale. Die Baumeister des Zaren“

Kosmos, für eine bis vier Personen ab zwölf Jahren, etwa 30 Euro.

Von Stefan Gohlisch

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