Wahl

Diese beiden Hannoveranerinnen wollen „Miss Germany“ werden

Kämpfen um die Krone: Die Hannoveranerinnen Kat Rybkowski (links) und Gadou.

Kämpfen um die Krone: Die Hannoveranerinnen Kat Rybkowski (links) und Gadou.

Hannover. Die Tage sind gezählt, es ist Endspurt in Sachen „Miss Germany“-Wahl. Ehe eine der 22 verbliebenen Kandidatinnen am späten Samstagabend im Europa Park in Rust mit dem Krönchen gekürt wird, steht am 16. Februar noch eine Hürde bevor – und die heißt Halbfinale. Da trennt sich nochmal die Spreu vom Weizen, zehn Teilnehmerinnen müssen dann ihre Koffer packen, zehn sich aufs Finale fokussieren.

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Aus Hannover sind zwei Frauen am Start, für die Region eine Topquote! Die eine ist Kat Rybkowski (39), Ex-Profi-Eiskunstläuferin und heute Unternehmerin, die andere Social-Media-Expertin Gadou (21). Beide haben ihre persönliche Mission im Gepäck, ihre Lebensgeschichten könnten wohl unterschiedlicher nicht sein. Divers statt gleichgebügelt lautet die Devise.

Auf dem Eis: In der TV-Show „Dancing on Ice“ legen Kat Rybkowski und Peer Kusmagk eine atemberaubende Kür hin.

Auf dem Eis: In der TV-Show „Dancing on Ice“ legen Kat Rybkowski und Peer Kusmagk eine atemberaubende Kür hin.

Seit einigen Tagen sind die Teilnehmerinnen im sogenannten „Miss Germany Camp“, bekommen dort Catwalktraining, absolvieren Foto- und Videoaufnahmen, besuchen Workshops, bekommen sogar Tipps von Medienprofis. Zum Beispiel war am 14. Februar Frauke Ludowig (58) dabei: „Eine wahnsinnig starke und besondere Person“, so Rybkowski über die „Exclusiv“-Moderatorin aus Wunstorf. Die sitzt übrigens neben Stars wie den Schauspielerin Hardy Krüger Jr. (53) und Uwe Ochsenknecht (66), der Ringerin und Olympiasiegerin Aline Rotter-Focken (30), TV-Moderatorin Laura Wontorra (32), Youtuberin Paola Maria (28), Influencerin Karo Kauer (30) sowie der Miss-Germany-Unternehmenssprecherin Jil Andert in der diesjährigen Jury.

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Wer meint, im Camp herrsche Zickenkrieg, irrt: „Wir verstehen uns alle super“, versichert Kandidatin Rybkowski, „gerade weil es kein Schönheitswettbewerb ist, sondern jede von uns konkrete Projekte hat.“ Ihres nennt sich „Body for me“ und zielt darauf ab, anderen Frauen ein sportliches, gesundes und glückliches Leben zu ermöglichen. Auch Erkrankungen der Psyche stellt die 39-Jährige dabei in den Fokus. Nicht ohne Grund, denn ihre Historie hat es auch in sich.

Angekommen im Camp: Kat Rybkowski hat sich nicht nur mit den anderen Kandidatinnen angefreundet, sondern auch mit Ed, dem Parkmaskottchen.

Angekommen im Camp: Kat Rybkowski hat sich nicht nur mit den anderen Kandidatinnen angefreundet, sondern auch mit Ed, dem Parkmaskottchen.

Zu ihrer aktiven Profisportzeit wurde sie von Trainern gedrillt, jeden Samstag wurde vor der gesamten Mannschaft öffentlich gewogen. Wehe dem, der auch nur 100 Gramm mehr auf der Waage hatte ... Dieser Körperwahn(sinn) trieb das Mädchen in eine Essstörung, sieben Jahre litt sie an Bulimie. In Sachen Halbfinale fühlt sie sich gut vorbereitet, weiß um ihre Stärken: „Meine Lebens-, Bühnen- und Medienerfahrung spielen sicher eine große Rolle.“ Zuletzt war Rybkowsi in der Sat.1-Show „Dancing on Ice“ als Profi zu sehen, brachte dort Choreograf Detlef Soost (51) und Moderator Peer Kusmagk (46) das Eiskunstlaufen bei.

Hannoveranerinnen stechen 12.000 Mitbewerberinnen aus

Was sie schon jetzt als wertvolle Erfahrung mitnimmt, weiß sie auch: „Ich möchte mehr loslassen, mich nicht mehr so viel unter Druck setzen, alles immer perfekt machen zu wollen.“ Was nicht bedeutet, dass sie auf den letzten Metern und 12.000 ausgestochenen Kandidatinnen keinen Ehrgeiz an den Tag legen wird: „Ich bin Spitzensportlerin“, betont sie und lacht. „Mein Wunsch ist es nicht nur, ins Finale zu kommen, sondern auch zu gewinnen.“ Sollte alles anders kommen, „wäre ich sicher enttäuscht und traurig. Aber auch dankbar für diese besondere Reise.“

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Gadou – ihren echten Namen verrät die Transfrau nicht – hat es auf ihrem Lebensweg auch alles andere als leicht gehabt: Die 21-Jährige wurde als Junge geboren, hat aber seit frühesten Kindertagen schon immer gerne in Kleider gesteckt, verriet sie kürzlich in einem TV-Interview. „Ich wurde angefeindet, als Schwuchtel beschimpft“, erzählt sie. Ihre Miss-Mission: „Die Sichtbarkeit von Transfrauen ankurbeln.“ Gadou möchte zeigen, „dass Andersein nicht immer etwas Schlechtes ist.“

Wunderbar wandelbar: Gadou während eines Fotoshootings im Missen-Camp.

Wunderbar wandelbar: Gadou während eines Fotoshootings im Missen-Camp.

Und dafür geht sie stramm voran: Ihre Videos in den sozialen Medien erreichen Hunderttausende, sie ist schrill, sie ist lustig, sie ist selbstironisch, zeigt sich ungeschminkt. „Ich bin gerne anders“, betont sie, „ich bin gerne laut, ich bin gerne so wie ich bin.“ Vor allem aber ist sie gerne eine Frau. Ihr Ziel für die Zukunft ist eine Geschlechtsangleichung, nicht nur medizinisch ein komplexes Unterfangen, auch die Vorbereitung ist langwierig. Aktuell führt Gadou die notwendigen psychologischen Gespräche, an die eine Hormonbehandlung anknüpfen soll. Solange weiß die 21-Jährige optisch zu tricksen, etwa mit spezieller Unterwäsche und Push-up-Einlagen.

Vorgängerinnen? 2013 wurde Caroline Noeding (links) Miss Germany, hier mit der Siegerin von 2008, Kim-Valerie Voigt.

Vorgängerinnen? 2013 wurde Caroline Noeding (links) Miss Germany, hier mit der Siegerin von 2008, Kim-Valerie Voigt.

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Sollte es eine der beiden Hannover-Kandidatinnen tatsächlich schaffen, wäre das Triple perfekt: Nach Kim-Valerie Elixmann (32) im Jahr 2008 und Caro Noeding (30) im Jahr 2013 wäre es nämlich die dritte Miss aus der Region. Wäre im wahrsten Sinne doch wirklich schön!

Das Halbfinale wird ab 20.45 Uhr bei twitch live übertragen. Das Finale am 19. Februar wird ab 18 Uhr gezeigt, die Show startet um 20.45 Uhr.

Von Mirjana Cvjetkovic

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