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„We will rock you“ im Theater am Aegi

Darum ist Hannover für Inga Krischke (fast) ein Heimspiel

Ein Stern am Musicalhimmel: Inga Krischke spielt im „We will rock you“-Musical die weibliche Hauptrolle.

Ein Stern am Musicalhimmel: Inga Krischke spielt im „We will rock you“-Musical die weibliche Hauptrolle.

Hannover.Das ist schon ordentlich, was Inga Krischke (28) derzeit abliefert: Die Sängerin ist mit dem Queen-Musical „We will rock you“ in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Tour. Bedeutet: Wochentags steht sie jeden Abend (bis auf montags, da ist spielfrei) als weibliche Hauptrolle auf der Bühne, an den Wochenende stehen sogar Doppelvorstellungen an. Aktuell gastieren Künstlerin und Show im Theater am Aegi.

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Für die 28-Jährige ist das fast ein bisschen ein Heimspiel: Sie stammt nämlich aus Hildesheim! „Ich war schon oft in Hannover, kenne mich in der Stadt ganz gut aus“, erzählt sie im Dormero Hotel an der Hildesheimer Straße. Hier, ganz in der Nähe der Spielstätte, ist das Ensemble untergebracht, die Künstlerinnen und Künstler stammen aus mehr als zehn Nationen. „Wir unterhalten uns auf Englisch, sind eine super Truppe und unternehmen viel zusammen.“ Ehe die Crew in den Tag startet, geht es auf den hoteleigenen Parkplatz in einen umgebauten Krankenwagen – zum Coronatest.

Auf der Bühne: In der Maske verwandelt sich Inga Krischke (Mitte) in die Figur Scaramouche.

Auf der Bühne: In der Maske verwandelt sich Inga Krischke (Mitte) in die Figur Scaramouche.

„Da, wo es geht, spiele ich den Tourguide“, so Krischke lachend. In Hannover hat sie ihren Kolleginnen und Kollegen schon den Maschpark gezeigt, außerdem waren sie Lasertag spielen. Aber nicht nur in der niedersächsischen Landeshauptstadt kennt sich die Scaramouche-Darstellerin aus: Sie hatte bereits Engagements in Nürnberg, Magdeburg, München, Braunschweig und Düsseldorf, in Hamburg beispielsweise hat sie anderthalb Jahre die Figur Ingrid Lubanski in „Das Wunder von Bern“ gespielt.

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Inga Krischke

*8. April 1993 in Berlin. Als sie ein halbes Jahr alt ist, zieht die Familie nach Hildesheim. Sie hat sechs Geschwister im Alter von 13 bis 33 Jahren, ihr Vater Michael (62) ist Kinderarzt mit Praxis in Davenstedt, Mutter Swantje (56) Musiklehrerin. Im Alter von acht Jahren steht sie im Theater Hildesheim schon auf der Bühne, nimmt Ballettstunden. Ihr Handwerk lernt sie in Essen, ist seitdem in vielen Städten als Theater- und Musicaldarstellerin zu sehen gewesen. Krischke ist Single, liebt ihre Hündin Lia (3), die sie überall mit hinnimmt: „Wenn sie nicht dabei sein kann, kann ich den Job nicht machen.“ Sie lebt in Hamburg. www.ingakrischke.com

„Das war total mein Ding“, gesteht sie, „ich spiele schon mein Leben lang Fußball.“ Bei Grün-Weiß Hildesheim kickte sie lange als Mittelfeldspielerin, hatte lange Zeit „große Ambitionen“. Auch Sportjournalismus stand in jungen Jahren ganz oben auf ihrer Agenda, „bis ich 16 Jahre alt war, wollte ich immer etwas Vernünftiges machen“. Die Leidenschaft – Gesang, Tanz, Schauspiel – sollte schließlich siegen, Krischke schaffte noch während der Schulzeit die Aufnahmeprüfung an der Folkwang Universität der Künste in Essen.

Für die Abi-Klausuren fuhr sie ans Andreanum Gymnasium nach Hildesheim, schaffte trotz der Doppelbelastung das Abi locker – Notendurchschnitt: 2,1. An das Vorsingen fürs Studium erinnert sich die 28-Jährige noch genau: „Ich wusste, ich will nichts anderes und habe es einfach gewagt – leicht war es aber nicht.“ Eine Woche kämpfte sie sich von Runde zu Runde, ergatterte schließlich einen der sechs begehrten Studienplätze. „Das war eine krasse Woche, nochmal brauche ich das nicht.“

Nach vier lehrreichen Studienjahren war Krischke in einigen Theaterproduktionen zu sehen, hauptsächlich aber in Musicals. Nach dem „Zauberer von Oz“, „Hairspray“ und „Catch me if you can“ nun also das Queen-Musical. Als Inga Krischke geboren wurde, war Sänger Freddy Mercury (†45) schon anderthalb Jahre tot. Die Lieder haben es ihr trotzdem angetan: „Schon als Kind habe ich die Musik gehört, fand die schon immer ganz geil. Bei uns lief zu Hause wenig das Radio, sondern eher Songs von Queen und den Beatles.“

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Dass sie mal in dem Musical die Hauptrolle spielen würde, „darauf wäre ich nie gekommen. Dass es jetzt so ist, macht sehr viel Spaß und ist ein absoluter Glücksgriff“. Sie selbst macht es glücklich, wenn sie die Begeisterung im Publikum spürt, „das Funkeln in den Augen der Zuschauer“ sieht, wenn Hits wie „We are the Champions“, „Killerqueen“ und „Bohemian Rhapsody“ angestimmt werden. „Vor allem aber, wenn sie bei ,We will rock you’ aufspringen und mitsingen.“

Nicht ohne meine Hündin: Inga Krischke nimmt die dreijährige Lia, eine Australian-Shepherd-Mischling, immer mit. „Sie ist unser Tourmaskottchen und Therapiehund.“

Nicht ohne meine Hündin: Inga Krischke nimmt die dreijährige Lia, eine Australian-Shepherd-Mischling, immer mit. „Sie ist unser Tourmaskottchen und Therapiehund.“

Die Künstlerin findet es schön zu sehen, „dass die Menschen so dankbar sind, in diesen Zeiten mal für drei Stunden alles um sich herum ein Stück weit vergessen zu können.“ Noch bis Mitte Juli zieht Krischke von Stadt zu Stadt, ehe sie im Sommer für zwei Monate in Bad Hersfeld mit „Goethe“ auf der Bühne steht. Ihre weiteren Ziele kann sie klar auf den Punkt bringen: Es zieht sie zum Film. „Ich mag dieses pure, natürliche Spiel vor der Kamera, das ist schon eine andere Welt. Auf der Musical- und Theaterbühne spielt man größer, übertriebener.“

Auf dem Hotelparkplatz: Inga Krischke mit ihrer Hündin Lia und NP-Reporterin Mirjana Cvjetkovic (rechts).

Auf dem Hotelparkplatz: Inga Krischke mit ihrer Hündin Lia und NP-Reporterin Mirjana Cvjetkovic (rechts).

Erste Erfahrungen hat sie im vergangenen Sommer sammeln können: Da hat sie eine Minirolle im „Tatort“ Kiel um Kommissar Klaus Borowski (gespielt von Axel Milberg, 65) ergattert. „Ich spiele eine Blumenverkäuferin, es ist wirklich nur eine kleine Rolle“, sagt sie und lacht. „Es könnte passieren, dass man mich verpasst, nur weil man kurz in die Chipstüte greift.“ Wann die Folge – sie wird wohl „Borowski und die große Wut“ heißen – zu sehen ist, ist noch nicht klar. Gespannt sind wir trotzdem schon.

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"We will rock you" läuft noch bis zum 3. April im Theater am Aegi – Tickets kosten je nach Spieltag zwischen 50,40 Euro und 107,40 Euro. Erhältlich sind sie in den NP-Ticketshops (etwa Lange Laube 10) oder online unter neuepresse.de/tickets

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