Gastro-Typen

Darum ist der „Lister Döner“ die Nummer eins in Niedersachsen

Ausgezeichnete Teigtaschen: Bibo Joneid leitet den „Lister Döner“ am Lister Platz in Hannover.

Ausgezeichnete Teigtaschen: Bibo Joneid leitet den „Lister Döner“ am Lister Platz in Hannover.

Hannover. Der „Lister Döner“ ist seit 2007 eine Institution am Lister Platz. Bibo Joneid (31) leitet es zusammen mit seinem Bruder Serko – die gefüllten Brottaschen gelten als die Besten in Niedersachsen.

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Wie sind Sie zur Gastronomie gekommen?

Ich habe meine Ausbildung als Einzelhandelskaufmann abgeschlossen und bin dann bei meinem Bruder in das Geschäft hier mit eingestiegen. Wenn man einmal Gastronomie macht, wird man süchtig danach. Ich bin jeden Tag hier, das ist mein Baby. Und der Laden ist mit uns gewachsen.

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Wenn der Kuchen wächst, sollte man davon auch etwas ab- und zurückgeben. Bei uns zahlen Schüler zum Beispiel zwischen elf und 14 Uhr einen Euro weniger für den Döner. Unsere Mitarbeiter bekommen zu Weihnachten oder an besonderen Tagen kleine Gutscheine und Wertschätzungen, einfach als Dankeschön. Wir sind froh, dass wir unser Team haben. Das hier ist harte und körperlich schwere Arbeit. Man rempelt hinter dem Tresen oft aneinander, muss schwer tragen, ständig wird sauber gemacht und geschrubbt.

Viel Fleisch: „Lister Döner“ ist bei den Kunden in Hannover sehr beliebt – die Schlangen vor dem Laden sind oft lang.

Viel Fleisch: „Lister Döner“ ist bei den Kunden in Hannover sehr beliebt – die Schlangen vor dem Laden sind oft lang.

Bei der Wahl der besten Dönerläden in Deutschland belegten Sie den siebten Platz. In Niedersachsen wurden Sie Erster. Wie kam das?

Ich wusste ich gar nicht, dass wir getestet wurden. Aber auf einmal holten die Tester am Tisch eine Waage raus und fingen an, Dinge auf einen Zettel zu notieren. Auf Nachfrage erzählten sie dann, das sie in ganz Deutschland Döner testen würden.

Was ist Ihr Geheimrezept?

Dass wir es mit Liebe machen! Mein Bruder und ich sind verrückt nach diesem Laden (lacht). Wir machen unser Brot selbst, unseren Humus, die Rollen, die Lahmacun, die Saucen – auch alle Salate schneiden wir ständig frisch. Nur unser Fleisch können wir nicht selber machen. Deshalb fahre ich ständig nach Hamburg und kontrolliere die Qualität. Und vor einiger Zeit hatten wir die Idee, noch ein paar Extras zu unserem Döner anzubieten – wie Babyspinat, Rucola, Lauchzwiebeln oder Frischkäse als Toppings. Einen Schuss Zitrone machen wir am Ende auch oben drauf.

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Wie essen Sie Ihren Döner am liebsten?

Ich esse tatsächlich jeden Tag Döner, um unser Fleisch zu testen. Aber ich bekomme auch nicht genug davon. Mein Lieblingsdöner besteht aus Lammfleisch, Frischkäse, Tomate, Gurke und Zwiebeln. Scharf muss er sein. Krautsalat brauche ich gar nicht, nur ein bisschen Blattspinat und Rucola.

Bibo Joneid

*15.05.1990 im Irak. 1998 flieht die Familie vor dem Krieg nach Deutschland. 2010 kehrt Joneid einmal zurück in sein Heimatland – für einen Urlaub. „Mein Zuhause ist Hannover“, sagt er. Er macht eine Ausbildung als Einzelhandelskaufmann, steigt dann im „Lister Döner“ ein, den sein Bruder Serko 2007 gegründet hat. Das Lokal am Lister Platz 1 (Telefon 0511/21912566) verkauft Dönertaschen für fünf Euro. Den Preis begründet Joneid mit der Qualität von Fleisch und Zutaten aus eigener Produktion.

Sie stammen aus dem Irak. Haben Sie ein Lieblingsgericht aus der Kindheit?

Ja, unser traditionelles Essen ist Reis mit Bohnen und Fleisch. Im Irak gibt es auch gefüllte Teigtaschen, aber die heißen anders. Lammfleisch wird zwar auch am Spieß gebraten – aber ganz dunkel. Wir haben hier ja zart-rosa Lammfilet. Wenn ich das so in meiner Heimat anbieten würde, würde man mich damit bewerfen (lacht).

Seit 2007 ist das Lokal am Lister Platz.

Seit 2007 ist das Lokal am Lister Platz.

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Welche Eigenschaften braucht ein guter Wirt?

Dass er blind weiß, was der Kunde will. Deshalb kommen unsere Stammgäste auch immer wieder. Viele mögen es, wenn wir Action mit ihnen machen und Spaß haben – deshalb verteilen wir auch kleine Süßigkeiten in der Schlange. Denn die ist oft wirklich lang.

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Wo gehen Sie selber gerne essen?

Ich besuche gern befreundete Gastronomen. Zum Beispiel den „Wienerwald“ in der Südstadt, den macht ein Freund von mir. Im „Blockhouse“ mag ich das Fleisch sehr gern. Oder ich esse bei Mama!

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Fünf Lebensmittel, die Sie auf eine einsame Insel mitnehmen würden?

Wasser. Ich trinke vier bis fünf Liter Wasser am Tag. Ansonsten Fleisch, Brot und Gemüse. Also eigentlich alles, was man für einen guten Döner braucht.

Handarbeit: Im Lister Döner wird das Brot selber gebacken.

Handarbeit: Im Lister Döner wird das Brot selber gebacken.

Ist Döner Fast Food?

Wenn Leute es so bezeichnen wollen, ist es auf jeden Fall das gesündeste Fast Food. Salat, Brot, Frischkäse und Fleisch, was ist daran ungesund?

Von Luisa Verfürth

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