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Neues Pop-up-Restaurant

Cannizzaro ist der sizilianische Pate im „Me and all“-Hotel

Sizilianische Tafel: Elio Cannizzaro gastiert mit „Il Padrino“ im „Me and all“-Hotel am Aegi.

Sizilianische Tafel: Elio Cannizzaro gastiert mit „Il Padrino“ im „Me and all“-Hotel am Aegi.

Hannover.Der Mann hält die Fäden in der Hand. Auf der Homepage seiner Trattoria „Il Padrino“ in Bothfeld hat Elio Cannizzaro (43) Anleihen am berühmten Filmplakat von Francis Ford Coppolas (83) Film-Trilogie „Der Pate“ genommen – wie bei einem Marionettenspieler hängen die Buchstaben an weißen Linien. Allerdings schaut „Der Pate von Bothfeld“ wesentlich freundlicher als einst Hollywood-Gangsterboss Marlon Brando (†80).

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Cannizzaro ist Sizilianer – mit Herz und Seele. Der 43-Jährige rollt das „r“, gestikuliert mit Händen und Füßen, steckt an mit Lebensfreude und Energie. „Mein Name ist eigentlich griechisch. Elio ist abgeleitet von Helios, dem Gott der Sonne“, erzählt er beim Treffen im „Me and all“-Hotel am Aegi, dessen Küche er bis Ende Februar 2022 bespielt. „Ich sollte eigentlich Francesco heißen. Aber am Tag meiner Geburt, es war der 2. Mai, hat mein Vater das Fenster geöffnet – und die Sonne hat gestrahlt.“ Ein Strahlen, das der 43-Jährige seit 2018 in seinem eigenen Restaurant verbreitet.

Hannovers Pop-up-Restaurants im „Me and all“-Hotel

"Elio ist authentisch", schwärmt Lisa Edelmann (31), Direktorin des "Me and all"-Hotels, das wechselnden Pop-up-Restaurants eine Bühne bietet. Den Start machten bei der Eröffnung im Mai 2020 Ronny Spaniel (47) und Frank Ochotta (57) vom Lister "La Rock", danach bekochten Sascha Werhahn (34) und Peter Kaßner (33) mit ihrem "Nobel" die Besucher, zuletzt servierte Nihat Findik (55) "Mamas Tapas".

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Die Neuen: Hoteldirektorin Lisa Edelmann (links) freut sich, dass Elio Cannizzaro und seine Schwester Nicoletta nun die Gäste bekochen.

Die Neuen: Hoteldirektorin Lisa Edelmann (links) freut sich, dass Elio Cannizzaro und seine Schwester Nicoletta nun die Gäste bekochen.

Die mediterranen Kleinigkeiten „passten super zum Sommer“, sagt Edelmann. Ihre Mitarbeiter (in der Hotelkette heißen sie „Explorers“) organisieren zum Beispiel regelmäßig Table-Quiz-Abende – „da waren große Platten zum Teilen sehr angesagt.“ Beständig ist in der Hotelkette aber der Wechsel. „Für den Winter wünschten wir uns italienische Küche“, erklärt die Direktorin.

"Il Padrino" in der Martinstraße 7 hatte die 31-jährige Neu-Hannoveranerin (sie stammt aus dem sächsischen Vogtland), die den Direktorinnenposten im Februar übernahm, auf einem Spaziergang mit ihrem Partner entdeckt. "Wir wohnen in der List, aber wir probieren uns durch die ganze Stadt." Immer Ausschau haltend nach Restaurants, die sie in das Hotel holen könnte, das ausgeprägten Lokalcharakter hat – ein Zimmer ist dem kultigen "Niemand"-Gin gewidmet, Hannover 96, die Handball-Recken, aber auch Musikgrößen wie Scorpions oder Mousse T. (55) werden hier gefeiert.

Hotel mit lokalem Flair: Das „Me and all“ am Aegi beherbergt wechselnde Hannover-Restaurants.

Hotel mit lokalem Flair: Das „Me and all“ am Aegi beherbergt wechselnde Hannover-Restaurants.

Den ersten Kontakt zu Cannizzaro gab es Anfang September, der Sizilianer fing gleich Feuer. „Wir haben bis jetzt Glück gehabt und sind gut durch die Pandemie gekommen“, erzählt er von der Unterstützung durch Stammgäste. Bei der kurzzeitig ausgerufenen und dann revidierten 2G-plus-Regel habe er aber „Mamma mia“ gerufen – „man muss ja ständig diese Verordnungen nachlesen“. Das Hotelrestaurant am Aegi, das auch bei Hannoveranern beliebt ist, sei deshalb ein gutes zweites Standbein.

Was macht die sizilianische Küche so besonders? Cannizzaro schwärmt von seinem Heimatort Licata – „das einer der südlichsten Zipfel der Insel“ – und der ur-italienischen Küche. Tagliolini Creme di Tartufo oder Branzino con Risotto (Wolfsbarschfilet) kommen im Hotel Montag bis Sonnabend von 18 bis 22 Uhr auf den Tisch. Zu Kompromissen ist er nicht bereit: „Zu Nudeln gehören Gamberoni, keine Scampi“, wettert er über italienische Lokale in Hannover, die nur dem Namen nach italienisch seien. „Und eine Pizza mit Ananas – oh Gott!“ Den Zorn des Paten möchte man da nicht auf sich ziehen ...

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Das eigene Lokal: Sara Miro und Elio Cannizzaro betreiben das „Il Padrino“ in Bothfeld.

Das eigene Lokal: Sara Miro und Elio Cannizzaro betreiben das „Il Padrino“ in Bothfeld.

Von seiner Heimat trennte sich Cannizzaro, der mit neun Geschwistern aufgewachsen ist („viele sind in der Gastronomie“), nur schwer. Seine Schwester Nicoletta (54), die im „Me and all“-Hotel am Herd steht, besuchte als Jugendliche einst Onkel, Tante und Cousinen in Hannover. „Es war als Urlaub gedacht, sie ist geblieben.“ So wie eine andere Schwester, die in Springe eine Eisdiele eröffnete. Diverse Familienmitglieder haben sich in der Region niedergelassen, wenn Cannizzaro erzählt, ist es schwer, den Überblick zu behalten.

Cannizzaro eröffnet „Il Padrino“ 2018

Er selbst führte eine On-Off-Beziehung mit Hannover: 1999 kam er, um in einem der Familienbetriebe zu helfen – „es wurden neun Monate“. Zurück nach Sizilien, 2010 ein neuer Hannover-Ausflug, diesmal für elf Monate. 2013 übernahm sein Schwager Angelo Cipolla das „Gallo Nero“, Elio Cannizzaro arbeitet vier Jahre im Lokal mit. 2018 eröffnete er dann sein „Il Padrino“.

Hannover ist nun Heimat. „Ich bin hier zufrieden“, sagt er. Nur seine Frau habe Sehnsucht. „Sie kann nicht leben ohne das Meer.“ Deshalb nehme er bei Reisen nicht nur kleine Säcke mit Sand vom Strand mit, sondern immer auch einen 30-Liter-Kanister Meerwasser. „Sie füllt Schalen damit, so kann man sich die Hände mit Meerwasser waschen“, erklärt der 43-Jährige die Rituale im Hause Cannizzaro. „Nur die Sonne fehlt uns noch.“

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Von Andrea Tratner

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