„End the Cage Age“

Aktion in der City: Tierschützer wollen das Käfigzeitalter beenden

Protest gegen Käfighaltung: Tierschützer riefen am Samstag zur Beendigung des Käfigzeitalters auf.

Protest gegen Käfighaltung: Tierschützer riefen am Samstag zur Beendigung des Käfigzeitalters auf.

Hannover. Beende das Käfigzeitalter! („End the Cage Age!“) – mit dieser Forderung protestierte die Aktionsgruppe der Albert-Schweitzer-Stiftung für unsere Mitwelt am Samstag in der Fußgängerzone. Bei vielen Passaten rannten die Tierschützer damit offene Türen ein. Innerhalb von zwei Stunden trugen sich Hunderte in eine Unterschriftenliste ein, die als Teil einer internationalen Bürgerinitiative auf dem Tisch der EU-Kommission landen soll.

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Verstörende Bilder machten betroffen

Rund 20 Mitglieder der Aktionsgruppe Hannover und ehrenamtliche Helfer bildeten in der Georgstraße eine schweigende Reihe. Die großformatigen Bilder, die sie in den Händen hielten, waren verstörend: Federlose Hennen in Legebatterien, fixierte Muttersauen, die durch Gitterstäbe von ihren Ferkeln getrennt sind, und dicht gedrängte Kaninchen sollten exemplarisch die Qualen der Käfighaltung dokumentieren. Und sie verfehlten ihre Wirkung nicht. „Viele Menschen reagierten sehr betroffen. Dabei zeigen die Bilder, was vielerorts Normalität ist. In Europa leben viele Tiere teils ihr Leben lang in Käfigen“, sagte Viola Rünzi, die die Aktion gemeinsam mit Sylvia Schwenke koordinierte.

Als besonders bedrückendes Anschauungsmaterial hatten die Tierschützer einen sogenannten Kastenstand aus der Schweinehaltung aufgestellt. Der Metallkäfig, in dem Zuchtsauen fixiert werden, ist so klein, dass sich die Tiere darin nicht umdrehen können. Die Ferkel gelangen durch die Stäbe zwar an die Zitzen der Mutter. „Ein liebevoller Kontakt der Sau zu ihren Jungen ist aber nicht möglich“, erklärte Schwenke.

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Unterschriften gehen an EU-Kommission

Mit einer Unterschriftenaktion wollen insgesamt 100 Tierschutzorganisationen aus ganz Europa erreichen, dass sich die EU-Kommission mit dem Thema befasst. Das Ziel: Eine neue Gesetzgebung und im besten Fall ein Verbot der Käfighaltung in der Nahrungsmittelproduktion. Dazu müssen bis September 1 Million Unterschriften aus sieben Ländern zusammenkommen, gut 920.000 Bürger haben bislang unterschrieben. „Wir sind optimistisch, dass wir das schaffen“, sagte Schwenker, die vom Zuspruch für die Aktion und mehreren Hundert Unterschriften begeistert war: „Manchen haben sogar gefragt, ob wir noch Schilder übrig haben, mit denen sie sich zu uns stellen können. Das war klasse!“

Von André Pichiri

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