Breitband-Ausbau

600 Meter Glasfaserkabel pro Tag: Neue Technik für Hannover

Kabelsalat: Auch in Hannover soll zügig die Glasfasertechnik verlegt werden. Mit einem neuen Verfahren, dem so genannten „Nano-Trenching“, soll das deutlich schneller gehen.

Kabelsalat: Auch in Hannover soll zügig die Glasfasertechnik verlegt werden. Mit einem neuen Verfahren, dem so genannten „Nano-Trenching“, soll das deutlich schneller gehen.

Hannover. Deutschland hinkt hinterher beim Ausbau des Breitbandnetzes. Ob es klappt, dass alle Bürger 2025 einen schnellen Internetanschluss haben werden, wie es die neue Große Koalition in Berlin versprochen hat? Fraglich. In Hannover könnte die Verlegung des Glasfasernetzes jedoch zügig über die Bühne gehen. Jedenfalls macht ein Pilotprojekt Hoffnung, das in der kommenden Woche starten soll.

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„Nano Trenching“ heißt eine Technik, die eine Firma aus Österreich am Kugelfangtrift in Bothfeld einsetzen möchte. In Deutschland kam sie zuvor nur in Essen sowie in Schweinfurt zum Einsatz. Anders als bei der konventionellen Leitungsverlegung sollen große Baustellen, die den Verkehr dauerhaft behindern, nicht notwendig sein. Mehr als 600 Meter Glasfaserkabel könnten so am Tag verlegt werden, sagte Heide Bussenius aus dem Tiefbauamt im Bauausschuss. Nach Angaben des österrichischen Anbieters dieses Verfahrens würden bei der konventionellen Art der Verlegung nur etwa sieben bis 20 Meter pro Tag geschafft. Ein weiterer Vorteil: Die Technik sei beim „Nano Trenching“ 30 bis 40 Prozent günstiger, sagt Bussenius.

Nur ein zehn Zentimeter tiefer Schlitz – verfüllt mit Kunstharz

Bei dem Verfahren wird ein lediglich zwei Zentimeter breiter und zehn Zentimeter tiefer Schlitz in die Asphaltdecke der Fahrbahn gefräst. Darin wird das Glasfaserkabel verlegt, die Oberfläche anschließend mit Kunstharz verschlossen. Laut Bussenius könnten sich die Arbeiter „gut in Wanderbaustellen bewegen“. Komplette Straßen müssten also nicht gesperrt werden.

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Auftraggeber ist die Firma Vodafone Kabel Deutschland. Die Genehmigung für den Einsatz der Technik hat sie bereits von der Stadt bekommen. Diese will die Verlegung des Kabels am Kugelfangtrift allerdings genau beobachten und dokumentieren.

Nicht für die Ewigkeit – und Probleme, wenn viele Firmen kommen

Bereits jetzt steht fest, dass die Kabel so nicht für die Ewigkeit verlegt werden können. Zwar ist eine einfache Deckensanierung der Straßen auch mit den Kabeln darin möglich, weil dabei nur die oberen Zentimeter der Fahrbahn erneuert werden. Grundsanierungen gehen allerdings deutlich tiefer. Laut Stadt verpflichten sich die Firmen, denen die Leitungen gehören, in diesem Fall die Kabel erneut in der sonst üblichen Tiefe von 60 Zentimetern zu verlegen. „Das ist eine Übergangsform, um schnelles Internet zu befördern“, erklärte Bussenius.

Bei der Politik kommt der Pilotversuch am Kugelfangtrift, der am 14. März starten und zwei Tage dauern soll, gut an. Aber sie hatte auch Fragen. Daniel Gardemin (Grüne) wollte wissen, ob die Stadt Gebühren nehmen könne, weil sie ihre Straße dafür zur Verfügung stelle. Laut Verwaltung ist das im Telekommunikationsgesetz aber nicht vorgesehen. Auch musste sie einräumen, dass es Probleme geben könnte, wenn mehrere Firmen mit dieser Technik Kabel in denselben Straßen verlegen wollten.

Von Christian Bohnenkamp

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