25. Agenten-Film

007-Jubiläum: 25 Dinge, die Sie noch nicht über James Bond wussten!

Eine Agenten-Ära: Sean Connery, Roger Moore, Timothy Dalton, Pierce Brosnan und Daniel Craig spielten James Bond.

Eine Agenten-Ära: Sean Connery, Roger Moore, Timothy Dalton, Pierce Brosnan und Daniel Craig spielten James Bond.

Hannover. Seit 59 Jahren rettet Agent 007 die Welt, Experte Siegfried Tesche hat etliche Bücher über James Bond geschrieben, in „007 – ein Quantum Humor“ (Lappan, 142 Seiten, 12 Euro) hat er skurriles Wissen und lustige Fakten zusammengetragen.

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Zum Beispiel, dass es in Wahrheit bereits 27 Filme mit dem berühmten Agenten gibt – auch "Sag niemals nie" (1983) mit Sean Connery und die 007-Parodie "Casino Royale" von 1967 drehen sich um die Figur aus den Romanen von Ian Fleming. "Zugrunde liegen jeweils Rechtsstreitigkeiten", erklärt Tesche (mehr lesen Sie hier!). Der NP verrät er Insider-Informationen zu jedem der 25 offiziellen Filme.

Großes Fachwissen: Siegfried Tesche mit seinem aktuellen Bond-Buch „Ein Quantum Humor“.

Großes Fachwissen: Siegfried Tesche mit seinem aktuellen Bond-Buch „Ein Quantum Humor“.

1. James Bond jagt Dr. No. (1962)

In einer ersten Drehbuchfassung ist „Dr. No“ ein putziges Pinseläffchen, das auf der Schulter des Bösewichts sitzt, „die Produzenten Harry Saltzman und Albert R. Broccoli feuerten die Autoren“, erzählt Tesche. Man versuchte wohl auch, den Schotten Sean Connery zu überreden, einen Künstlernamen anzunehmen – mit seinem Akzent klang er nämlich wie „Seen Canary“. Es gab auch Befürchtungen, in Frankreich „sans conneries“ (ohne Blödsinn) herauszuhören. Connery lehnte ab.

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2. Liebesgrüße aus Moskau (1963)

Der Film kommt der Romanvorlage sehr nah, es geht um den Kalten Krieg, den Kampf der Agenten auf dem Balkan. „Er gilt als Sean Connerys Lieblingsfolge“, weiß Tesche. Ein Teil des Films spielt im Orient-Express. „Die meisten Bahnhofsszenen wurden aber in Istanbul gedreht, so wurde das Budget gespart.“

3. Goldfinger (1964)

„Saltzman und Broccoli haben erkannt, dass man mit der Figur Geld machen kann“, erklärt Tesche. Sie gründeten eine Merchandise-Firma und vergaben Lizenzen für Kaugummi, Puzzles, Bücher, gingen Kooperationen mit Aston Martin und Corgi Toys ein, die Spielzeugautos anboten.

James Bond mit Technik: Szene aus „Feuerball“ mit Sean Connery.

James Bond mit Technik: Szene aus „Feuerball“ mit Sean Connery.

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4. Feuerball (1965)

„Der erste Bond-Film, in dem Technik die Handlung dominiert“, findet Tesche, „Düsen-Rucksack, Unterwassergleiter, eine Yacht verwandelt sich in ein Speedboot.“ Und der Rummel steigt. Die Beatles besuchten den Dreh auf den Bahamas, „der Ort ist heute noch weltberühmt, die Filme hatten erstmals einen touristischen Effekt“.

5. Man lebt nur zweimal (1967)

Ein Film hat Einfluss auf die Automobilbranche: „Toyota als Partner baute das erste Cabrio im Land – James Bond sollte im Auto nämlich zu sehen sein.“ Der Rummel um Hauptdarsteller Seans Connery nimmt gigantische Ausmaße an, sogar Queen Elizabeth II. besucht die Premiere in London.

Kurzes Gastspiel: George Lazenby spielt nur ein einziges Mal den Agenten.

Kurzes Gastspiel: George Lazenby spielt nur ein einziges Mal den Agenten.

6. Im Geheimdienst ihrer Majestät (1969)

George Lazenby tritt in Sean Connerys Fußstapfen. „Er war ein Model, hatte für Autos und Schokolade geworben. Schauspielerfahrung hatte er keine“, sagt Tesche. Aber der Australier war gewieft: „Er ging zum selben Friseur wie Sean Connery, kleidete sich wie James Bond.“ Das wirkte wohl beim Casting. „In dem hat er übrigens einem Stuntman in einer Kampfszene die Nase gebrochen.“

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7. Diamantenfieber (1971)

Sean Connery kehrt zurück – „und diktiert die Bedingungen in Sachen Gage und Zeitrahmen für die Dreharbeiten“, weiß Tesche. Aber der Zahn der Zeit macht auch dem Ur-Bond zu schaffen: „Er trägt Toupet in vielen Szenen.“ Anekdote am Rande: Eine Szene mit Entertainer Sammy Davis Jr. wurde wieder aus dem Film herausgeschnitten.

Rückkehr: in „Diamantenfieber“ rettet erneut Sean Connery die Welt .

Rückkehr: in „Diamantenfieber“ rettet erneut Sean Connery die Welt .

8. Leben und sterben lassen (1973)

Roger Moore übernimmt. Und muss auf Wodka Martini verzichten. „Der Drink war zu sehr mit Sean Connery verbunden“, erklärt der Experte. Der Film war kein großer Kassenerfolg, unter anderem, weil er von der schwarzen Community boykottiert wurde – erstmals war der Bösewicht, Mr. Big, dunkelhäutig. Rassismus pur: In manchen Ländern wurde ein dunkelhäutiges Bond-Girl auf dem offiziellen Filmplakat durch eine Rothaarige ersetzt.

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9. Der Mann mit dem goldenen Colt (1974)

Der Film spielt fast ausschließlich in Asien, Martial Arts spielen eine große Rolle. Tesche kennt den Hintergrund: „Man wollte auf die Eastern-Welle aufspringen, Bruce Lee war damals sehr populär.“ Die Felsformation in der Bucht von Phang Nga in Thailand wurde durch den Film weltberühmt.

Legendäre Szenen: Schurke Scaramanga (Christopher Lee, links) und James Bond (Roger Moore) bei einem Duell.

Legendäre Szenen: Schurke Scaramanga (Christopher Lee, links) und James Bond (Roger Moore) bei einem Duell.

10. Der Spion, der mich liebte (1977)

In seinem dritten Film etabliert sich Roger Moore. Star des Streifens ist aber der weiße Lotus Esprit, der sich auf Knopfdruck in ein U-Boot verwandelt. „An der Sequenz wurde dreieinhalb Monate gearbeitet. Sie war für den Special-Effects-Oscar nominiert – gewonnen hat aber ,Star Wars’.“

11. Moonraker (1979)

Kritiker in den USA schrieben begeistert „Superman go Home!“. Grund war eine Szene, in der sich Bond mit einem Widersacher in der Luft um den rettenden Fallschirm prügelt. „Um diese Szene in den Kasten zu bekommen, waren 90 Sprünge nötig.“

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12. In tödlicher Mission (1981)

„Für einen Stuntman endete der Film tatsächlich tödlich“, erzählt Tesche. Ex-Skirennfahrer Willy Bogner hatte die spektakuläre Verfolgungsjagd mit einem Motorrad- und einem Skifahrer in der Bobbahn von Cortina D’Ampezzo inszeniert, wurde damit weltberühmt. „Ein Bob wurde aus der Kurve geschleudert und prallte gegen einen Baum.“

Er drehte die meisten Filme: Roger Moore als James Bond.

Er drehte die meisten Filme: Roger Moore als James Bond.

13. Octopussy (1983)

Parallel kam „Sag niemals nie“ auf den Markt, es war der „Kampf der Bonds“ zwischen Roger Moore (56) und Sean Connery (53). „Die Medien nannten Moore schon scherzhaft 0070“, erinnert sich Tesche. Den Hauptdarsteller zwickten allerlei Gebrechen. „Er brauchte ein Double für Laufszenen.“ Für die Geschichtsakten: Eine Szene an der Berliner Mauer wurde von realen DDR-Grenzbeamten protokolliert.

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14. Im Angesicht des Todes (1985)

Roger Moores letzter Film punktet trotz des fortgeschrittenen Alters des Schauspielers, weil die Produzenten die angesagte Band Duran Duran für den Titelsong verpflichtete. „Lady Diana war ein großer Fan der Band, das hat geholfen.“

Timothy Dalton hat in den 80er-Jahren zwei Einsätze als James Bond.

Timothy Dalton hat in den 80er-Jahren zwei Einsätze als James Bond.

15. Der Hauch des Todes (1987)

In Wien wurde ein originalgetreuer Drehort wie im slowakischen Bratislava nachgestellt – Timothy Dalton als Bond sollte einen Cello-Kasten auf einer öffentlichen Toilette untersuchen. Aber man hatte vergessen, welche Toilettenbeschriftung für welches Geschlecht war. „Das hätte peinlich werden können.“

16. Lizenz zum Töten (1989)

„Die Produzenten hatten schon lange von einer Verfolgungsjagd mit Trucks geträumt“, weiß Tesche. Bei der Szene, in der ein LKW unter anderem einen Wheelie macht und in einer Kurve slidet, waren Motoren „mit bis zu 1000 PS am Start“.

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17. Goldeneye (1995)

Pierce Brosnan sollte schon 1986 James Bond werden, es gab bereits einen Vertrag und Probeszenen – doch die Produzenten seiner Erfolgsserie „Remington Steele“ verhinderten das Engagement. „Neun Jahre später kam Brosnan mit Vollbart zur Bond-Pressekonferenz – er drehte parallel einen Film als Robinson Crusoe.“

18. Der Morgen stirbt nie (1997)

Bei der Szene in Hamburg, in der Bond mit einem BMW vom Dach eines Parkhauses in den Laden einer Autovermietung kracht, kam ein besonders Hilfsmittel zum Einsatz: „Man verwendete eine Druckluftpatrone, um das Auto zu katapultieren.“

19. Die Welt ist nicht genug (1999)

Der Titel ist eine Reminiszenz an den Fleming-Roman „Im Geheimdienst ihrer Majestät“: „Die Welt ist nicht genug“ wird darin als Familien-Motto der Bonds zitiert. „Erst zum zweiten Mal nach 1962 war eine Frau am Drehbuch beteiligt.“ Die Rolle von Sophie Marceau als Elektra King sei ambivalent und vielschichtig gestaltet.

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20. Stirb an einem anderen Tag (2002)

Viel Kritik gab es für lächerliche Effekte wie das unsichtbare Auto, Lob hingegen für Halle Berrys Bikiniszene, die eine Hommage an Ursula Andress’ Auftritt in „Dr. No“ war. „Aber Halle Berry hat beim Dreh sehr gefroren, es war kalt im spanischen Cadiz“, weiß Tesche.

Eine Augenweide: Daniel Craig in „Casino Royale“.

Eine Augenweide: Daniel Craig in „Casino Royale“.

21. Casino Royale (2006)

Die Fans liefen Sturm: „Daniel Craig als neuer James Bond war blond, nur 1,78 Meter groß, hatte Höhenangst und trug bei der Fahrt zur Pressekonferenz eine Schwimmweste auf dem Speedboot“, erinnert sich Tesche.

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22. Ein Quantum Trost (2008)

„Mit 106 Minuten der kürzeste Bond-Film“, sagt Tesche. Bei der Szene, die drei Nächte lang auf dem Bühnenbild der Bregenzer Seefestspiele gedreht wurde, saßen tausende Statisten auf den Rängen. „Zum Teil bis vier Uhr nachts. Unter den Abendkleidern und Smokings trugen sie ab der zweiten Nacht Skiunterwäsche.“

23. Skyfall (2012)

James Bond reaktiviert den Aston Martin DB5, den er in „Casino Royale“ beim Poker gewonnen hat. Film-Nerds stellten diesen Unterschied fest: Im ersten Film war der Wagen linksgelenkt, im zweiten rechtsgelenkt.

Doppelter Auftritt: Christoph Waltz (links) ist in zwei Filmen der Widersacher von Daniel Craig in der Rolle von James Bond.

Doppelter Auftritt: Christoph Waltz (links) ist in zwei Filmen der Widersacher von Daniel Craig in der Rolle von James Bond.

24. Spectre (2015)

Zehn Aston Martins DB10 wurden extra für die Dreharbeiten gebaut. „Sie waren zum Teil gar nicht für den öffentlichen Verkehr zugelassen, eines diese Exemplare wurde später beim Auktionshaus Christie’s für 3,1 Millionen Euro versteigert.“

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25. Keine Zeit zu sterben (2021)

Wieder ist Christoph Waltz als Bösewicht Blofeld dabei – „diese Wiederholung ist ungewöhnlich für die Serie“, sagt Experte Siegfried Tesche.

Von Andrea Tratner

NP

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