Hannover-Szene

Mit starken Kampfszenen: Hier entsteht ein neuer Kinofilm

Und Action: (von links) Andreas Barthel hat die Hauptdarsteller Stephanie Karrasch und Ralf Beckmann vor der Kamera, Susanne Duhme führt Regie.

Und Action: (von links) Andreas Barthel hat die Hauptdarsteller Stephanie Karrasch und Ralf Beckmann vor der Kamera, Susanne Duhme führt Regie.

Hannover. Schon von weitem ist der Kampfschrei von Ralf Beckmann (58) zu hören, der durch das verlassene HCC-Parkhaus hallt. Der 58-Jährige ist in Hannover als Kenpokan-Chef und –Kampfcoach bekannt. Doch an diesem Tag trainiert er weder außerhalb, noch ist er in einen Streit verwickelt. Er versucht sich als Schauspieler.

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„Ich hätte nicht gedacht, dass das so anstrengend ist“, sagt er und lacht. Und wenn das eine Sportskanone wie er sagt, könnte es stimmen. „Jede Szene 30 bis 40 mal zu wiederholen, ist zeitintensiv. Wir machen das schon seit fünf Stunden.“ Aber er hat Spaß, betont er, und grinst über das ganze Gesicht. „Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich sowas öfter machen.“

Vielleicht ist es ja wirklich der Beginn einer Schauspielkarriere, das haben immerhin schon andere Kampfsportler vor ihm geschafft. Ihm zum Karrieresprung verhelfen würde Kameramann, Producer und Kumpel Andreas Barthel (47): „Wir kennen uns schon ewig. Er dreht oft Lehrvideos für uns“, sagt Beckmann über ihn.

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Barthel wiederum war begeistert von den Kampfszenen, die er da immer wieder vor die Kamera bekam. „Irgendwann kam mir die Idee, solche Kampfszenen mal zum Film zu machen.“ Dass Beckmann Hauptdarsteller würde, war nur noch eine Formalie.

„Es ist eine Hommage an den Kampfsport, natürlich habe ich zugesagt!“, sagt Beckmann voller Inbrunst – und zieht Vergleiche zu den „Rocky“-Filmen. Das ist gewollt, betont Barthel: „Der Film soll eine Anlehnung an Kampfsportstars von Bruce Lee über Chuck Norris bis Jackie Chan sein – irgendwo angesiedelt zwischen Tarantinos ,Kill Bill’ und dem schwedischen Actionreißer ,Thriller’.“

Die Story von „Killer Lee“

Genau wie bei „Rocky“ geht es auch in diesem Drehbuch um eine Metamorphose einer zurückhaltenden Person zur Kämpfernatur. Die Story: Nach einer Party wird eine junge Frau namens Lee, gespielt von Stephanie Karrasch (25), Opfer eines brutalen Überfalls. Beckmann, der im Film Frank heißt, findet sie, übel zugerichtet im Straßengraben, und bringt sie in sein Studio – denn sie schämt sich, zur Polizei zu gehen. Der Kompromiss: Er bringt ihr bei, sich zu verteidigen – und im Nu wird aus dem Mädchen eine wahre Kampfmaschine, „Killer Lee“.

So wird auch der Film heißen, der im Frühjahr 2023 in die Kinos kommen soll. Geschrieben hat das Drehbuch der hannoversche Autor Marc Mrosk (39). Dieser Film ist sowieso durch und durch "Made in Hannover": Regisseurin ist Susanne Duhme (58), Sänger Juan Schmid (55) spielt den Polizisten. Nur Hauptdarstellerin Karrasch kommt aus Nürnberg.

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Anweisungen von der Regisseurin: Susanne Duhme (rechts) nimmt die Schauspiel-Neulinge Stephanie Karrasch und Ralf Beckmann an die Hand.

Anweisungen von der Regisseurin: Susanne Duhme (rechts) nimmt die Schauspiel-Neulinge Stephanie Karrasch und Ralf Beckmann an die Hand.

Für sie ist es wie für Beckmann der erste Filmdreh. Eigentlich ist sie Wrestlerin, Barthel hatte sie in einem Promovideo für einen ihrer Kämpfe entdeckt. Die Rolle schien nach ihr zu rufen: „Ich war ein schüchternes Mädchen, bevor ich vor zehn Jahren mit dem Kampfsport angefangen habe. Mittlerweile bin ich Wrestlerin und kämpfe – hauptsächlich gegen Männer.“ Die Geschichte, dass eine Frau durch Kampfsport Selbstbewusstsein erlangt, sich gegen Männer behaupten und aus der Opferrolle rauskämpfen kann, habe ihr sofort zugesagt.

Beckmann wiederum ist begeistert von ihren Kampfkünsten. „Sie hat innerhalb von zwei Stunden eine Kampf-Choreo drauf gehabt, für die andere drei Monate üben“, lobt er. Das kann Karrasch zurückgeben: „Ich habe schon in ganz Deutschland und sieben Ländern gekämpft und schon viele Kampfstudios gesehen, aber noch kein so professionelles wie das Kenpokan gehen.“ Hannover kenne man in der Szene übrigens vor allem wegen des Teams, verrät sie. Sie selbst hat schon mal auf dem Schützenplatz gekämpft.

Nur gespielt: Stephanie Karrasch verkloppt Ralf Beckmann. Der Kenpokan-Chef brachte der Wrestlerin Kampfszenen für die Kamera bei.

Nur gespielt: Stephanie Karrasch verkloppt Ralf Beckmann. Der Kenpokan-Chef brachte der Wrestlerin Kampfszenen für die Kamera bei.

Im November haben die Dreharbeiten gestartet, bis Ende März dreht das Team um Barthel und Duhme noch, dann geht es in die Postproduktion. Für den Produzent und die Regisseurin, die zusammen die Firma "Independent Entertainment" leiten, wird es der fünfte Kinofilm. "Los Veganeros 1" und "Los Veganeros 2" haben sie mit Lars Oppermann (49) co-produziert, "No future war gestern" und der Haarmann-Film "Warte, warte nur ein Weilchen" eigenständig. Der feierte im Oktober 2020 kurz vor dem zweiten Lockdown Premiere – "da hatten wir uns mehr Kinolaufzeiten erhofft", so Barthel. Dieses Mal soll es besser klappen.

Ihr fünfter Kinofilm: Zuletzt erschien Andreas Barthels und Susanne Duhmes Haarmann-Thriller „Warte warte nur ein Weilchen".

Ihr fünfter Kinofilm: Zuletzt erschien Andreas Barthels und Susanne Duhmes Haarmann-Thriller „Warte warte nur ein Weilchen".

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Jetzt müssen sie aber weiter: In den Kellergewölben des Kuppelsaals steht die nächste Szene an. Einen Satz zu der Location lässt sich Barthel noch entlocken: „Wir machen ja auch die Obdachlosen-Weihnachtsfeier und kennen daher die Kellergewölbe, hier haben wir schon viele Getränke hin und her geschoben. Wir wollten hier unbedingt mal drehen.“ Gesagt, getan.

Von Josina Kelz

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