Kawani „Momo“ Mohammed

Café-Bohoo-Chefkoch übernimmt Sweet Cafeteria am Steintor

Kawani Mohammed, Chefkoch vom Café Bohoo übernimmt Sweet Cafeteria am Steintor

Kawani Mohammed, Chefkoch vom Café Bohoo übernimmt Sweet Cafeteria am Steintor

Hannover. Frisches Bauernbrot mit Avocado, Tomaten und Feta kunstvoll angerichtet zwischen frischem Obst; Pancakes mit Schokoladenspritzen und schmelzendem Magnum-Eis; bunte Frühstücks-Bowls mit flambierter Banane; orientalische Sesamringe mit Hummus und Sucuk: Diese Gerichte könnten dem ein oder anderen in Hannover bekannt vorkommen – aber aus einem anderen Lokal.

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Denn Kawani Mohammed (34), den alle nur als Momo kennen, war bis 2021 Küchenchef im Café Bohoo an der Arndtstraße, jetzt hat er sein eigenes Café: Das Sweet am Steintor (Kurt-Schumacher-Straße 34). Das gibt es es zwar schon seit August, doch erst seit März ist Mohammed Mitinhaber: "Die ersten Monate lief das Café nicht, das Konzept war nicht stimmig. Ich habe das Potenzial gesehen und es hat mir keine Ruhe gelassen, es hat mich gekitzelt."

Und das, obwohl er eigentlich mit der Gastronomie aufhören wollte, als er vergangenen Sommer bei den Karaoglan-Brüdern gekündigt hatte, denen die Bar Lucca und das Café Bohoo gehören. Er wollte sich voll seinem anderem Job widmen: dem Rettungsdienst. Fast sechs Jahre war er zweigleisig gefahren: Von fünf bis 14 Uhr arbeitete er als Rettungssanitäter, danach ging es bis kurz vor Mitternacht in die Küche.

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Wann er geschlafen hat? „Auf der Couch im Café Bohoo zwischen den Schichten“, sagt er und lacht gequält. „Ganz ehrlich, ich frage mich selbst, wie ich das überlebt habe.“ Doch in ihm schlugen immer diese zwei Herzen für Rettungsdienst und Gastronomie, auf keines von beiden konnte er verzichten.

Als Jugendlicher war der gebürtige Hannoveraner bereits in der Freiwilligen Feuerwehr, nach dem Schulabschluss machte er in Verden eine Ausbildung zum Koch, nach ein paar Jahren in der Gastronomie (sein erster Versuch, die Branche zu verlassen), absolvierte er eine Ausbildung zum Rettungssanitäter. Seitdem machte er beides.

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Aus Leidenschaft – „und um sich was zu erarbeiten – und das habe ich geschafft“, sagt Mohammed. Den Traum vom eigenen Haus konnte er sich erfüllen, seit 2020 lebt er auf drei Etagen mit seinen zwei Hunden in Sarstedt. Auch die hat der Sanitäter gerettet: „Meinen ersten Hund habe ich in Laatzen aus einer Garage gerettet, er hat in seinem eigenen Kot gelebt. Den zweiten habe ich aus dem Tierschutz.“

Das Helfen kann er nicht sein lassen – auch jetzt nicht, wo er als Sanitäter pausiert und sich auf die Gastronomie konzentriert, obwohl der Plan andersrum war: „Tja, einmal Gastro, immer Gastro“, sagt Mohammed und zuckt mit den Schultern. „Aber ich bleibe ehrenamtlich in der Feuerwehr Sarstedt, das ist mein Herz“, sagt er.

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Warum er für die „Sweet Cafeteria“ seine Pläne nochmal umgeschmissen hat? „Ich habe viele Angebote als Koch bekommen, auch von tollen Restaurants“, erzählt er. „Aber hier war es anders. Ich konnte nicht nur Koch, sondern auch Inhaber sein, mein eigenes Konzept durchsetzen – und der Standort hat mich gereizt.“ Auch, um das gastronomische Niveau am Steintor anzuheben: „Hier gibt es vor allem Döner“, bemängelt er.

Kompagnons: Muthanda Shahada (rechts) hat Kawani Mohammed in sein Café geholt.

Kompagnons: Muthanda Shahada (rechts) hat Kawani Mohammed in sein Café geholt.

Das war auch der Plan von Muthana Shahada (30), als er Mohammed mit in seinen Laden holte. Für Shahada war es sein erstes Gastro-Projekt: „Das Café lief nicht so gut an und ich habe gehört, wie gut Momo kocht. Also rief ich ihn an.“ Vorher gab es hier Pizza, Pasta und Burger, Kuchen und klassisches Frühstück – das hat Mohammed schon abgeschafft. „Und den Rest habe ich auf ein anderes Niveau gehoben.“ Denn der 34-Jährige ist bekannt für seine Fusionsküche, kein Gericht schmeckt oder sieht aus wie ein gewohntes Gericht.

Auch auf Qualität legt er wert: „Das Gemüse ist bio, der Honig aus Sarstedt, die Eier vom Dammackerhof, das Brot aus der Gehrdener Backstube. Und es gibt viel Veganes auf der Karte.“ Das Aushängeschild im Schaufenster sind die kunstvollen Torten: „Wir haben einen eigenen Konditor – wichtig ist uns, dass die Torten nicht typisch arabisch süß und mit viel Zucker gebacken sind, sondern einen Tick gesundheitsbewusster sind.“ Mohammed selbst hat arabische Wurzeln, sein Kompagnon ist in Syrien geboren.

Hier wird sich noch viel verändern: Die Sweet Cafeteria am Steintor.

Hier wird sich noch viel verändern: Die Sweet Cafeteria am Steintor.

Als Nächstes will sich Mohammed an die Einrichtung machen: „Mir fehlt hier noch der Wow-Effekt, wenn ich reinkomme.“ Seit März ist er jetzt dabei und hat noch viele Pläne. „Ich werde diesen Laden zu 100 Prozent nach oben bringen.“ Aber nicht auszuschließen, dass er irgendwann doch wieder Vollzeit-Rettungssanitäter ist. „Da könnte ich niemals Nie sagen.“

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Von Josina Kelz

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