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Hannover-Szene

Troy Petty will raus aus der Komfortzone

Fern der Heimat: US-Musiker Troy Petty beim Treff mit der NP.

Fern der Heimat: US-Musiker Troy Petty beim Treff mit der NP.

Hannover. Raus aus der Komfortzone: „Hier lerne ich jeden Tag etwas Neues kennen, etwas, das buchstäblich mein Leben verändert“, sagt Troy Petty. Der US-amerikanische Singer-Songwriter ist im März nach Deutschland gezogen, und Hannover ist nicht ganz unschuldig daran.

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Hier sitzt Dachshund Records, das Indie-Label von Joseph Amslinger, wo im Mai Petty jüngstes Album „Director’Cut" erschien. In Bremen lebt seine Band, und zum Schreiben zieht er sich in den hohen Norden, nach Jade zurück, wo ihn die Nordsee erinnert an den Lake Michigan in Chicago, wo er geboren wurde und aufwuchs.

„Ich bin ein privater Mensch“

Eine selbstgewählte Einsamkeit: „Ich bin ein eher privater Mensch“, sagt Petty beim Treff mit der NP: „Aufzutreten fordert mich.“ In seiner alten Heimat habe er eine Zeitlang als Barkeeper gearbeitet, um seine naturgegebene Schüchternheit zu konfrontieren.

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Und so ist der Titel „Director’s Cut“ eben nicht nur als ganz persönliche künstlerische Vision zu verstanden, sondern eben im Sinne von „Cut“ (Schnitt) eben auch als ein Werk über die menschliche Neigung, sich selbst zu sabotieren: „Darum geht es – und darum, daraus zu lernen.“

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So schmerzhaft wie therapeutisch sei der Schreibprozess gewesen, „und jetzt helfen mir die Songs dabei, mich zu erinnern. Aufgenommen wurde das Album übrigens in Nashville, produziert von Ken Croomer, dem Schlagzeuger der Alternative-Country-Visionären Wilco. Indie-Bands von Killing Joke bis Placebo klingen an – großer Songwriter-Rock.

Unbeabsichtigte Vorbilder das alles, wenn überhaupt: „Ich habe schon vor Jahren aufgehört, bewusst Musik zu hören“, sagt Petty. Da möchte einer völlig unbeeinflusst an seinen persönlichen Songs arbeiten. Meist tritt Petty alleine auf und reichert seine Lieder per Loop-Station an.

„Die Schwierigkeiten genießen“

Amslinger lernte er vor drei Jahren, bei der Musiker-Konferenz Midem in Cannes, kennen: „Das war, bevor ich das erste Mal durch Europa tourte.“ Sweitdem war er etliche Male hier, spielte in Hannover unter anderem im Kulturpalast oder auch – vergangenes Jahr – beim NP-Rendezvous im Stadtpark.

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Das Leben als Indie-Musiker ist nicht einfach, und Petty will es nicht anders: „Man wird als Künstler nie den Punkt haben, an dem man das Gefühl hat, angekommen zu sein“, sagt er: „Es gehört dazu, die Reise mit all ihren Schwierigkeiten zu ertragen – und ein Stück weit zu genießen.“

Troy Petty spielt am 21. Juni 2019 ab 20 Uhr mit Band bei der Fête de la Musique auf dem Opernplatz und am 5. Juli solo ab 20.30 Uhr im Kulturpalast – Eintritt frei,

Von Stefan Gohlisch

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