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Oper

Studierende zeigen „Ariadne auf Naxos“

Grosse Präsenz: Ahyoung Kim singt die Titelrolle der „Ariadne auf Naxos“

Grosse Präsenz: Ahyoung Kim singt die Titelrolle der „Ariadne auf Naxos“

Hannover.Eine Opernaufführung mit Studierenden an der Hochschule für Musik, Theater und Medien: Da erwartet man einen ungewöhnlichem Ansatz, Lust am Experiment. Das war bei „Ariadne auf Naxos“ von Richard Strauss sicherlich gegeben.

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Dass die beiden Teile dieses Werks unterschiedlichen Charakter haben, ist bekannt, wird hier aber besonders stark betont. Die Regie von Matthias Remus kehrt das parodistische Element des Vorspiels, in dem eine von mancherlei Eitelkeiten befallene Künstlerschar im Haus eines Neureichen auftreten soll, deutlich hervor. Amüsant und dramaturgisch ausgewogen: Das Finale kommt, bevor das Geschehen zu übertouren droht. Tobias Hechler ist in der Sprechrolle des Haushofmeisters richtig schön affig, und unter den vielen beachtlichen Gesangsleistungen sticht außerdem Anna Schaumlöffel mit ihrer saftigen Interpretation der Komponisten-Figur noch ein wenig hervor.

Der zweite Teil ist dann eher Psychogramm als stringente Geschichte und auch für diejenigen nicht immer ganz leicht zu enträtseln, die den Inhalt zu kennen meinen. Der Beginn ist in eine Krankenhaus-Szenerie verlegt, so dass letztlich sogar offen bleibt, ob das Folgende real ist oder vielleicht nur in der Fantasie der leidgebeutelten Ariadne mit ihrem Hang zur Todessehnsucht existiert.

Gegen Ende öffnet sich im Hintergrund ein Tor zum Licht, es ist aber nicht das Tor in die Zweisamkeit. Die ist laut Programmheft nicht erwünscht, und sie findet auch nicht statt: Es gibt zwar eine Begegnung zwischen Frau und Mann, der jedoch tastet mit einem Blindenstock umher. Und sollte es der nach ihr benannte Faden sein, den Ariadne an anderer Stelle ausbreitet, mag auch dies für die Suche nach Orientierung stehen.

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Manche Szenen berühren, etwa die Bewegungen in der Schar der „Patientinnen“, aus der sich Najade, Dryade und Echo lösen. Ahyoung Kim gibt die Titelfigur angemessen präsent, überzeugt besonders in den mittleren und hohen Lagen. Üppigen Szenenapplaus streicht Ylva Stenberg, bekannt aus dem Ensemble der Staatsoper, als Zerbinetta ein. Deren Koloraturarie ist natürlich auch eine dankbare Sache – wenn man sie denn kann.

Fazit: Zur facettenreichen Begleitung des Hochschulorchesters unter Paul Weigold entsteht ein interessanter, punktuell sogar packender, allerdings etwas kopflastiger Abend, an dem sich die Textverständlichkeit in Grenzen hielt.

Es gibt, teils mit anderer Besetzung, weitere Vorstellungen vom 4. bis zum 6. Februar, die Hoffnung sollte sich hier auf Restkarten richten.

Von Jörg Worat

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