Klassik

Mädchenchor lädt zur Sommer-Serenade

Tolle Stimmung: Andreas Felber dirigiert den Mädchenchor vor der Christuskirche.

Tolle Stimmung: Andreas Felber dirigiert den Mädchenchor vor der Christuskirche.

Hannover. Sommerliche Temperaturen, die helle Christuskirche und die strahlenden Gesänge des Mädchenchores Hannover: „Sommer-Serenade: Ich hab’ die Nacht geträumet“ heißt denn auch das Konzertprogramm.

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Leiter Andreas Felber hat einen feinen Liederreigen bereitet, der von der Romantik bis in die Moderne reicht. Schon der Auftakt mit „Les Norwégiennes“ von Delibes ist ein Hörgenuss. Das wundervolle „Wintertaglied“ erinnert an einen schönen kalten Tag und führt dann direkt zu den wohlig-warmen, licht-durchfluteten Frühlings- und Sommerliedern über die Natur, die Menschen wie auch über geheimnisvolle Nymphen und Sirenen.

Die mythischen Geschöpfe werden hier bestens zum Leben erweckt, bei „Les Nymphes des bois“ von Léo Delibes, bei „Les Sirènes“ von Lili Boulanger und beim „Gesang der Nymphen“ des Schweizer Komponisten Hans Huber (1852–1921). Das den Werken innewohnende Träumerische kommt hier plastisch zur Geltung. Der Chor singt schön klar, frisch, mit bestechender Intonation und Rhythmik, feinfühlig begleitet von Pianist Daniel Rudolph. „Ich hab’ die Nacht geträumet“ von Johannes Brahms, „Salut printemps“ von Claude Debussy und das „Tanzlied“ von Heinrich von Herzogenberg – all das sind Darbietungen zum Wohlfühlen.

Das Konzert bietet auch Überraschungen: So ist es in der ersten Hälfte durchsetzt von drei von Francis Poulenc’s „Petites voix“-Liedern, seine fein vertonten Kindergedichte der belgischen Poetin Madeleine Ley, beeindruckend gesungen vom choreigenen Terzett mit Anna Schote (Sopran), Imke Constapel (Mezzosopran) und Luisa Braun (Alt).

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Beim „Spinnerlied“ gesellen sich noch Flöte (Tymofii Dei) und Horn (Shih Yi-Ling) dazu. Außergewöhnlich die erst vor drei Wochen uraufgeführte abstrakt-moderne Vokalkomposition von Iris ter Schiphorst „No Sir, we will not (für Greta)“ – der jungen schwedischen Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg gewidmet. Da wird gezischt, geflüstert, lautmalerisch intoniert, die Rhythmik oft gebrochen, verändert ...

Zum Abschluss gibt es noch zwei Gershwin-Klassiker, „S’wonderful“ und, fröhlich-beschwingt, „I got Rhythm“. Am Ende sechs Minuten langer, kräftiger Applaus mit Jubel. Danach geht es noch nach draußen auf den Kirchplatz. Vor dem Portal singt der Mädchenchor beim Umtrunk weitere vier Lieder. Ein schöner Liederabend, mit vielen berührenden und spannenden Momenten.

Von Christian Seibt

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