Konzert

Blackberry Smoke lassen im Capitol Dampf ab

Klasse-Liveband: Blackberry Smoke bei ihrem Auftritt im Capitol.

Klasse-Liveband: Blackberry Smoke bei ihrem Auftritt im Capitol.

Hannover. Es duftet nach Räucherstäbchen, denn dieser Name ist Programm – Blackberry Smoke dampfen. Und wie. Gut 900 Zuschauer sind ins Capitol gekommen um die Country-Rocker aus Atlanta zu genießen.

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Sänger und Leadgitarrist Charlie Starr beugt sich mit seiner Gitarre vornüber ins Publikum, er und seine vier Bandkollegen wissen, wie es geht und was ihre Fans sehen und hören wollen. Bassmann Richard Turner spielt den Coolen, wie er mit seinen langen, grauhaarigen Locken, dem dichten Truckerbart und seiner Easy-Rider-Gedächtnis-Sonnenbrille unantastbar auf der Bühne posiert.

Blackberry Smokes Musik erinnert in den besten Momenten an Tom Petty, John Mellencamp und an andere Kollegen aus Atlanta - Drivin ‘N Cryin‘ etwa. In ihren Halftime-Songs grooven sie wie Led Zeppelin, allerdings entschärft und sanfter, Grand Ole Opry statt London, Swinging Sixties. Lange Haare, Cowboy-Hüte und Wildlederjacken, auch optisch überzeugen Blackberry Smoke.

Das beachtliche Backdrop beeindruckt, ist aber echt eine Nummer zu groß fürs Capitol. Egal, vom Publikum gibt es zwischen den Titeln üppigen Beifall für ihren Classic Rock. Blackberry Smoke treffen genau den Punkt. Eine richtig gute Live-Band mit exzellentem Ruf, denn Starr und seine Bandkollegen Richard und Brit Turner (Schlagzeug), Paul Jackson (Gitarre) und Brandon Still (Keyboards) touren ohne Unterlass. Stolz paradieren sie ihre Gitarren (ES, SG und Telecaster), tauchen durch ihre scheinbar einfachen Songgebilde, sind locker und flockig, Festival- und Amphitheater-erprobt.

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Schöne Piano-Klänge bereichern klassische Pop-Variationen, dazu gibt’s Boogie-Woogie, und mit der Hammond-Orgel wird die John-Lord-Abteilung eröffnet. Ihre Session-Parts geraten gerne lang und genussvoll. „Come Together“ – die blanke, heisere und mittige Stimme von Charlie Starr huldigt den Beatles und klingt dabei wie Chris Robinson, Sänger der Black Crowes, noch so eine Band aus Atlanta, Georgia. Ein fruchtbarer Boden für genuine und druckvolle Gitarrenbands.

„This song is dedicated to...“, der Rest geht bedauerlicherweise unter, die Ansagen von Sänger Charlie sind zum Teil schwer zu verstehen, der Bandklang allerdings ist zweifelsohne. Über einen Akustik-Gitarren-Ausflug geht es an die Slide-Gitarre. Leider spielt Rhythmus-Gitarrist Paul kaum Soli. Er ist (vielleicht) der bessere Mann an den sechs Saiten.

Die Fans kennen die Songs, bejubeln Passagen, und Starr lobt Hannover als „beautiful city“. Ein prima Abend, nur etwas mehr Bewegung hätte der Performance gut getan.

Von Kai Schiering

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