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Trend Kryptowährungen: Was beeinflusst den Wert von Bitcoin und Co.?

Bitcoins sind schwankungsanfällig – Anleger müssen daher auch starke Kursverluste mit einkalkulieren.

Für die Wertentwicklung der Kryptowährung Bitcoin schien es nur einen Weg zu geben: steil nach oben. Das Kursfeuerwerk von Bitcoin und Co. an den Finanzmärkten zu beobachten war in den vergangenen Monaten faszinierend und erschreckend zugleich. Für die einen ist es die pure Zockerei abseits von Casinos, für die anderen ist es eines der Zukunftsinvestments schlechthin. Vor allem die Ereignisse im April und Mai haben aufhorchen lassen. Eine Studie versucht jetzt, Licht ins Dunkel zu bringen, wer oder was die Kurse so beeinflusst.

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Nach einer Rekordjagd von mehr als zwölf Monaten war der Kurs der Kryptowährung Bitcoin Mitte Mai massiv unter Druck geraten. Da gab es unter anderem Twitter-Meldungen vom Tesla-Gründer und Bitcoin-Fan Elon Musk und Meldungen der chinesischen Notenbank – alles zusammen war augenscheinlich zu viel für den Kryptomarkt.

Der Kurs brach massiv ein, es kam zu einem Crash, und der Bitcoin verlor in der Spitze innerhalb von wenigen Tagen seit dem Allzeithoch Mitte April gut 40 Prozent an Wert. Im gleichen Atemzug brach die Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen in zwei Wochen um fast eine Billion Dollar ein.

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Widersprüchliches Bild für Anleger

Für Anleger ergibt sich ein widersprüchliches Bild: Wer erst Anfang des Jahres in Bitcoin investiert hat, konnte nach dem Crash immer noch ein Plus von mehr als 35 Prozent verbuchen. Wer jedoch meinte, bei Kursen von mehr als 60.000 Dollar erstmals in die Kryptowährung zu investieren, hat seine Position nahezu halbiert. Das heißt: Der Kurs müsste sich vom aktuellen Niveau verdoppeln, bevor Anleger wieder ihre Kaufkurse im Depot sehen.

Doch welche Faktoren treiben oder beeinflussen eigentlich die Preise an den volatilen Kryptomärkten? Die Fondsgesellschaft Iconic Funds und die Cryptology Asset Group sind in einer Studie dieser Frage nachgegangen und haben die Kurstreiber von 25 wichtigen Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum oder Ripple untersucht.

Die Autoren der Studie, Philipp Rosenbach, Investmentbankinganalyst bei Alantra, und Robert Richter, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Frankfurt School Blockchain Center, haben 19 Faktoren definiert, die Kurse der Kryptowährungen treiben. Diese sind ihrer Ansicht nach in verschiedene Cluster einzuordnen – darunter die finanziellen Faktoren, die Entwicklungsaktivität der jeweiligen Kryptowährung, der Einfluss der sozialen Medien und die Nutzung eines Netzwerkes und dessen Größe.

Annähernd der gleiche Status wie Gold

Eine Sonderstellung hat demnach der Bitcoin. Er habe laut der Studie schon annähernd den gleichen Status wie Gold, da er wie das glänzende Edelmetall wegen seiner immanenten Knappheit ein wesentlicher Treiberfaktor für alle Kryptowährungen sei. Eine große Rolle spielte hier vor allem in der jüngsten Vergangenheit das sogenannten Halving, das die Preise regelmäßig massiv beeinflusst.

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Bei einem Halving wird der finanzielle Anreiz für das Generieren von Bitcoins, auch Mining oder Schürfen genannt, gesenkt. Dieses erfolgt, indem mithilfe einer großen Rechenleistung Computer bestimmte komplizierte Rechenprozesse lösen. Die entsprechende Belohnung für das Generieren von Bitcoins erfolgt in Form der digitalen Währung.

Beim Halving wird diese halbiert. Mitten in der Corona-Pandemie 2020 wurde die Belohnung von 12,5 auf 6,25 Bitcoins pro validiertem Block gesenkt. Es war insgesamt das dritte Halving überhaupt. Erstmals wurde die Belohnung am 28. November 2012 halbiert. Das zweite Halving erfolgte im Jahr 2016. Ein solches Ereignis hat eine große Bedeutung für die weitere Bitcoin-Entwicklung und den gesamten Kryptomarkt.

Anzahl der Käufer hat kaum Auswirkungen auf den Kurs

Erstaunlich ist dagegen, dass, so die Autoren weiter, die Zahl der Bitcoin-Nutzer oder -Käufer keine allzu großen Auswirkungen auf den Kurs hat. Ebenso überraschend ist, dass beim Bitcoin laut der Studie die Auswirkungen der sozialen Medien nicht erkennbar waren, während andere Kryptowährungen hiervon durchaus beeinflusst wurden. Erwähnt werden in diesem Zusammenhang Litecoin und Monero.

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Neben dem Bitcoin spielt auch die zweitgrößte Kryptowährung Ethereum eine größere Rolle in der Kryptowelt – auch wenn die im Unterschied zum Bitcoin ihren Wert nicht aus der Knappheit generiert, sondern aus dem Auf- und Ausbau eines offenen Netzwerks, auf dem möglichst viele Anwendungen laufen sollen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass jüngst die Investmentbank Goldman Sachs in einem Report geschrieben hat, Ethereum hätte große Chancen, den Bitcoin als dominierendes Wertaufbewahrungsmittel zu überholen. Was passierte anschließend? Der Kurs von Ethereum zog deutlich an. Das Phänomen, das beinahe täglich am Aktienmarkt zu beobachten ist, wird zunehmend auch den Alltag von Kryptobörsen beeinflussen. Bei Kryptowährungen dürften die prominenten Namen wie Bitcoin und Ethereum in absehbarer Zeit eine marktbestimmende Stellung halten.

Große Investmentbanken wie Goldman Sachs und JP Morgan arbeiten jedenfalls bereits intensiv im Bereich der Kryptogeldanlagen, da immer mehr Kunden dort investieren wollen. In Deutschland beispielsweise können Anleger mit Zertifikateprodukten der Schweizer Bank Vontobel sehr einfach auf die Entwicklung der Bitcoin-Notierungen spekulieren, ohne einen Bitcoin zu kaufen.

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