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Silvester und das Verbot

Silvesterfeuerwerk bei einem Musterschießen (Symbolbild). Die Feuerwerksbranche rechnet damit, dass in diesem Jahr viele Menschen etwas nachholen wollen.

Silvesterfeuerwerk bei einem Musterschießen (Symbolbild). Die Feuerwerksbranche rechnet damit, dass in diesem Jahr viele Menschen etwas nachholen wollen.

Liebe Leserinnen und Leser,

sind Sie schon in Festtagsstimmung? Zum Endspurt vor Heiligabend wird es für viele noch mal ordentlich stressig. Plätzchen müssen gebacken, das Weihnachtsessen vorbereitet und die letzten Geschenke besorgt werden. Doch das alles fällt hoffentlich ab, wenn Heiligabend die Lichter im Baum funkeln und es endlich besinnlich wird.

Weniger besinnlich, dafür aber mit mehr Spektakel dürfte Silvester in diesem Jahr ausfallen. Denn erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie gibt es keine flächendeckenden Feuerwerksverbote mehr. Der Bundesverband für Pyrotechnik rechnet damit, dass viele Menschen wieder Lust auf Raketen, Böller und andere Knaller haben. „Da ist der Wunsch, etwas nachzuholen“, sagt der Vorsitzende Ingo Schubert. Zwar hofft der Verband auf gute Umsätze, dämpft allerdings die Erwartungen etwas. Inflation und sonstige Preissteigerungen könnten dafür sorgen, dass der Umsatz eher auf dem Niveau wie vor der Corona-Krise bleibe statt zu wachsen, so Schubert.

Gegen die Sorgen in Krisenzeiten

Inflation und gestiegene Kosten machen natürlich auch vor der Pyrobranche nicht Halt. Und obwohl die Verbraucherstimmung zuletzt anstieg, ist sie immer noch getrübt. Das dürfte man auch an Silvester merken. Eine ganz andere Frage ist natürlich, ob man die Knallerei aus anderen Gründen ausfallen lässt. Denn die Rufe nach einem Verbot privater Feuerwerke werden immer lauter. Neben Umwelt- und Tierschützenden befürwortet das auch die Polizeigewerkschaft (GdP).

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund spricht sich allerdings dagegen aus. „Wir plädieren dafür, die Entscheidung vor Ort in den Kommunen treffen zu lassen und an die Vernunft der Bürgerinnen und Bürger zu appellieren“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg. Es sei auch zu bedenken, dass gerade in Krisenzeiten viele Menschen an Silvester feiern möchten, um einen Moment ihre Sorgen zu vergessen. „Nicht Verbote, sondern Überzeugungen sind der richtige Weg“, sagte er.

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Ihr Ansgar Nehls und Ihre Johanna Apel

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Tipp(s) der Woche

Statt einem Tipp gibt es in dieser Woche gleich mehrere Tipps der Woche. Alexander Rudow hat ein ganzes Buch darüber geschrieben. Im aktuellen Winter zwischen Energiekrise und Inflation macht sich das gut, gedacht sei es aber eher als langfristige Hilfe, sagt Rudow im Interview mit Heidi Becker.

„Ich habe mich schon viel mit der Frage beschäftigt, was man eigentlich zum Leben braucht, um glücklich und zufrieden zu sein. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass wir viel zu viel verschwenden – zum Beispiel Energie“, sagt Rudow. Seine Tipps reichen von Ratschlägen an Familien, die am besten nacheinander duschen sollten, damit das Wasser nicht immer einzeln aufgeheizt werden müsse, bis zur Nutzung von Bildschirmschoner.

 

Zahlen, bitte!

Kennen Sie die „mobile Briefmarke“ der Post? Wer keine mehr zu Hause hat und noch schnell den Brief einwerfen will, kann ihn seit rund zwei Jahren auch per App frankieren. Die Marke wird dann nicht aufgeklebt, sondern einfach als Code aus Buchstaben und Zahlen rechts oben in die Ecke geschrieben – dorthin, wo sonst die echte Briefmarke klebt.

Die Lösung ist für das deutsche Digitalschneckentempo bemerkenswert bequem. Die Marken unterschieden sich im Vergleich zu echten immer nur dadurch, dass sie nur 14 Tage gültig waren. Wer also mehrere auf einen Schlag kaufte, musste sie stets zügig verwenden. Dagegen haben Verbraucherschützende geklagt – und gewonnen. Die Post geht noch in Berufung. Wird dort aber auch gegen sie entschieden, werden auch die digitalen Briefmarken ihre Gültigkeit ausdehnen.

Macht es recht einfach, eine Briefmarke online zu kaufen: die App der Post.

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Gut zu wissen

 

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Die gute Nachricht

Die deutsche Wirtschaft schöpft zum Weihnachtsfest Hoffnung“, sagte kürzlich der Ifo-Präsident Clemens Fuest. Ein Satz, der in der aktuellen Krisenstimmung schon bemerkenswert ist. Denn die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Dezember tatsächlich zum dritten Mal in Folge verbessert. Das Ifo-Geschäftsklima stieg zum Vormonat um 2,2 Punkte auf 88,6 Zähler, teilte das Ifo-Institut mit. Sowohl die aktuelle Lage als auch die Erwartungen hellten sich auf.

Ökonominnen und Ökonomen würdigten die bessere Stimmung, warnten jedoch auch vor zu großer Zuversicht. Das Geschäftsklima deute noch immer auf eine Rezession hin, also eine wirtschaftliche Schrumpfung, sagte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP-Bank. „Doch wenn man bedenkt, welche Horrorszenarien bis vor Kurzem noch im Raum standen, endet das Jahr glimpflich.“

 

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