Neue Technologie, neue Begriffe

Von A wie AVAS bis Z wie Zahl: Wissenswertes aus dem E-Auto-Wörterbuch

Neue Energie zapfen: Wer das zu Hause schnell und sicher machen will, kann sich eine Wallbox montieren lassen.

Tanken aus der Steckdose: Wer ein E-Auto fährt, sollte sich eine Wallbox fürs Aufladen zu Hause zulegen.

Neue Technik, neues Vokabular: Auch die Elektromobilität hat ihre eigene Terminologie. Manche Begriffe klingen vertraut, bedeuten aber etwas anderes als gewohnt – andere sind gänzlich neu. Hier ein Blick von A bis Z auf Wissenswertes in Sachen E-Mobilität.

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A wie AVAS

Für alle neu zugelassenen elektrifizierten Autos gilt seit 1. Juli 2021 eine EU-Verordnung, nach der alle neuen Elektroautos, Hybrid-Pkw oder auch Wasserstofffahrzeuge über ein akustisches Warnsystem verfügen müssen.

„Die künstlichen Töne sollen vor allem sehbeeinträchtigte Menschen, aber auch Fußgänger und Radfahrer schützen, die E-Autos überhören könnten“, sagt Matthias Vogt vom ADAC. Bei Geschwindigkeiten bis 20 km/h und beim Rückwärtsfahren wird das AVAS (Acoustic Vehicle Alerting System) automatisch aktiviert. Die Geräuschkulisse soll dabei ein fahrendes Auto simulieren. Aus Sicherheitsgründen darf das AVAS nicht ausgeschaltet werden.

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B wie Batterie

„Die Batterie ist ein Hochvoltenergiespeicher und neben dem Elektromotor das Herzstück eines Elektrofahrzeugs“, sagt Vincenzo Lucà vom TÜV Süd. Bei der Batterie werden einzelne Lithium-Ionen-Zellen zu Modulen und diese dann zu Packs zusammengefasst, welche meist möglichst tief im Fahrzeugboden eingebaut werden. Ein Batteriemanagementsystem überwacht die einzelnen Zellen und verhindert dadurch zum Beispiel Überladen.

C wie CCS-Charger

Die Abkürzung CCS steht für Combined Charging System. CCS ist ein Schnellladesystem mit Ladeleistungen von bis zu 350 kW. Der Typ-2-Stecker fürs Wechselstromladen wurde bei CCS um zwei zusätzliche Kontakte für die Gleichstromladung erweitert.

Ein Auto mit CCS-Ladebuchse lässt sich also sowohl über Gleich- als auch Wechselstrom laden. Bei den meisten E-Autos ist die Schnellladefunktion Serienausstattung, teilweise kostet sie jedoch. Der ADAC rät dazu, diese Option unbedingt zu bestellen, da die Einsatzflexibilität eines E-Autos damit maßgeblich erhöht und ein E-Auto ohne Schnellladefunktion im Wiederverkauf schwierig sein wird.

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D wie doppelter Boden

In fast allen E-Autos wird die Batterie in einer Art doppeltem Boden verbaut. „Dort kann sie am besten geschützt werden, das Gewicht ist gleichmäßig verteilt, und sie nimmt auch am wenigsten Platz weg“, sagt Gerrit Reichel vom Automobil-Club Verkehr (ACV). Von außen sichtbar ist der doppelte Boden mit dem Batteriesystem dann meist nur durch dicke Schweller.

Integriert wird in den Boden in der Regel auch noch ein Klimatisierungssystem für den Hochvoltspeicher.

E wie E-Kennzeichen

Das E am Ende eines Kfz-Kennzeichens darf nur von Elektrofahrzeugen (batterieelektrisch und Brennstoffzelle) oder Plug-in-Hybriden (PHEV) genutzt werden und ist nicht verpflichtend. Je nach Gemeinde können Nutzer damit auch Busspuren befahren, vergünstigt oder kostenlos parken oder in Zonen einfahren, die für konventionelle Fahrzeuge zufahrtsbeschränkt oder mit Fahrverboten belegt sind, so der TÜV Süd.

F wie Frunk

Die Wortschöpfung Frunk setzt sich aus „Front“ und „Trunk“ (Kofferraum) zusammen und meint den zusätzlichen Stauraum vorne, den manche reine E-Autos haben. Denn die notwendige Technik ist viel kompakter als die von Verbrennern.

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G wie Geld vom Staat

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bezuschusst die Anschaffung von Elektroautos in ganz Deutschland bis Ende 2025 mit dem Umweltbonus. Inklusive Investitionskostenzuschuss erhalten Käufer je nach Listenpreis aktuell noch bis zu 6000 Euro.

Hinzu kommt der Anteil der Hersteller. Die Förderung für Plug-in-Hybride hingegen wird auslaufen. Daneben gibt es dem Bundesverband eMobilität (BEM) zufolge bundesweit über 100 staatliche Förderprogramme, die sich je nach Region, Förderobjekt und Antragsteller unterscheiden.

H wie Hybrid

Ein Fahrzeug, das zwei Antriebskonzepte kombiniert, um die Vorteile der verschiedenen Technologien zu vereinen wird als Hybrid bezeichnet. Kombiniert werden meist Verbrenner wie Benziner/Diesel und ein batterieelektrischer Antrieb.

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I wie Inspektion

Auch E-Autos müssen regelmäßig geprüft werden und wie konventionelle Pkw zur Inspektion. Der Vorteil: „Besonders teure Posten wie etwa der Ölwechsel fallen nicht an“, sagt ACV-Mann Reichel. Auch der Bremsenverschleiß sei geringer, was die Kosten gegenüber einem vergleichbaren Verbrenner um rund ein Drittel drücke.

J wie Jahreszeit

Die Jahreszeit spielt bei E-Autos eine große Rolle, wenn es um den Verbrauch geht. So weist der ADAC darauf hin, dass die Reichweite eines Stromers im Winter bis zu 30 Prozent oder im Extremfall auch noch geringer ist. Im Normalfall verbraucht ein Stromauto der Kompaktklasse rund 15 bis 18 kWh pro 100 Kilometer.

Im Winter sorgen niedrige Temperaturen für einen geringeren Innenwiderstand der Batterie, wodurch weniger Energie im Speicher verfügbar ist. Zudem ist der Stromverbrauch durch Verbraucher wie die Heizung höher.

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K wie Kilowattstunde

Die Kilowattstunde (kWh) ist Maßeinheit für die Energie eines E-Autos. Die meisten Stromer haben Kapazitäten zwischen 30 und 60 Kilowattstunden, größere Modelle auch bis zu 100 kWh. Während bei Verbrennungsmotoren der Verbrauch in Litern pro 100 Kilometern gemessen wird, sind es bei E-Autos üblicherweise Kilowattstunden pro 100 Kilometern (kWh/100 km).

L wie Ladekabel

Ohne Ladekabel kein Strom im Auto, entsprechend wichtig ist das Ladekabel. Das gibt es in unterschiedlichen Längen, glatt und spiralförmig sowie mit verschiedenen Querschnitten, die die maximale Ladeleistung beeinflussen. Da die meisten öffentlichen Ladesäulen nicht über integrierte Ladekabel verfügen, rät der ACV dazu, immer ein Ladekabel sowie passende Adapter an Bord zu haben.

M wie Memory-Effekt

Wer einen Akku häufig auflädt, obwohl er noch nicht leer ist, schadet ihm. Dieser Effekt wird als Memory-Effekt bezeichnet. Die Lithium-Ionen-Akkus in modernen E-Autos sind davon allerdings nicht betroffen. Trotzdem verschleißen sie über die Zeit, weshalb ein pfleglicher Umgang ratsam ist. „Eher selten schnell laden, extreme Ladezustände möglichst vermeiden und starke Kälte oder Hitze scheuen“, rät Gerrit Reichel, um die Lebensdauer der Hochvoltbatterie zu verlängern.

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N wie Notladekabel

Unter einem Notladekabel für ein E-Auto wird in der Regel ein Stromanschluss für den Hausstrom bezeichnet. Ist keine Wallbox oder ein anderer Ladepunkt verfügbar, kann mit diesem Kabel an jeder 230-Volt-Steckdose Strom nachgeladen werden. Das dauert zwar sehr lang, schont aber auch den Akku. Anders als eine Wallbox kommuniziert die Haushaltssteckdose allerdings nicht mit dem E-Auto.

O wie One Pedal Driving

Einige E-Autos können in vielen Situationen mit einem Fuß und allein über das Fahrpedal gefahren werden, auch als „One Pedal Driving“ bezeichnet. „Wird das Fahrpedal getreten, fährt das Auto, lässt man es los, verzögert der Wagen deutlich, anstatt auszurollen, wie man es von einem Verbrenner kennt“, sagt Matthias Vogt vom ADAC. Die Bremswirkung erfolgt hierbei nicht durch die Bremse, sondern durch den Elektromotor, der zum Stromgenerator wird. Dieser Effekt der Energierückgewinnung wird Rekuperation genannt.

P wie Parkplätze für E-Autos

Auf Basis des Elektromobilitätsgesetztes haben Kommunen die Möglichkeit, E-Autos rechtssicher zu bevorzugen, beispielsweise beim Parken oder bei der Nutzung von öffentlichen Straßen oder Wegen. So müssen beispielsweise E-Autos in vielen Städten und Kommunen keine Gebühren auf öffentlichen Parkplätzen bezahlen. Zudem können E-Autos in vielen Kommunen auch zeitlich begrenzt an den Ladepunkten parken – auch ohne dabei Strom zu tanken.

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Q wie (THG)-Quote

Besitzer eines E-Autos können daher seit Anfang 2022 die durch ihr E-Auto eingesparte CO₂-Emissionen über eine Pauschale vermarkten. Autofahrer können laut ADAC über die sogenannte THG-Quote (Treibhausgasminderungsquote) etwa zwischen 250 bis 350 Euro „dazuverdienen“. Die komplette Abwicklung übernehmen Zwischenhändler, für die Anmeldung ist nur der Kfz-Schein notwendig.

R wie Rekuperation

Unter Rekuperation versteht man die Fähigkeit von E-Fahrzeugen, Energie beim Verzögern zurückzugewinnen und wieder in die Batterie einzuspeisen. Beim Loslassen des „Gaspedals“ schiebt die Bewegungsenergie hierbei den Elektromotor an, der so praktisch zum Generator wird, wie der TÜV Süd erklärt.

S wie Schnellladen

Schnell laden und schnell weiterfahren. Durch Schnellladesäulen werden E-Autos langstreckentauglich. Denn diese ermöglichen laut TÜV Süd Ladeleistungen von aktuell bis zu 350 Kilowatt. Zum Vergleich: Eine Haushaltssteckdose schafft circa 3,5 kW und die heimische Wallbox in der Garage in der Regel elf oder 22 kW. Voraussetzung fürs Schnelladen ist allerdings, dass das Fahrzeug auch technologisch dafür ausgelegt ist.

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T wie Typ 2

Der Typ-2- oder „Mennekes“-Stecker ist der Standardstecker für E-Autos und Plug-in-Hybride in Europa. Dem ACV zufolge sind nahezu alle öffentlichen Normalladesäulen mit ihm ausgestattet. Für das Schnellladen hat sich in Europa der CCS oder Combo-Stecker durchgesetzt. Der einphasige Typ-1-Stecker ist nur bei einigen älteren Fahrzeugen zu finden. Auch das japanische Schnellladesystem CHAdeMO ist nicht sehr verbreitet.

U wie Updates

E-Autos werden mehr und mehr zu rollenden Computern. Deswegen werden viele Servicearbeiten auch über Softwareupdates erledigt. Immer häufiger muss das Auto dazu nicht einmal in die Werkstatt. Über sogenannte Over-the-Air-Updates werden dann beispielsweise neue Features aufgespielt oder Fehler behoben. Das geht oft auch über die eingebaute Mobilfunkverbindung.

V wie Versicherung

Wer mit einem E-Autos unterwegs ist, sollte darauf achten, dass die Versicherung auch entsprechende Schäden abdeckt. „Tarife ohne Summenbegrenzungen bei Tierbiss, Kurzschluss, Akkuschäden und Entsorgungskosten bieten hier die größte finanzielle Sicherheit“, sagt Peter Bieger. „Eine Allgefahrendeckung und ein Verzicht auf den Abzug neu für alt – auch für den Akku – ergänzt die Herstellergarantie ideal“, so der Versicherungsexperte für E-Autos.

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W wie Wallbox

Die Wallbox ist eine heimische Wandladestation, sozusagen eine Ladesäule für die eigene Garage. Sie verbindet das E-Auto mit dem Stromnetz, sorgt für die richtige Stromstärke und kommuniziert mit der Fahrzeugelektronik. „Das Laden mit einer Wallbox ist effizienter, sicherer und schneller als an der normalen Schuko-Steckdose“, sagt Gerrit Reichel. Im Idealfall wird sie mit Solarstrom vom Dach gespeist.

X wie X(Cross)-ing

Aktuell wird bei der E-Mobilität noch vor allem über Autos, Akkugrößen und Reichweite geredet. In Zukunft aber geht es viel mehr um die Infrastruktur, das Stromnetz. So lautet zumindest die Prognose der Denkfabrik Zukunftsinstitut, die hier von Cross-Innovationen durch Elektrofahrzeuge spricht.

Dann gibt es zum Beispiel intelligente spontane Auflademöglichkeiten „On-the-fly“ und vieles mehr. Und die Autos oder Fortbewegungsmittel gleiten autonom auf ihren Routen entlang.

Y wie Model Y

Das Model Y ist das jüngste Model von Tesla, dem Pionier in Sachen Elektromobilität. Das Model Y soll in dem neuen Werk bei Berlin gefertigt werden und dem ADAC zufolge dann als Mittelklasse-SUV mit Fahrzeugen wie dem Audi Q4 e-tron oder dem BMW iX3 konkurrieren.

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Z wie Zahlen zur E-Mobilität

Die Bundesregierung will bis 2030 mindestens 15 Millionen vollelektrische Pkw auf die Straße bringen. Aktuell sind es rund 650.000. In der gleichen Zeit sollen eine Million öffentliche Ladepunkte entstehen.

RND/dpa

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