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Von Deichen und Wölfen

Michael B. Berger

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Aus meinem Papierkorb: Von Deichen und Wölfen

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Nein, also Schaf auf einem norddeutschen Deich möchte man nun wahrlich nicht sein. Gutes Gras zwar, aber immer in Hanglage. Dazu noch schlechte Zukunftsaussichten. Denn dann und wann kommt ein Wolf vorbei und benimmt sich wie Putin in der Herde. Und vom Bundesumweltministerium wächst auch nichts Rettendes. Denn es ist in Europa zwar möglich, „präventiv“ in die Ukraine einzumarschieren, um eine vermeintliche Aggression abzuwehren (Methode Putin) aber keineswegs möglich, Wölfe auf dem Deich präventiv zu bejagen, weil der Wolf nun eben eine sehr geschützte Art sei, erklärte unlängst ein hohes Tier aus dem Ministerium. Das unterscheidet den Wolf vom Lamm. Heutzutage.

Dann doch lieber Heideblütenköniginnen charmieren

Aber noch höhere Zäune könne man auch nicht bauen. Deshalb überlege man jetzt, ob man nicht an den Schafen Halsbänder mit Peilsendern anbringen könne, sodass der Schäfer schnell wisse, wann Panik in der Herde sei. Nunja. Wollte man nicht auch unlängst Peilsender an Wölfen anbringen? Vertrackte Lage. Bleiben wir dabei: Man möchte kein Schaf in Niedersachsen sein.

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Dann schon lieber Heideblütenkönigin. In Amelinghausen. Oder Apfelkönigin im Alten Land. Oder Erdbeerkönigin in Meinbrexen. Wie der Harz voller Hexen so ist ganz Niedersachsen voller Königinnen, die Produktwerbung der besonderen Art treiben und dafür noch nicht einmal auf einem Besen reiten müssen. Reizvoll erscheint auch der Job der Kornkönigin, für den man aber mindestens einen Doppelkorn vertragen sollte. Da die SPD ziemlich frei von aristokratischen Gestalten ist (auch wenn Saskia Esken nach drei bis vier Doppelkorn gelegentlich an die junge Queen Mum erinnert) ist Niedersachsens Premierminister Stephan Weil immer ziemlich hochgestimmt, wenn er einmal im Jahr zum Königinnenempfang ins Gästehaus der Landesregierung einladen kann. Zumal Weil sich pudelwohl fühlt, wenn er Königinnen charmiert und dabei als einfacher, Bier trinkender Landesregent selbst ein wenig hofiert wird. So spielt halt eins ins Andere...

Eine echte Helikoptermutter

Wie jetzt den Übergang finden zu Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht, die wir früher nichtsahnend als „Mutter der Kompanie“ tituliert hätten? Doch zählt Lambrecht, die ihren volljährigen Sohn Alexander zu Ostern im Regierungshubschrauber nach Sylt ausflog, wohl eher zu den Helikopter Parents, wie die Engländer sagen. Zu den Helikoptereltern. So nennt der Volksmund überfürsorgliche Erziehungsberechtigte, die sich ständig in der Nähe ihrer Kinder aufhalten, um diese zu behüten und zu überwachen. Mutter Lambrecht hingegen lud selbst ein zum Rundflug über Nordfriesland und hat sich zweifellos mit diesem fürsorglichen Akt ein echtes Ei ins Osternest gelegt.

So, das wär’s. Aber haben wir heute schon über weitere Waffenlieferungen an die Ukraine nachgedacht? Da gehe jeder heldenhaft in sich. Also Panzerhaubitzen sind geordert, Panzerfäuste bereits da. Wie wäre es mit ein paar ausgemusterten Tornados? Oder vielleicht eines der teuersten Objekte der Deutschen Marine, die Gorch Fock? Das wäre mal ein Akzent, nachdem die „Moskwa“ versenkt wurde....

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