A2-Sanierung im Rekordtempo – Vollsperrung ab Kreuz Buchholz
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Wird im Mai erneuert: Ein Abschnitt auf der A2 ab Kreuz Buchholz
© Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Hannover. Ein paar Kilometer fahren, Baustelle, schließlich: Stau. Danach erneut einige Kilometer fahren, wieder eine Baustelle, wieder Stau - und die Baustellen bleiben oft über Wochen. Viele Autofahrer dürften das kennen, vor allem von staugeplagten Autobahnen wie der A2 oder der A7. Dazu kommen schwere Unfälle. Die A2 in Niedersachsen ist seit langem ein Sorgenkind. Manchmal werde sie als „Horror-Autobahn“ bezeichnet, sagte Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) am Donnerstag. Nun soll ein fast 3,7 Kilometer langes Teilstück der A2 eine neue Asphaltdecke erhalten: Aber diesmal in nur 88 Stunden statt mehreren Wochen.
Das Bauprojekt
Die A2 sei eine der meistbefahrenen Autobahnen Deutschlands, sagte Althusmann. Täglich seien dort im Raum Hannover bis zu 125 000 Fahrzeuge unterwegs. Seit zwei Jahren versuche man, Arbeiten auf Baustellen zu beschleunigen. Erstmals werde das neue Verfahren nun angewandt: So soll das Teilstück zwischen dem Kreuz Hannover-Buchholz und der Überführung L 381 in Richtung Dortmund in kürzester Zeit offenporigen und besonders geräuscharmen Asphalt erhalten. Dazu werde rund um die Uhr gebaut - nachts solle der alte Asphalt abgefräst, tagsüber der neue Asphalt aufgetragen werden.
Die Fahrbahn in Richtung Dortmund werde auf dem Teilstück am langen Himmelfahrtswochenende, also vom 20. Mai um 20.00 Uhr bis zum 24. Mai um 12.00 Uhr, gesperrt, sagte A2-Koordinatorin Kirsten Hauk. Auf den ausgewiesenen Umleitungen werde es keine Baustellen geben. Bei schlechtem Wetter werde alles aufs Pfingstwochenende verschoben. Die Bauarbeiten sollen 88 Stunden dauern - normal wären sechs Wochen.
Technische Details und Kosten
Der Asphalt solle auf einer Fläche von 53.000 Quadratmetern erneuert werden - einschließlich Standstreifen, sagte Hauk, die seit Anfang 2017 für die 170 Kilometer lange Ost-West-Verbindung durch Niedersachsen zuständig ist. Zu Himmelfahrt gebe es üblicherweise 20 Prozent weniger Verkehr, beim Schwerlastverkehr sei es 38 Prozent weniger. Am Pfingstwochenende gehe der Verkehr um 14 Prozent zurück - der Schwerlastverkehr um 75 Prozent. Zwar dürfte angesichts der Lockerungen in der Corona-Krise im „Tourismusland Niedersachsen“ der Verkehr zunehmen, sagte Althusmann. Doch das derzeit geringere Verkehrsaufkommen „spielt uns in die Karten“, sagte Hauk.
Bei Standardbauweise führe ein Fahrstreifen durch die Baustelle, das sei hier nicht nötig. Damit gebe es keine Fuge im neuen Asphalt, auch Trennwände zwischen Fahrspur und Baustelle entfielen - die Kosten seien um 40 Prozent geringer. Überschreite der Generalunternehmer die vereinbarte Bauzeit, drohten Vertragsstrafen. Die Gesamtkosten lägen bei rund 1,9 Millionen Euro. Bauen bei Vollsperrung sei nur bei einem leistungsfähigen Umleitungsnetz möglich. Ein vergleichbarer Fall sei die A3 in Nordrhein-Westfalen.
Die Umleitungen
Während der 88-stündigen Bauzeit wird der Schwerverkehr den Angaben zufolge über die A7 bis Mellendorf umgeleitet, von dort müssen die Lastwagen zurück über die A7 und dann über die A352 zur A2. Personenwagen werden über den Südschnellweg in Hannover und die Bundesstraße 65 bis Bad Nenndorf umgeleitet.
Unfallzahlen
Ohnehin habe „kluges Baustellenmanagement“ die Unfallzahlen gesenkt, sagte Althusmann. Die Zahl der Unfälle auf der A2 sei im vergangenen Jahr um 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Neun Menschen seien im vergangenen Jahr gestorben - nach 62 ein Jahr zuvor. Ab Januar 2021 werde der Bund zuständig sein für den Betrieb der Autobahnen - das Bauprojekt auf der A2 solle eine „Blaupause“ für die Autobahn GmbH des Bundes sein.
Von RND/lni