Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Politiker fordern Ausgleich auch in Deutschland

Feiertage nachholen? Wie das in anderen Ländern funktioniert

In rund 85 Ländern der Welt – darunter Großbritannien, Spanien und Australien – werden Feiertage nachgeholt, wenn sie auf ein Wochenende fallen.

Die Weihnachtsfeiertage an einem Wochenende, Neujahr am Samstag und der Tag der Arbeit an einem Sonntag – im letzten und in diesem Jahr fallen besonders viele Feiertage auf das Wochenende. Für Berufstätige ist das eine schlechte Nachricht – sie haben einen Feiertag weniger. Deshalb ist eine Diskussion darüber entbrannt, ob solche entgangenen freien Tage künftig nachgeholt werden sollten. Einige Politikerinnen und Politiker von Grünen und Linke sind beispielsweise dafür.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Tag der Arbeit an einem Sonntag: Sollten Feiertage nachgeholt werden?

Weil der 1. Mai in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt, werden vonseiten der Linken und Grünen Stimmen laut, die Feiertage künftig nachzuholen.

Weltweit 85 Länder holen Feiertage nach

Neu ist die Debatte nicht. Schon 2018 forderte die Linksfraktion im Bundestag in einem Antrag, Feiertage nachzuholen, wenn diese auf ein Wochenende fallen. Begründet wird die Forderung damit, dass die gesetzlichen Feiertage für die Erholung gebraucht werden und „in erheblichem Maß zur Stressreduzierung, zum Wohlbefinden und zur Reproduktion der Arbeitskraft“ beitragen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Laut dem Antrag gibt es solche Regelungen zum Nachholen von Feiertagen weltweit bereits in 85 Ländern. Dazu zählen auch mehrere Länder innerhalb der Europäischen Union. Wie und wann genau die Feiertage nachgeholt werden, dafür gibt es jedoch ganz unterschiedliche Regelungen. Einige Beispiele:

  • In Großbritannien, Irland, Spanien und Australien werden Feiertage, die auf ein Wochenende fallen, am darauffolgenden Werktag nachgeholt. Ausgenommen sind Feiertage, die immer auf einem Sonntag liegen, etwa der Ostersonntag.
  • In Luxemburg muss innerhalb von drei Monaten ein freier Ersatztag für den „ausgefallenen“ Feiertag angeboten werden.
  • In Belgien können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer selbst einen Ersatztag wählen oder der Arbeitgeber kann kollektiv für alle einen freien Tag bestimmen – zum Beispiel einen günstigen Brückentag.
  • In Italien werden Feiertage zwar nicht nachgeholt, Beschäftigte erhalten aber einen Lohnausgleich, wenn ein Feiertag auf ein Wochenende fällt.

Eine YouGov-Umfrage ergab 2021, dass die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland dafür wäre, bundesweite Feiertage, sofern sie auf ein Wochenende fallen, am darauffolgenden Montag als freie Tage nachzuholen. Rund ein Drittel der Befragten in Deutschland stand dem Vorschlag eher ablehnend gegenüber. Fünf Jahre zuvor kam eine YouGov-Umfrage noch zu dem Ergebnis, dass knapp mehr als die Hälfte der Deutschen ab 18 Jahren es wenig sinnvoll fände, diese Nachholregelung auch in Deutschland einzuführen.

Laut einem Pro und Kontra des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) bringt IW-Arbeitszeitexperte Christoph Schröder die internationale Wettbewerbsfähigkeit gegen eine solche Regelung als Argument in Stellung: „Deutschland weist in der EU die kürzeste Jahresarbeitszeit auf und hat gleichzeitig zusammen mit Dänemark die meisten Frei-Tage. Und Belgien, Luxemburg und das Vereinigte Königreich kommen selbst mit den Nachholfeiertagen auf keine höheren Werte als Deutschland. Lediglich Spanien liegt mit 14 Feiertagen weit vorn, kommt aber auf lediglich 22 Urlaubstage.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

RND/dpa/kau

Mehr aus Beruf & Bildung

Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.