Ausbildung als SHK-Anlagenmechanikerin

Erst Uni, jetzt Baustelle: Warum eine junge Akademikerin nun Handwerkerin wird

Die 23-jährige Antonella Menrath aus Baden-Württemberg steht im dritten Jahr ihrer Ausbildung als Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.

Die 23-jährige Antonella Menrath aus Baden-Württemberg steht im dritten Jahr ihrer Ausbildung als Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.

Die Zukunft des Klimawandels mitgestalten: Das machen Anlagenmechanikerinnen und Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK). Sie installieren zum Beispiel in Gebäuden klimafreundliche Heizanlagen. Dazu zählen Solaranlagen, Wärmepumpen und Pelletheizungen. Somit hilft dieser Handwerksberuf, Energie und Kohlendioxid zu sparen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die 23-jährige Antonella Menrath aus Baden-Württemberg steht im dritten Jahr ihrer Ausbildung als Anlagenmechanikerin SHK. Sie ist froh, dieses Handwerk zu erlernen: „Der Beruf macht mir viel Spaß!“

Nach ihrem Abitur hat Menrath zuerst Spanisch und Wirtschaft studiert. Mit dieser Fächerkombination wollte sie eigentlich Lehrerin werden. „Aber dann kam die Corona-Pandemie und ich saß den ganzen Tag vor dem Laptop und hatte digitale Lehrveranstaltungen. Das war absolut nichts für mich.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Umorientieren nach dem Bachelor

Antonella Menrath hat zwar noch ihren Bachelorabschluss gemacht, orientierte sich dann aber um: „Ich wollte eine praxisnahe Ausbildung.“ Da ihr Vater selbst den Beruf des Gas- und Wasserinstallateurs gelernt hat und seit Jahrzehnten ein großes Unternehmen in dieser Branche leitet, schaute sich die junge Akademikerin diesen Beruf genauer an. Schließlich entschied sie sich dann für ihre Ausbildung.

Immer mehr Unternehmen gewähren ihren Mitarbeitenden mehr Flexibilität bei der Planung von Arbeitszeiten und Deadlines. (Symbolbild)

Warum sich immer mehr Unternehmen von der klassischen Fünftagewoche verabschieden

Ob Vier-Tage-Woche oder Workations: Immer mehr Unternehmen bieten ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit flexibel zu gestalten.

Die Gründe dafür kann sie klar benennen: „Wir arbeiten mit dem wichtigsten Lebensmittel, das es gibt: dem Wasser. Außerdem gibt es gerade beim Thema Heizen ständig Innovationen auf dem Markt.“ Sie überzeugte, dass dieser Beruf systemrelevant und sicher ist. „Ich habe super Weiterbildungsmöglichkeiten und verdiene gutes Geld.“ Dass Menrath in einem Beruf arbeitet, in dem nur wenige Frauen tätig sind, stört sie nicht: „Nach einem Tag auf der Baustelle vergesse ich, dass ich die einzige Frau bin.“

Viel Praxis, aber auch Theorie

Die Umstellung vom wissenschaftlichen Studium zur praktischen Ausbildung fiel Antonella Menrath leichter, als sie dachte. „Toll ist, dass ich schon als Auszubildende meine eigenen Projekte habe. So kann ich auf Großbaustellen bereits selbst Rohre für Lüftungen, Heizungen, Wasser oder Abwasser verlegen.“ Beim Kundendienst ist sie dagegen mit anderen Kollegen und Kolleginnen unterwegs und arbeitet weniger selbstständig. „Die Kollegen haben mehr Erfahrungen mit den verschiedenen Anlagen. Die braucht man auch, um Störungen beheben zu können.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die junge Frau wechselt alle paar Wochen zwischen dem Einsatz im Betrieb und dem Besuch der Berufsschule. Dort hat sie neben Fächern wie Deutsch, Englisch und Mathe auch Wirtschaft, Berufstheorie und Werkstoffkunde.

„Wir sind die Energiewender!“

Der Vorsitzende des Fachverbandes Sanitär-Heizung-Klima Baden-Württemberg, Joachim Butz, betont, wie entscheidend für die Energiewende der Beruf des Anlagenmechanikers und der Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik ist: „Wir sind die Energiewender! Denn wir installieren innovative Heizsysteme wie etwa Solaranlagen und Wärmepumpen und warten sie. Außerdem bauen wir moderne und generationengerechte Badezimmer. So sorgen wir dafür, dass Menschen auch noch im hohen Alter in den eigenen vier Wänden wohnen können.“

Klima-Check

Erhalten Sie den Newsletter mit den wichtigsten News und Hintergründen rund um den Klimawandel – jeden Freitag neu.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Butz, Inhaber eines eigenen Meisterbetriebs in Pforzheim, erklärt, wie modern heute die Heizungs- und Sanitärtechnik ist: „Mit einer App kann man die Warmwasserversorgung genauso steuern wie die Heizung.“ Auch die Arbeit sei modern: „Anlagenmechaniker sind heute mit Tablets ausgestattet und können mit Hilfe von Apps Störungen beheben.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Bedarf an Anlagenmechanikerinnen SHK steigt

Voraussetzung für den Beruf sind handwerkliches Geschick und technisches Vorstellungsvermögen. „Alles andere kann man lernen“, betont Butz. „Der Beruf bietet unterschiedliche Arbeitsfelder. So kann man zum Beispiel im Kundendienst arbeiten. Dabei sind kommunikative Fähigkeiten und die Fähigkeit zur selbstständigen Problemlösung wichtig.“ Aber auch für Menschen, die Teamwork bevorzugen, bietet der Beruf das passende Arbeitsumfeld: „Auf den Baustellen arbeitet man mit anderen Kollegen und anderen Gewerken wie Fliesenlegern, Elektrikern und Malern zusammen.“

Ein Auszubildender bekommt von Dachdeckern Dachziegel zum Legen zugereicht. Bei der Drive-In-Ausbildungsbörse der BBS stellen sich viele verschiedene Peiner Unternehmen vor, darunter auch Handwerksbetriebe.

Rekordwartezeiten im Handwerk: Eine Branche kann nicht mehr

Es herrscht Alarmstimmung: Im Handwerk fehlen Materialien und Komponenten an allen Ecken. Dazu gibt es viel zu wenige Fachkräfte. Schon heute warten Kunden in Deutschland durchschnittlich elf Wochen auf einen Handwerker.

Die Berufsperspektiven für Anlagenmechanikerinnen und Anlagenmechaniker sind ausgezeichnet: „Wir haben einen erhöhten Fachkräftebedarf. Das hängt mit dem demografischen Wandel, aber auch mit der Energiewende zusammen“, erklärt Butz. „Zwar konnten wir die Zahl der Auszubildenden entgegen dem Trend in anderen Berufen steigern, zugleich ist aber auch der Bedarf gestiegen.“

Guter Job auch für Selbstständige

Butz sieht gute Aufstiegschancen: „Mit einer Weiterbildung zum Meister oder Techniker kann man zum Beispiel als Bauleiter arbeiten.“ Die Chancen, einen eigenen Betrieb zu führen, sind ausgezeichnet. „Es gibt viele existenzfördernde Programme“, betont er. In der jetzigen Situation müssten sich Selbstständige auch keine Sorgen um Aufträge machen. „Außerdem gibt es gute Möglichkeiten für junge Leute, einen Betrieb von Inhabern zu übernehmen, die in Rente gehen wollen, da viele Handwerksmeister ihre Betriebe nicht an ihre Kinder übergeben können.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Butz hat – wie er selbst sagt – Glück: Er wird in den nächsten Jahren seinen Betrieb an seine Tochter weitergeben, die ebenfalls Anlagenmechanikerin ist. „Sie ist dann die vierte Generation, die unser Familienunternehmen führt.“

Auch Antonella Menrath hat ihre persönliche Zukunft schon im Blick: „Nach der Ausbildung könnte ich mir vorstellen, den Meister- und Technikertitel zu machen und in die Firma meines Vaters einzusteigen.“ Schon jetzt weiß sie, welche Tätigkeit ihr besonders viel Spaß macht: „Ich berate die Kundschaft gerne bei der Gestaltung ihrer Bäder.“

Steckbrief zum Beruf

Anlagenmechaniker und Anlagenmechanikerinnen für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik montieren Heizungs- und Klimasysteme, nehmen sie in Betrieb und warten sie. Sie installieren Wasser- und Luftversorgungssysteme und bauen Sanitäranlagen ein.

Egal, ob er ein neues Badezimmer oder eine moderne Heizungsanlage eingebaut hat: Paul-Florian Schärschmidt freut sich, wenn er die Leute glücklich machen kann.

Ein neues Badezimmer oder eine moderne Heizungsanlage einbauen: Das sind die Aufgaben von Anlagenmechanikern und Anlagenmechanikerinnen für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
  • Ausbildungsform: duale Ausbildung
  • Ausbildungsdauer: 3,5 Jahre
  • Voraussetzungen: Es ist kein bestimmter Schulabschluss für die Ausbildung vorgeschrieben. Ein guter Hauptschulabschluss ist jedoch erforderlich, um die Anforderungen bei der Ausbildung zu bestehen.
  • Eignung: handwerkliches Geschick, technisches Verständnis, Beobachtungsgenauigkeit (zum Beispiel Wahrnehmen von undichten Stellen), Körperbeherrschung (zum Beispiel Arbeiten auf Leitern), planerische und organisatorische Fähigkeiten, mathematisches Verständnis (zum Beispiel das Berechnen eines Wärmebedarfs)
  • Branchen: Handwerk, Industrie, Immobilienunternehmen, öffentlicher Dienst

Mehr aus Beruf & Bildung

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen