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So lebt Hannover Wie ein Wort eine Politik-Posse am Mühlenberg auslöst
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17:17 06.07.2018
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Hannover

 Politik kann kompliziert sein: Ursprünglich wollte Bernd Althusmann, CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl im Januar, gestern Mittag die Kindertagesstätte Canarisweg im Pro­blembezirk Mühlenberg (wir berichteten) besuchen. Doch da­raus wurde nichts.

Althusmann selbst entschied sich dagegen. Stattdessen traf er sich mit Müttern von Kita-Kindern auf einem Spielplatz in der Nähe, um über den Stadtteil zu reden. Presse und Fernsehen waren auch dabei. Diese hätten bei einem Besuch in der Kita draußen bleiben müssen, da von den Eltern kein Okay vorlag, die Kinder fotografieren zu dürfen.

Das erklärt die Stadt so: „Die Kita-Leitung erfuhr nach eigenen Angaben vom Be­such erst am Dienstag morgen aus der Zeitung. Auch bei der Stadtverwaltung als Be­treiber der Kita gab es keine Anfrage aus der CDU. Die Verwaltung hat daraufhin kurzfristig entschieden, dass die CDU-Politiker von der Leiterin des Fachbereichs empfangen werden“, so Sprecher Andre­as Möser.

Ralph Makolla aus dem Althusmann-Team widerspricht: „Wir haben den Termin Wochen vorher angemeldet. Das war nicht spontan“. Der CDU-Mann wollte lediglich „die Mitarbeiter der Kita nicht in die Bredouille bringen“, so Makolla. Denn diese seien schließlich Angestellte der Stadt und müssten deswegen vorsichtig mit Auskünften sein. Darüber hinaus sei Althusmann über einen anderen Umstand sehr „verwundert“: Zuvor sei OB Stefan Schostok (SPD) in der Kita gewesen. Bei der CDU vermutet man, dass die Verwaltung dafür sorgen wollte, dass die Tagesstätte einen besseren Eindruck hinterlässt als normalerweise.

Dies weist Möser zurück: „Bereits vorige Woche wurde ein Besuch des OB am Dienstagvormittag in der Grundschule Mühlenberg und der Kita Canarisweg terminiert. Er wollte mit den Beschäftigten und Kindern sprechen.“ Auf Pressebegleitung habe der OB dabei bewusst verzichtet.

Der Verfasser der Einladung zum CDU-Termin, Landtagskandidat Jesse Jeng, vermeldete am Abend, es handele sich alles nur um ein Missverständnis. Der Althusmann-Besuch sei lange geplant ge­wesen. Allerdings „bei“ statt „in“ der Kita – darum sei auch die Stadt nicht informiert gewesen. In Jengs Pressemitteilung vom Vortag hieß es allerdings „in der Kita“.

Von Jan Heemann