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Linden-Mitte Edelgard Bulmahn: "Lindens Geschichte hat mich fasziniert"
Thema Specials So lebt Hannover West Linden-Mitte Edelgard Bulmahn: "Lindens Geschichte hat mich fasziniert"
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12:37 12.11.2009
Von Andrea Tratner
Edelgard Bulmahn (58) ist SPD-Bundestagsabgeordnete
Edelgard Bulmahn (58) ist SPD-Bundestagsabgeordnete Quelle: Nancy Heusel
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Sie haben lange in Linden-Nord gelebt, sind dann nach Linden-Mitte gezogen. Sehen Sie Unterschiede?

Nein. In beiden Stadtteilen gibt es vielfältige Kultur, eine bunte Kneipenszene, und Menschen unterschiedlicher Nationen, Altersgruppen oder beruflicher Ausrichtung leben miteinander. Und eines haben sie alle gemeinsam: Sie leben gerne in Linden.

Aber Linden-Mitte gilt als schicker und feiner ...

Das war schon immer so. 1899 wurde das neue Rathaus auf dem Marktplatz fertiggestellt – es sollte ein Zeichen sein, das bürgerliche Zentrum einer reichen Industriestadt. Auch die Bürgerhäuser am Lichtenbergplatz oder in der Beethovenstraße waren Ausdruck von Wohlstand.

Dabei gilt Linden doch als Arbeiterviertel?

Als ich in den 70ern zum Studium hierher kam, hat mich die Geschichte fasziniert. Die vielen Arbeiterorganisationen – Sportgruppen, Bildungsvereine, Chöre – haben die Entwicklung des Viertels geprägt. Die Nationalsozialisten kamen lange nicht über die Spinnereibrücke in das „rote Linden“, die „sozialistische Front“ hat eine wichtige Rolle im Widerstand gespielt. Und 1945 hat Kurt Schumacher in seinem Büro in der Jacobstraße die SPD neu gegründet. Ein wichtiger Ort. Diese Kultur, es „selbst in die Hand zu nehmen“, mitzumachen, mitzubestimmen, prägt den Stadtteil.

Was ist geblieben?

In Linden sind die Menschen sehr engagiert. Sie haben durch die Mitarbeit in der Sanierungskommission in den späten 70ern gelernt, dass Engagement Veränderungen bewirkt. Es ging damals in vielen Diskussionen und Auseinandersetzungen darum, Wohnraum zu erhalten, einen erneuten Sündenfall wie das Ihme-Zentrum zu verhindern. Diese starke Mitbeteiligung prägt eine Generation. Auch heute sind viele in Vereinen, Verbänden oder Initiativen aktiv.

Zum Beispiel in der Linden-Limmer-Stiftung?

Wir haben 2007 das Gründungskapital schneller zusammengebracht, als wir erwartet hatten. Ein toller Erfolg. Viele Privatpersonen haben dazu beigetragen – und sei es mit 20 Euro. Die Stiftung unterstützt soziale Projekte, Schwerpunkte sind Erziehung und Bildung. Im Von-Alten-Garten entstand so 2008 „Mini-Linden“ – Kinder haben eine eigene Stadt organisiert, Demokratie gelebt.

Was mögen Sie an Linden-Mitte besonders?

Am Samstag haben wir die Hauptattraktion, den schönsten Wochenmarkt in Hannover. Leute aus der ganzen Stadt kommen deswegen zum Lindener Marktplatz.

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