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Limmer Rudolf Lotze: "Im Limmerbrunnen badete Zar Alexander!"
Thema Specials So lebt Hannover West Limmer Rudolf Lotze: "Im Limmerbrunnen badete Zar Alexander!"
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13:03 11.11.2009
Von Andrea Tratner
Archivarbeit: Rudolf Lotze (rechts) und Jens Kroner in der Nikolaikirche Quelle: Christian Behrens

Wann taucht Limmer zum ersten Mal auf?

1189 wird der Ort urkundlich erwähnt. Die Grafen von Roden hatten in der Leinemasch einen Wehrturm errichtet, den Soldaten von Heinrich VI. im Winter belagerten. Es heißt, der Sohn von Kaiser Barbarossa blieb im Schlamm stecken und gab auf. Auf dem Rückzug hat er dafür Hannover niedergebrannt.

Wie fortschrittlich war Limmer?

Sehr! Auf Initiative des velberschen Ritters Marten von Holle wurde 1602 die erste Schule eröffnet. Er stiftete 400 Goldgulden, durch die Zinsen wurde der Unterricht finanziert. Und von 1680 bis 1718 war Pastor Jacobus Sackmann für seine Predigten bekannt.

Warum?

Er konnte seine Schäfchen direkt ansprechen – und zwar in Calenberger Platt. Und er wählte deutliche Worte, griff auch den Adel an. Aber Kurfürstin Sophie hielt ihre schützende Hand über ihn. Den Limmeranern ist Sackmann heute noch ein Begriff, sie sind stolz auf ihn.

Dann kam 1808 der große Brand ...

Es war verheerend. Ein Sturm verstärkte den Funkenflug, die kleinen strohgedeckten Häuschen rund um die Kirche brannten ab, in den Kirchenfenstern schmolz das Blei. Limmer ließ sich aber nicht unterkriegen, die Leute wurden umgesiedelt – so entstand die Kirchhöfnerstraße.

War Limmer ein richtiges Dorf?

Bis zum Zweiten Weltkrieg ja, heute gibt es ja nur noch einen einzigen Bauern hier. Aber es siedelte sich auch viel Industrie an: Stichweh, Sichelwerke, Conti, die Kesselschmiede Engelke. Es gab aber auch Tourismus. 1779 wurde die Schwefelquelle entdeckt. Im „Limmerbrunnen“ badete einst sogar Zar Alexander!

Und 1909 war Schluss mit Limmer?

In dem Jahr wurden wir von Linden geschluckt – die wollten den Hafen ausbauen und haben dafür Limmers Schulden übernommen. Es war ein schwerer Schritt: Zwischen den Orten gab es kein gutes Verhältnis, die Leute waren sich nicht grün. Die Grenze war die Fösse. Wer sich da rüber traute, der bekam schon mal was auf die Nase!

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