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Wülferode Das zweite Leben von Adolf Herbst
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14:17 05.11.2009
Von Philipp Lackner
Adolf Herbst 1963: Nach 14 Tagen in der der verschütteten Grube von Lengede wird der junge Elektromonteur gerettet.
Adolf Herbst 1963: Nach 14 Tagen in der der verschütteten Grube von Lengede wird der junge Elektromonteur gerettet. 46 Jahre später lebt er in Wülferode.
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Er war auf dem Weg zum Hauptschacht, als das Rauschen kam. Als Wasser und Schlamm des eingebrochenen Klärteichs in die Eisenerzgrube von Lengede bei Salzgitter schoss. Am Tag des Unglücks, dem 24. Oktober 1963, war der Wülferoder Adolf Herbst gerade mal 20 Jahre alt.

14 Tage war der Elektromonteur in der Grube gefangen, ohne Licht, mit Todesangst. Ständig grollte der Berg, von der Decke lösten sich Gesteinsplatten und erschlugen mehrere Bergleute. Wasser trank Herbst aus einem unterirdischen See, in dem Leichen schwammen. Am 7. November 1963 dann die Rettung: In einer Röhre wurden die Überlebenden ans Tageslicht gezogen, Herbst erreichte als Vierter die Oberfläche. Als einer von elf, die die Katastrophe überstanden, 29 Menschen waren gestorben. Nach seiner Rettung dankte er Gott „für sein zweites Leben“, sechs Wochen später verlobte er sich mit seiner „Daggi“, die mittlerweile seit 45 Jahren seine Frau ist.

„Lengede ist eine Sache, die mich immer noch begleitet“, sagt Herbst. In der letzten Zeit sei der Rummel um ihn aber „ein bisschen viel geworden“. Viel wichtiger als seine eigene Geschichte erscheine ihm das En­gagement für Wülferode: „Nächstes Jahr wollen wir für die Gemeinde einen Holzbackofen anschaffen.“

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