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West Wasserstadt-Verkauf soll beginnen
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00:15 08.06.2013
Die Industriebrache auf dem ehemaligen Gelände der Continental in Limmer. Der alte Schornstein des Werkes. Hier soll das Wohngebiet Wasserstadt Limmer entstehen. Quelle: Rainer Droese
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Limmer

Zehn Jahre - so lange könnte es nach Ansicht der Stadt noch dauern, bis auch das vierte und letzte Baufeld auf dem Wasserstadt-Gelände in Limmer bebaut wird. Es liegt ganz im Westen der Industriebrache. Im Osten sowie auf dem ehemaligen Conti-Parkplatz könnte es zuerst losgehen; im übernächsten Jahr voraussichtlich. Dort, wo vorerst nicht gebaut wird, gäbe es also Zeit genug für attraktive Zwischennutzungen. Doch die Ideen dafür sind noch längst nicht spruchreif - und die Papenburg AG kann sich bislang für eine Interimslösung nicht erwärmen. Der Wasserstadt-Investor will am liebsten flächendeckend mit der Bebauung starten.

„Ich habe Interessenten für die ersten beiden Baufelder“, sagte Geschäftsführer Günter Papenburg dem Stadt-Anzeiger. Er habe etliche Investoren bei der Hand, die starkes Interesse an dem Baugebiet zeigten. Papenburg will die Conti-Fläche an Bauträger verkaufen. Der Unternehmer baut nicht selbst, sondern bereitet die Brache seit Jahren als Bauland vor. Derzeit läuft die sogenannte Bodensanierung; sie ist eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass die Bebauung mit 600 geplanten Wohneinheiten überhaupt stattfinden kann. „Die Bodensanierung ist zu über 90 Prozent abgeschlossen“, sagte Papenburg. Ginge es nach ihm, das Planverfahren schritte rasch voran, um endlich mit Verkauf und Bauen beginnen zu können. Die Nachfrage nach einer Zwischennutzung für das voraussichtlich erst später angefasste Baufeld fegte Papenburg beiseite. „Wir reden inzwischen über fast alle Gebiete“, sagte er. Gemeint ist: Der Unternehmer würde am liebsten auch im Westen schon kurzfristig mit einer Bebauung starten. „Alles liegt an der Genehmigung durch die Stadt“, sagte er.

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Die Stadtverwaltung ist noch vorsichtig mit einer Prognose

Vorerst geht es um ein Baurecht für die ersten beiden Baufelder. Vor allem das östliche Wasserstadtgelände steht derzeit wegen der noch laufenden Bodensanierung unter Beobachtung. Die muss erst endgültig abgeschlossen sein, bevor die Stadt das Ergebnis prüft. „Das muss auch dokumentiert werden“, sagte Stadtplanerin Elke Kümmel. Frühestens im nächsten Jahr erwartet sie den Satzungsbeschluss vom Rat der Stadt, der Papenburg grünes Licht. Und bevor die ersten Wohnhäuser gebaut werden können, muss eine Baustraße ins Neubaugebiet führen. Alles in allem bedeutet das: Wohl erst 2015 kann es so richtig losgehen. Bis dahin haben Stadt, Sanierungskommission Limmer und Papenburg noch einiges zu klären - beispielsweise die im Raum stehende Zwischennutzung. Die Kommission hatte unter anderem gefordert, schon früh die geplanten Grünflächen zu bauen, um den Anwohnern eine jahrelange Mondlandschaft auf den noch unberührt bleibenden Baufeldern zu ersparen. Eine andere Idee brachte die Lindenerin Kornelia Stock ins Spiel. Die passionierte Gärtnerin ist Sprecherin einer Initiative für einen sogenannten Vermehrungsgarten. Es geht um die Nachzucht alter Nutzpflanzen. Gut 2.000 Quadratmeter Platz, ein kleines Gebäude und wenigstens zehn Jahre Zeit braucht die Initiative. Das Saatgut solle dann an Interessierte abgegeben werden, sagte Stock. „Wir wollen viele Bürger einbinden“, sagte sie. Sie sucht noch nach einer Fläche im Stadtbezirk Linden-Limmer.

Rüdiger Wiehr von der Polizeiinspektion West beschäftigt vorerst ein Problem, das schon ein Dauerbrenner auf der Brache ist: Immer wieder klettern Waghalsige auf den Conti-Turm oder in den Ruinen der noch übriggebliebenen Produktionshallen. „Gottlob ist noch kein schlimmer Sturz passiert“, sagte er. Aber die Sicherungsmaßnahmen vor allem an den zu Papenburg gehörenden Gebäuden ließen zu wünschen übrig. Die Eingänge stünden offen; das Gelände sei kaum abgesperrt. Er schlug vor, die Hauseingänge zu verrammeln.

Marcel Schwarzenberger

Rüdiger Meise 08.06.2013
Rüdiger Meise 30.05.2013