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West Neues Konzept für die Wasserstadt
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17:25 06.10.2011
Hinter den „Küchengärten Limmer“ liegt das Grundstück für die Wasserstadt, auf dem Wohn- und Geschäftshäuser gebaut werden sollen. Quelle: Schwarzenberger
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Limmer

Der erste Spatenstich für die Wohnbebauung von Limmers größter Brache verzögert sich erneut. In der jüngsten Sitzung der Sanierungskommission Limmer stellte Stadtplaner Michael Römer einen neuen Zeitplan für die geplante „Wasserstadt Limmer“ auf dem ehemaligen Conti-Gelände vor. Demnach sollen die Bauarbeiten frühestens ab Mitte 2014 beginnen – gut zehn Jahre nachdem der Abriss der alten Fabrikgebäude begonnen hatte. Die Verwaltung will das Planverfahren für das Wohngebiet jetzt vorantreiben. Dies war 2008 zum Erliegen gekommen, als die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) ihre Pläne für den Ausbau der Schleuse im Stichkanal Linden vorgelegt hatte.

Die Verbreiterung des Kanals hätte erheblichen Einfluss auf den Bau der Wasserstadt mit rund 600 Wohneinheiten in Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern, wenn die Wasserstraße in jener Variante ausgebaut wird, die der Rat der Stadt 2009 beschlossen hat. Ein breites Uferstück, auf dem jetzt noch denkmalgeschützte Produktionshallen stehen, würde der Kanalerweiterung zum Opfer fallen. Auch neue Brücken, etwa über die Wunstorfer Straße, würden nötig. Mit dieser Entwicklung war der 2005 verabschiedete erste Rahmenplan für die Bebauung des Conti-Geländes zur Makulatur geworden.

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Derzeit arbeitet die städtische Bauverwaltung an einem neuen Konzept für das Wasserstadt-Gelände. Dieser Masterplan geht nicht nur darauf ein, dass der Wasserstadt-Investor – die Günter Papenburg AG – womöglich Teile seines Baugebiets an die WSV abtreten muss. Auch die Grundstücksparzellen und Anliegerstraßen sollen detailliert festgelegt werden. „Wir geben auch die Anzahl der Etagen für einzelne Baugrundstücke vor“, sagte Römer. Um Bautypen oder die Frage, ob Einfamilien- oder Mietshäuer auf einer bestimmten Parzelle gebaut werden dürfen, geht es bei dem Rahmenplan aber noch nicht. Diese Einzelheiten sollen erst in den endgültigen Bebauungsplänen für die vier geplanten Bauabschnitte festgelegt werden, von denen drei auf der Industriebrache liegen und ein vierter auf dem alten Conti-Parkplatz.

Den Masterplan will die Stadt möglichst bis Mitte 2012 in die politischen Gremien bringen. „Dann dauert es noch gut zwei Jahre, bis der Bebauungsplan für den ersten Bauabschnitt vorliegt“, sagte Römer. Irgendwann in der zweiten Jahreshälfte 2014 könnte es dann im Osten der Brache mit dem Bau der ersten Wohnhäuser losgehen. Die Bebauungspläne für die restlichen Bereiche sollen dann nach und nach verabschiedet werden.

Die Sanierungskommission nahm den Zeitplan mit Skepsis auf. Bürgervertreterin Anja Niezel verwies auf die noch immer ausstehende Entscheidung für oder gegen den Schleusenneubau. Sie befürchtet, dass die Stadt in ihrem neuen Masterplan einen Kanalausbau berücksichtigt, den es womöglich gar nicht mehr gibt – und dadurch erneut zeitraubende Planungen nötig würden. „Bedenken Sie das auch im Rahmenplan?“, fragte sie. „Solange wir nichts anders hören, gehen wir vom Schleusenausbau aus“, erwiderte Römer. Rainer-Jörg Grube von den Grüne mahnte an, dass sich die Stadt zeitnah auch auf eine Absage an den Kanalausbau vorbereiten solle. „Es wäre sinnvoll, auch dafür eine Variante einzuplanen“, sagte er.

Wie berichtet, hat der Bund seine Wasserstraßen neu bewertet. Der Stichkanal Linden, der mit einer neuen Schleuse für das Befahren durch übergroße Motorschiffe fitgemacht werden soll, wurde als wirtschaftlich wenig bedeutend eingestuft. „Mehr Priorität haben Wasserstraßen etwa in Sachsen-Anhalt“, sagte Sid Auffahrt, der als Anwaltsplaner die Interessen einer Bürgerinitiative gegen den Schleusenausbau vertritt. Voraussichtlich bis Anfang 2012 werde das Bundesverkehrsministerium entscheiden, ob die Planungen für eine neue Schleuse überhaupt fortgesetzt würden, sagte Auffahrt. Die Stadt will mit ihrem Rahmenplan darauf jedoch nicht warten. „Kommt der Schleusenausbau dann doch nicht, betrifft das ja nur einen Teil des Geländes“, betonte Römer. Auf diese Änderung könnten die Stadtplaner kurzfristig reagieren.

Marcel Schwarzenberger

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