Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
West Grundschule soll kleiner werden
Thema Specials Meine Stadtteile West Grundschule soll kleiner werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:59 23.01.2014
Von Susanna Bauch
Schulleiterin Ursula Starker ist seit 2003 im Amt und stets davon ausgegangen, die Vierzügigkeit zu behalten. Quelle: Christian Behrens
Anzeige
Linden-Nord

Hintergrund ist ein Vertrag zwischen Stadt und katholischer Kirche, der regelt, wie viele Klassen an katholischen Grundschulen zu unterrichten sind - nämlich zehn. Demnach ist neben der Eichendorffschule in Linden-Nord die Bonifatiusschule in der List dreizügig, die Kardinal-Bertram-Schule in Misburg sowie die Kardinal-Galen-Schule in der Südstadt sind zweizügig.

Theorie und Praxis weichen indes bereits seit gut zwanzig Jahren voneinander ab, seit dieser Zeit gibt es in Linden regelmäßig vier erste Klassen. Schulleiterin Ursula Starker ist seit 2003 im Amt und stets davon ausgegangen, die Vierzügigkeit zu behalten. Die Stadt sieht das aber inzwischen anders. „Bereits in diesem Sommer sollten wir uns schon verkleinern“, sagt Starker. Man habe aber erfolgreich um Aufschub bitten können. „Schließlich sind wir die einzige katholische Grundschule, die seit 1969 ein Ganztagsangebot bereithält, daher ist die Nachfrage natürlich besonders groß.“

Anzeige

Sollte es künftig nur noch drei erste Klassen geben, müssten Kinder abgewiesen werden. Bereits jetzt stehen zwei Schüler mehr auf der Anmeldeliste für das kommende Schuljahr, als drei Züge es zulassen würden. „Wir können diese Kinder doch nicht wegschicken“, betont Starker. Kinder sollten schließlich möglichst wohnortnah zur Schule gehen können, außerdem sei die Betreuungszeit bis 16.30 Uhr für viele berufstätige Eltern unerlässlich, so die Schulleiterin. Einen weiteren Nachteil einer Dreizügigkeit sieht auch der Elternratsvorsitzende Andreas Schnell. „Überall herrscht Platzmangel und wir haben hier dann Zimmer frei.“ Außerdem sei bei einer Vierzügigkeit gewährleistet, dass auch nicht-katholische Jungen und Mädchen zur Eichendorffschule gingen. „Bei drei Zügen sind wir dann rein katholisch.“

Die katholischen Grundschulen dürfen in ihren Klassen 30 Prozent nicht-katholischer Kinder aufnehmen, eine Mischung, die in der Regel Eltern und Lehrern recht ist. „Das klappt bei einer Dreizügigkeit bei uns dann sicher nicht mehr“, betont Ulrike Starker. Für die Stadt ist die Sachlage klar. Gemeinsam mit Kirche und Landesschulbehörde habe man sich Anfang des Jahres darauf geeinigt, die vertraglich vereinbarten zehn Züge einzuhalten. Das Schulamt wolle zudem möglichst keine katholischen Kinder aus der Region mehr in der Stadt beschulen, aus Kostengründen“, sagt Starker. „Dort gibt es aber nicht viele katholische Grundschulen.“

Nach den massiven Protesten von Eltern und Kollegium sowie weit mehr als 100 Anmeldungen für das kommende Schuljahr hat die Stadt jetzt zugesagt, die Duldung der Vierzügigkeit für ein weiteres Schuljahr zu prüfen. In einem Gespräch mit Schulamtsleiterin Petra Martinsen, Schulleiterin Ursula Starker, dem Schulvorstand, Lehrervertretern und einem Vertreter des Bistums Hildesheim ist zugesagt worden, die Möglichkeit der Genehmigung eines vierten Zuges zu prüfen, teilte die Schulverwaltung mit. Dies werde Ende Januar 2014 abgeschlossen sein und dann entschieden. Die Verwaltung werde dazu zeitnah im Schulausschuss berichten.

Ursula Starker hofft nicht zuletzt auch aus persönlichen Gründen, auf eine positive Entscheidung der Verwaltung: Sollte ihre Schule schrumpfen, fehlen die Voraussetzungen für ihre Besoldungsgruppe - sie kommt dann automatisch auf die Versetzungsliste.

West Cake Pops in Ricklingen - „Die Mischung muss stimmen“
Heike Schmidt 23.01.2014
Rüdiger Meise 23.01.2014