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06:15 23.11.2012
Von Michael B. Berger
Sprachen über Integration: Doris Schröder-Köpf und der Jurist Mehmet G. Daimagüler auf einem Podium. Quelle: Anastassakis
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Hannover

Die Frage lautete: „Gibt es Heimat auch in der Mehrzahl?“

Es gibt sie, denn schon die hochkarätigen Disputanten – nahezu alle waren aus Berlin gekommen – haben einen Migrationshintergrund. Nur der moderierende Anwalt Alpetikin Kirci, nebenbei noch örtlicher SPD-Chef, durfte sich als waschechter Hannoveraner vorstellen – sofern waschecht bedeutet: in Hannover geboren und aufgewachsen.

Aus Berlin kam etwa die Sozialwissenschaftlerin Naika Foroutan, die sich schon heftige Fehden mit Thilo Sarrazin geliefert hat. Sie sagte, dass sich Deutschland durch die Migration bereits erheblich verändert habe, „nur die Politik und die Verwaltung sind noch ein paar Schritte zurück“. Dies habe unmittelbare Folgen für die Einwanderer, die gerade in der zweiten und dritten Generation ein „instabiles“ Verhältnis zum Gastland entwickelten. Aber ist Deutschland noch ein „Gastland“ für jemanden, der hier bereits lebt? Natürlich nicht, entgegnete etwa Mehmet G. Daimagüler, der es trotz Sonderschulempfehlung einer deutschen Schule im Siegerland an mehrere deutsche Universitäten bis Harvard und Yale gebracht hat – sogar bis in den FDP-Bundesvorstand, eine „Jugendsünde“, wie der Buchautor bekannte. Schröder-Köpf begrüßte ihn als langjährigen Freund. Wie auch die in Lettland aufgewachsene Russin Tatjana Forner.

Seit gut einer Woche ist die 49-Jährige Integrationsbeauftragte im Team des SPD-Spitzenkandidaten Stephan Weil – ein Amt, das es so vorher nicht gegeben hat, weil sie ehrenamtlich tätig werden will. „Wieso streben Sie nicht das Amt einer richtigen Integrationsbeauftragten an, wie es das in Hannover bereits gegeben hat?“, wollte einer aus dem Publikum wissen: „Fehlt es der SPD an Mut?“ Kaum, entgegnete Schröder-Köpf. Die erste Integrationsbeauftragte der CDU-FDP-Landesregierung sei an Weisungen des Innenministers gebunden gewesen. Sie könne, sofern der Einzug in den Landtag als Abgeordnete gelingt, frei und unabhängig für die Sache der Migranten eintreten. „Durchsetzungsfähigkeit hat nicht nur mit dem Amt zu tun“, sagte Schröder-Köpf. Und eine sonore Stimme in der ersten Reihe, die man noch aus dem Fernsehen kennt, warf trocken ein: „Das kann ich bestätigen.“ Es war Altkanzler Gerhard Schröder, der so sprach.

Ungewöhnlich viele Migranten zog der Abend mit Schröder-Köpf an, viele organisiert in Ausländerräten oder deutsch-türkischen Vereinen. Sogar eine kleine Gruppe aus Franken war gekommen, angelockt über face-book. Schröder-Köpf, der heimliche Star, gab sich bescheiden, hörte zu und versprach, sich zu kümmern. Sie wolle auch das gegenseitige Kennenlernen fördern. Das Bild von Deutschland, das „zwei alte Herren“ (Thilo Sarrazin und Horst Buschkowsky) von Deutschland vermittelten, gefalle ihr auch nicht. Auch wenn die beiden Sozialdemokraten sind.

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