Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadtteile In der City fehlen Rad-Parkplätze
Thema Specials Meine Stadtteile In der City fehlen Rad-Parkplätze
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
22:02 20.11.2012
Von Bärbel Hilbig
Mehr als 700 Fahrradpparkplätze fehlen. Besonders eng ist es am Bahnhof. Quelle: Surrey
Anzeige
Hannover

Am schwierigsten ist es vor dem Hauptbahnhof. Dort einen freien Bügel für das eigene Rad zu finden, haben viele Radfahrer längst aufgegeben. Sie parken ihr Rad weitgehend ungesichert neben den Stangen – oder steuern den Platz schon gar nicht mehr an. Doch nicht nur am Ernst-August-Platz fehlen in Hannovers Innenstadt Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Eine Studie im Auftrag der Stadt hat ergeben, dass es in der Innenstadt gut 700 Stellplätze zu wenig gibt. Und Abhilfe ist nach Auskunft des städtischen Fahrradbeauftragten Heiko Efkes in nächster Zeit kaum in Sicht.

Für die Untersuchung hatten Zähler an verschiedenen Tagen Stellplätze und abgestellte Räder in der Innenstadt registriert. Die vorhandenen Fahrradbügel im öffentlichen Raum bieten 3610 Plätze. An Wochentagen sind die Flächen vormittags zu 102 Prozent ausgelastet, nachmittags zu 96 Prozent. „Das ist natürlich ungleich verteilt. Manche Stellen sind regelmäßig überlastet“, sagt Efkes, der die Situation jetzt im Bezirksrat Mitte erläuterte. Am Wochenende, wenn zwar noch Einkaufsbummler, aber kaum Angestellte in die City strömen, sei die Lage unauffällig.

Neben dem Ernst-August-Platz ist die Fußgängerzone besonders begehrt. Dort gibt es 1183 Stellplätze – nachmittags stehen unter der Woche allerdings durchaus oft rund 1900 Räder in den Einkaufsstraßen. Die Auslastung liegt bei 160 Prozent. Die Zahlen waren zuerst im Jahr 2009 erhoben, dann im Jahr 2011 aktualisiert worden.

Die Stadt tauscht nun an besonders frequentierten Radparkplätzen einfache gegen S-Bügel aus, an denen mehr Räder angeschlossen werden können. Damit lassen sich rasch rund 200 zusätzliche Stellplätze gewinnen, von denen 90 inzwischen bereits eingerichtet sind. Gedacht ist auch daran, Fahrradstationen in bestehenden Gebäuden oder überwachte Plätze in Parkhäusern zu schaffen. Allerdings sind dafür politische Beschlüsse notwendig.

„Man sollte kaputte Räder wegräumen und so Platz schaffen“, fordert SPD-Bezirksratsherr Michael Sandow. Bei den Begehungen seien lediglich rund hundert Schrotträder gefunden worden, hielt Fahrradbeauftragter Efkes dagegen. Man habe Tests gemacht, in denen mittels Klebestreifen ermittelt wurde, ob die Räder noch bewegt werden. „So manches vermeintliche Schrottfahrrad wird tatsächlich noch genutzt.“

Martin Nebendahl (Grüne) zweifelt die ermittelten Zahlen an – sie erscheinen ihm zu niedrig. „Allein am Nordwestausgang des Bahnhofs stehen oft 150 wild geparkte Räder.“ Der Bedarf an weiteren Stellplätzen ist nach seiner Ansicht deutlich höher. „Das Thema muss ambitionierter angegangen werden.“ Nebendahl verweist auf die Radlerstadt Münster, die in ihrer Innnenstadt über 8000 Radstellplätze vorweise, allein 800 davon am Bahnhof. „Wenn der Anteil der Radfahrer weiter so stark anwächst, gerät die Verwaltung mit ihrem langsamen Stellplatzausbau noch weiter ins Hintertreffen.“ Nebendahl schlägt deshalb vor, über die Umwandlung von Autoparkplätzen nachzudenken. „Das geht nur mit einem politischen Beschluss“, betont Efkes.

Paolo Dias, für die SPD im Bezirksrat Mitte, hat Probleme in der Georgstraße ausgemacht. „In den vergangenen Monaten sind die Fahrradbügel dort durch die Außengastronomie zugestellt worden.“ Efkes bestätigt die Beobachtung. „Da müssen wir stärker hingucken.“ Auf dem Opernplatz selbst soll die Zahl der Fahrradbügel aus optischen Gründen nur moderat anwachsen.

Aus Sicht von CDU-Bezirksratsherr Joachim Albrecht gibt es bereits eher zu viele als zu wenige Bügel. „Das Ausbauprogramm soll bis zum Jahr 2025 laufen. Was ist, wenn die Bevölkerung älter wird und weniger Rad fährt?“

Grüne fordern Vorrang für Radfahrer

Mehr Durchlässigkeit für Radfahrer fordern die Grünen an der neuen Kreuzung am Klagesmarkt. Die Stadt plant bisher, den Verkehr auf der Verbindung Otto-Brenner-Straße und Celler Straße zu bevorzugen. Die Ampel an der Kreuzung soll für diese Achse in der Regel Grün anzeigen. Fußgänger und Radfahrer, die dagegen zwischen Nordstadt und Klagesmarkt unterwegs sind, müssten an der Ampel auf den Knopf drücken und warten. Die Grünen halten das für inakzeptabel.

„Die Radverbindung zwischen nördlichen Stadtteilen und Innenstadt ist eine Hauptroute. Die Verwaltung spricht selbst von einem Fahrradboulevard“, sagt Martin Nebendahl, Fraktionschef der Grünen im Bezirksrat Mitte. Eine Druckknopfampel an dieser Stelle sei „Radverkehrspolitik wie vor 50 Jahren“. Nebendahl fordert stattdessen Induktionsschleifen für die Radler.

„Die Radfahrer müssten wahrscheinlich dennoch anhalten, aber deutlich kürzer warten“, sagt Nebendahl. Der breite Radweg, der zwischen Nordstadt und Goseriede am Klagesmarkt entlangführt, biete auch die Möglichkeit, die Induktionsschleifen relativ weit von der Ampel entfernt in den Boden zu legen – sodass diese im günstigsten Fall umspringt, wenn der Radfahrer sie erreicht.

Nebendahl räumt allerdings ein, dass die Achse Otto-Brenner-Straße und Celler Straße eine stark befahrene Autoroute ist. „Das beißt sich natürlich mit einem Vorrang für Radfahrer. Man muss das austarieren.“ Induktionsschleifen für Radfahrer gibt es bereits dort, wo die Lange Laube auf die Otto-Brenner-Straße trifft. Außerdem sind sie an der Querung der Clausewitzstraße in Höhe der Kleefelder Straße geplant. Die Grünen gehen außerdem von weiter wachsendem Radverkehr aus – und fordern eine Zähleinrichtung an der Klagesmarktkreuzung, um besser auf steigenden Bedarf reagieren zu können.

Schluss mit den pietätlosen Tiefbauarbeiten auf dem Nikolaifriedhof. Baggerfahrer hatten dort Menschenknochen freigelegt und liegenlassen – und damit Empörung bei Passanten und Denkmalfreunden ausgelöst. Gestern hat das Landesamt für Denkmalpflege den sofortigen Baustopp verhängt.

Conrad von Meding 20.11.2012

Die Zoo-Eintrittspreise sollen steigen. Im Gespräch ist nach Informationen der HAZ eine Anhebung von 1 bis 2 Euro pro Einzelticket und von 5 Euro für die Jahreskarte.

20.11.2012

Neunmal wurde er in das Amt des hannoverschen Oberbürgermeisters gewählt. Nun ist eine Biografie über Herbert Schmalstieg erschienen.

Bernd Haase 26.10.2012