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Süd Zahl der Einbrüche im Süden steigt
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08:44 14.10.2013
Von Heike Schmidt
Insgesamt 403 Einbrüche verzeichneten die Beamten in der Südstadt im vergangenen Jahr. Quelle: Thomas Escher
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Südstadt

Der Schock ist groß, der Schaden oft beträchtlich: Mindestens ein Einbruch wird der Polizeiinspektion (PI) Süd pro Tag gemeldet, insgesamt 403 Einbrüche verzeichneten die Beamten 2012. Damit hat sich die Zahl der Vorfälle deutlich erhöht: „Das war eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr um 34 Prozent“, sagt PI-Leiter Manfred Bodemann. Die PI Süd umfasst die Polizeistationen und -kommissariate Mittelfeld, Bemerode, Südstadt, Kleefeld, Misburg und Laatzen zugeordnet und ist für 222.700 Einwohner zuständig.

Die jüngste Entwicklung macht den Beamten Sorge. „Es ist schon abzusehen, dass wir in diesem Jahr wahrscheinlich wieder mehr Einbrüche zu verzeichnen haben werden“, sagt Bodemann. Umso wichtiger sei es, noch mehr Präventionsarbeit zu leisten: „Viele Einbrüche könnten verhindert werden.“ Aus diesem Grund startet der Stadt-Anzeiger unter dem Titel „Vorsicht Einbruch!“ eine Serie zum Thema.

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Eigene Ermittlungseinheit für Wohnungseinbrüche

Die PI-Süd hat seit Januar 2012 eine eigene Ermittlungseinheit zu Wohnungseinbrüchen. „Unser Ziel ist, möglichst schnell zu reagieren“, betont Bodemann. Denn je schneller die Beamten vorhandene Informationen auswerten und beispielsweise auch Nachbarn befragen können, desto höher ist die Aufklärungsquote. „Wir haben aber gemerkt, dass die Hemmschwelle offenbar noch immer zu hoch ist, schnell die 110 anzurufen“, weiß Katrin Jansen vom Präventionsteam. „Manchmal ärgern sich die Mitarbeiter, weil ihnen Chancen entgangen sind, nur weil jemand nicht innerhalb der ersten Minuten angerufen hat, sondern erst nach Stunden.“ Auch dafür möchte die Polizei vor Ort die Mitbürger sensibilisieren: „Achten Sie aufeinander!“ Der Blick über den sprichwörtlichen Gartenzaun ist durchaus erwünscht.

Aufklärungsquote zwischen zwölf und 23 Prozent

Bei Wohnungseinbrüchen liegt die Aufklärungsquote zwischen zwölf und 23 Prozent. Im vergangenen Jahr lag sie bei 21,7 Prozent. Die meisten Einbrüche erfolgten nicht in Ein-, sondern Mehrfamilienhäusern. „Dort ist die soziale Kontrolle meist nicht so hoch“, weiß Bodemann. Die Täter klingelten an der Haustür, schauten, wo sich keiner melde. Wird der Haustürsummer betätigt und seien sie erst einmal im Haus, sei es oft ein Leichtes, in eine Wohnung eindringen, in der niemand sei. „Da kommt es dann wirklich auf die Sicherung der jeweiligen Wohnungstür an“, sagt der Chef der PI Süd. Als einfacher Grundsatz gilt: Immer abschließen, nie nur die Tür einfach zuziehen. „Sonst kann die Tür schnell aufgehebelt werden.“ Ist die Wohnungstür aber gut gesichert, scheiterten die Täter zu 40 Prozent. „Dann bleibt es bei einem Versuch“, sagt Bodemann: „Sicherungsmaßnahmen haben einen hohen Anteil daran, Straftaten zu verhindern.“

Besonders in der Südstadt, in der es viele Mehrfamilienhäuser gibt, ist die Einbruchsquote sehr hoch – in Kirchrode oder auch Bemerode, wo anteilig mehr Einfamilienhäuser gibt, deutlich geringe. Aber auch hier sind Mehrfamilienhäuser oft Ziel von Straftätern.

Schmuck und Geld bei Einbrechern beliebt

„Meistens werden Schmuck und Geld entwendet“, erklärt Ewald Rothkegel, Leiter des Kriminalermittlungsdienstes. „Man sollte nicht zu viel Geld zu Hause haben“, rät er. Die Täter kämen oft aus dem osteuropäischen Raum und seien in Banden organisiert. Häufig seien es junge, durchaus gut gekleidete Frauen, „von denen man es nicht auf den ersten Blick vermutet, dass sie Einbrecherinnen sein könnten“. Oft reisten sie von einer Stadt zur nächsten, seien mal in Hannover, dann wieder in Frankfurt, Stuttgart oder München tätig. „Die Vorgehensweise ist immer die gleiche“, sagt Bodemann. Etwa die Hälfte wird tagsüber zwischen 9 und 21 Uhr verübt, die andere Hälfte in der Nacht.

Es lohne es sich, in Sicherungsmaßnahmen zu investieren, sagen die Beamten der PI Süd – aber viele Menschen schreckten vor den Kosten zurück. Gut gesicherte Haustüren oder Fenster sind nicht günstig. Erst, wenn sie selbst betroffen seien, würden viele Menschen reagieren. Aber dann sind der Schreck und der Schaden oft groß.

In der kommenden Woche lesen Sie: Wer sind die Täter? Und wie kann man sich und seine Wohnung schützen?

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