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Süd Reise in die Verkehrsgeschichte Andertens
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09:00 04.07.2013
Der Heimatforscher Lorenz Kurz erforschte den Verkehr in Anderten in den vergangenen Jahrhunderten. Quelle: Valentin
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Anderten

Wenn es früher regnete oder taute, blieben die Anderter besser zuhause. Die Wege im Ort und zu den Nachbardörfern waren oft so durchweicht, dass Ochsen- und Pferdekarren bis zu den Achsen im Boden versanken. Erst nach 1800 wurden die Straßen mit Kies oder mit Natursteinen gefestigt. Den Weg in die „weite Welt“ eröffnete 1843 die Eisenbahn. Ende des 19. Jahrhunderts war Anderten auch mit der Straßenbahn zu erreichen. Erhebliche Verbesserungen für den Güterverkehr brachten schließlich der Mittellandkanal und die Schleuse. Diese Fakten hat der Heimatforscher Lorenz Kurz in seiner neuesten Arbeit zusammengetragen. Zur Historie von Anderten hat er bereits etliche Hefte verfasst. Nun hat er sich dem Thema Verkehr gewidmet.

Dem Bau der Eisenbahntrasse gingen damals lange Auseinandersetzungen voraus, denn dafür mussten ein Teil der Breiten Wiese und der Anderter Feldmark geopfert werden. Das neue Verkehrsmittel erweckte zudem einiges Misstrauen. Ärzte warnten vor Ohnmachtsanfällen durch die hohe Geschwindigkeit, und Fuhrleute fürchteten die Konkurrenz. Doch an einem Stationshäuschen beim Tiergarten rollte 1843 qualmend und schnaufend das erste „Dampfross“ heran. Die Eisenbahn wurde bald zu einem vertrauten Anblick, und wer es sich leisten konnte, reiste damit schnell und halbwegs bequem nach Hannover oder nach Lehrte. Östlich der Anderter Straße wurde 1877 ein Güterbahnhof eingerichtet. Für den zunehmenden Personenverkehr wurde 1906 auf einer neuen Strecke der Bahnhof Anderten-Misburg eröffnet, der den Passagieren überdachte Aufgänge und ein ansehnliches Empfangsgebäude bot.

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Rohstoffe wurden auf Frachtkähnen transportiert

Die Straßenbahn fuhr seit 1897 von Hannover bis hinaus nach Anderten. Hier hielt sie direkt an der Gaststätte „Zur Mühle“, die damit zu einem beliebten Ausflugsziel wurde. Eine weitere Haltestelle bekam das Dorf 1901 mit der neuen Linie 13. Ein schmuckes Wartehäuschen, das ursprünglich am Aegidientorplatz stand, wurde dazu nach Anderten an den Platz beim Großen Tor versetzt. Es stand etwa dort, wo sich heute der Gedenkstein „1000 Jahre Anderten“ befindet. Mit der Linie 15 konnte man von 1898 an weiter bis in das 17 Kilometer entfernte Haimar fahren. Seit 1935 führte dieser „Überlandverkehr“ nur noch bis Sehnde und wurde 1960 gänzlich eingestellt.

Auch der Zement aus Misburg, Zuckerrüben für die Fabrik in Sehnde, landwirtschaftliche Produkte aller Art und die Post wurden früher auf den Straßenbahnschienen transportiert. Rohstoffe wie Kohle und Erz jedoch gelangten bereits 1916 mit schwer beladenen Frachtkähnen auf dem Mittellandkanal bis nach Misburg. Zur Weiterführung der Wasserstraße begann 1919 der Bau der Schleuse bei Anderten. Im Laufe mehrerer Jahre wurden für das gigantische Projekt an die 600.000 Kubikmeter Erde und Mergelgestein ausgehoben. 1928 weihte Reichspräsident Paul von Hindenburg die seinerzeit größte Binnenschleuse Europas ein. Mit ihren eindrucksvollen, 14 Meter hohen Kammern ist sie bis heute für die Binnenschifffahrt unverzichtbar.

Auch seine Geschichte des Verkehrs möchte Lorenz Kurz für wenige Euro öffentlich zugänglich machen. Wer sich für das Verkehrswesen im alten Anderten interessiert, kann sich unter Telefon 9523073 an ihn wenden oder eine E-Mail an die Adresse lorenz.kurz@gmx.de schicken.

Gerda Valentin

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