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Ost 77 Wohnungen setzen neue Standards
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14:52 24.10.2013
Von Stefanie Kaune
Das Projekt „SüdSüdWest“ im Modell. Quelle: Anne Peters
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Hannover

Die Etagenwohnungen sind großzügig geschnitten und haben bodentiefe Fenster, die Penthäuser auf den Flachdächern sind mit Terrassen ausgestattet. In den Tiefgaragen gibt es einen Fahrstuhlanschluss in jede Etage und Ladestationen für Elektroautos, die sich aus Photovoltaikanlagen speisen. Und die Außenflächen dieser Wohnanlage sind wie ein Park gestaltet. Doch an der Willi-Blume-Allee in Misburg entsteht kein Luxusprojekt, dort baut die Wohnungsgenossenschaft Kleefeld-Buchholz. Mit ihrem Quartier „SüdSüdWest“, wo vergangene Woche der erste Spatenstich gefeiert wurde, will sie neue Maßstäbe im genossenschaftlichen Wohnungsbau setzen.

Richtungsweisendes und zukunftsorientiertes Projekt

In drei Bauabschnitten entstehen 77 Wohnungen, die sowohl bei Ausstattung, Haustechnik und Wohnumfeld als auch in Hinblick auf Bauökologie und Energiebilanz besondere Standards anstreben. „Wir wollen hier in Misburg ein richtungweisendes und zukunftsorientiertes Projekt starten“, sagte Christian Petersohn, Vorstandsvorsitzender der „Kleefeld-Buchholz“, zum Auftakt der Bauarbeiten für die ersten 26 Wohnungen, die im Sommer 2015 fertiggestellt sein sollen. Insgesamt investiert die Genossenschaft 20.5 Millionen Euro in drei Bauabschnitten in das neue Wohnquartier, das sich zwischen Mittellandkanal und Misburger Wald befindet. Das Neubauprojekt ist das größte einer Genossenschaft in Hannover seit der Weltausstellung im Jahr 2000. Die Mieten, versicherte Petersohn, würden indessen trotz der hohen Standards „fair und bezahlbar“ bleiben – und sich damit weiterhin am genossenschaftlichen Prinzip orientieren. Eine konkrete Höhe nannte er allerdings noch nicht. Allgemein gilt eine Miete zwischen acht und neun Euro als realistische Größe für sozialverträgliches Wohnen.

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8.000 neue Wohnungen

Zum Spatenstich fürs Quartier „SüdSüdWest“ waren auch Baudezernent Uwe Bodemann und Bezirksbürgermeister Klaus Dickneite gekommen. Das Projekt sei „eine gute Nachricht für Hannover und für das Misburger Steinbruchsfeld“, hob Bodemann hervor. Wie berichtet, hat die Stadtverwaltung vor, bis zum Jahr 2025 rund 8.000 neue Wohnungen zu schaffen. Dass rund ein Jahr nach Planungsbeginn bereits mit den Bauarbeiten auf der bisherigen Brache am Steinbruchsfeld begonnen werden konnte, sei zudem eine beachtliche Leistung, befand Bodemann.

Die neuen Wohnungen an der Willi-Blume-Allee verteilen sich auf vier moderne Baukörper mit Flachdächern und sind zwischen 55 und 170 Quadratmetern groß. Sie haben zwei bis fünf Zimmer und sind sämtlich mit Balkon oder Dachgarten ausgestattet, alle Etagen sind per Aufzug zu erreichen. Mit breiten Eingangstüren, schwellenlosen Zugängen sowie flachen Duschwannen in den Bädern wird zusätzlich Wert auf weitgehende Barrierefreiheit gelegt. Zudem gibt es sechs komplett rollstuhlgerechte Wohnungen. Diese Ausstattung lobte insbesondere Bezirksbürgermeister Dickneite, der selbst Rollstuhlfahrer ist. Das Bauprojekt werte das gesamte Quartier auf, sagte Dickneite.

Beachtung ökologischer Gesichtspunkte

Die Pläne für die Wohnanlage stammen von der hannoverschen Architektin Anne Peters. Sie hat die Gebäude unter ökologischen Gesichtspunkten als Niedrigenergie-Häuser konzipiert. Für die Energieeffizienz sorgen eine moderne Heizung mit Gasbrennwert-Technologie und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sowie dreifach verglaste Fenster und eine Wärmedämmung mit Steinwolle. Zudem gibt es begrünte Dächer und Photovoltaikanlagen auf bestimmten Gebäuden.

42 Einstellplätze in drei Tiefgaragen mit Ladestationen für Elektroautos und E-Bikes stehen den Mietern zur Verfügung, hinzu kommen 44 Parkplätze auf den Außenflächen an der Willi-Blume-Allee, die parkähnlich gestaltet werden. Drei Spielplätze sind in der Anlage vorgesehen. Für ein gutes nachbarschaftliches Miteinander gibt es ein eigens errichtetes Nebengebäude, das für Feiern und Treffen jeglicher Art kostenlos von den neuen Bewohnern genutzt werden kann. Und für kleine Reparaturen oder andere Alltagsprobleme wird eigens ein „Servicewart“ beschäftigt.

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