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Ost Kontakte zu Nachbarn erwünscht
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14:54 24.10.2013
Von Veronika Thomas
Bett auf Zeit: Das Sleep-in an der Anderter Straße soll Flüchtlinge beherbergen. Quelle: Klabe
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Misburg-Anderten

Viele Flüchtlinge in Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften wünschen sich Kontakte zu Einheimischen. Das berichtete Christian Mercker, Sozialarbeiter im Flüchtlingswohnheim in der Deurag-Nerag-Straße in Misburg, während einer Anhörung zur Flüchtlingsunterbringung in der jüngsten Sitzung des Bezirksrates Misburg-Anderten. „Wir haben gute Kontakte zur St.-Johannis-Kirchengemeinde, aber wir würden uns weitere Hilfen von Ehrenamtlichen oder Paten zur Unterstützung etwa von Behördengängen wünschen.“

Als sehr hilfreich bezeichnete Mercker eine größere Spende von Babymilch durch die Firma Rossmann und eine Lebensmittelspende zu Weihnachten vom örtlichen Edeka-Markt. „Das zeigt uns, dass wir willkommen sind.“ Zurzeit lebten in der Flüchtlingsunterkunft 107 Menschen aus 28 Nationen, viele kämen aus Somalia, Sudan und Afghanistan, darunter etliche Frauen mit kleinen Kindern.

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Vorbildlicher Umgang mit Flüchtlingen

Bisher gibt es im Stadtbezirk drei Flüchlingsunterkünfte: das Haus Am Seelberg mit 40 Plätzen, ein Wohnprojekt ausschließlich für Frauen und Kinder in der Gollstraße in Anderten mit 25 Plätzen und die Deurag-Nerag-Straße. Angemietet werden soll ab November noch ein Sleep-In in der Anderter Straße mit weiteren 50 Plätzen. Das Gebäude gehört, wie die Einrichtungen Am Seelberg und das Sleep-In in der Deurag-Nerga-Straße, zur Sleep-In GmbH von Jürgen Brumm, der sie zum Teil auch betreibt. Betreiber der Häuser in der Gollstraße und Am Seelberg ist die European Homecare GmbH mit Hauptsitz in Essen. „Die Stadt Hannover ist vorbildlich im Umgang mit Flüchtlingen“, sagte Renate Walkenhorst von European Homecare in Essen. Das beträfe nicht nur die Stadtverwaltung, sondern auch die Bevölkerung.

Berichte über Bau und Anmietungen der Unterkünfte

Zuvor hatte Marc Schadow vom städtischen Fachbereich Gebäudemanagement über die Maßnahmen von Bau und Anmietung zur Unterbringung von Flüchtlingen berichtet. Von den 650 vom Land Niedersachsen zugewiesenen Personen für 2013 seien 372 bereits da, 278 Menschen würden noch erwartet, allerdings könnten davon aktuell nur 120 untergebracht werden. Die Bauten für die restlichen Plätze seien erst Anfang 2014 bezugsfertig. Zurzeit verfüge die Stadt über 1300 Plätze für Flüchtlinge – in Wohnungen oder Heimen. Ob ein Unternehmen den Zuschlag für das Betreiben einer Unterkunft erhalte, darüber entscheide zu 50 Prozent der Preis und zu 50 Prozent das Konzept, das jeder Betreiber vorlegen müsse, sagte Schadow.

„Wir wollen die Politik dazu bewegen, dass die Kommunen auch finanziell in die Lage versetzt werden, Flüchtlinge möglichst dezentral in Wohnungen unterzubringen“, sagte Sigrid Ebritsch vom Flüchtlingsrat Niedersachsen. „Wir halten eine Unterbringung in Wohnheimen für höchstens ein Jahr für vertretbar, und zwar zur Erstversorgung“, sagte Ebritsch. Sonst würden die Bewohner unselbstständig und hätten anschließend Schwierigkeiten, sich zu integrieren.

Als gut bezeichnete sie das Wohnprojekt in der Gollstraße, wo ausschließlich Frauen mit Kindern lebten, von denen bereits viele in eigene Wohnungen vermittelt wurden. Zudem habe sich gezeigt, dass Frauen mit Kindern eine andere Art der Betreuung benötigten als etwa alleinreisende Männer. Diese Frauen hätten besonders viele Termine bei Behörden, weil sie sich unter anderem um Schul- und Kitaplätze kümmern müssten.

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