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Nord Zivilschutz gibt den Bunker auf
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01:10 04.12.2009
Eine Verschönerung der schäbigen Bunkerfassade mit Illusionsmalerei wird immer unwahrscheinlicher. Quelle: Schwarzenberger
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„Die Luftschutzbunker spielen in der Zivilschutzplanung des Bundes künftig keine Rolle mehr“, erklärte Dix. Was mit dem Gebäude passiert, ist noch offen. Klar ist aber, dass die Stadt künftig weniger Geld für die Unterhaltung des Bunkers bereitstellt. Das könnte sich als weitere Hürde für die Umgestaltung der Bunkerwand erweisen. Wie berichtet, hoffen viele Anwohner und Stadtteilpolitiker darauf, dass die Stadt grünes Licht für ein Projekt der Potsdamer Firma „Creative Stadt“ gibt. Das Unternehmen will die Bunkerwand mit Illusionsmalerei verschönern – finanziert von Sponsoren.

Während etliche andere Schutzbauten in Hannover längst in zivile Hände übergeben wurden – etwa das Jugendzentrum an der Mecklenheidestraße – werden im Herrenhäuser Bunker seit Jahrzehnten Schutzräume für den Katastrophenfall vorgehalten. Eine solche Nutzung sei aber nicht mehr zeitgemäß, sagte Stadtsprecher Dix: „Wartungs- und Unterhaltungsarbeiten werden, soweit sie nicht aus Gründen der Verkehrssicherung unbedingt notwendig sind, nicht mehr durchgeführt.“

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Bevor „Creative Stadt“ Hand an die Fassade anlegen könnte, müsste die Stadt aber erst das Dach samt Regenrinnen herrichten. „Diese Kosten werden auf rund 150.000 Euro geschätzt“, sagte Bezirksbürgermeisterin Margrit Heidi Stolzenwald in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Herrenhausen-Stöcken. Ob die Stadt dieses Geld trotz leerer Kassen ausgeben wird, ist damit fraglicher denn je. Im Baudezernat sei das Vorhaben der Potsdamer bislang auf wenig Gegenliebe gestoßen, sagte CDU-Fraktionschef Wolfgang Neubauer. „Dabei sehen wir und viele Bürger den Plan sehr positiv. Es wäre gut, wenn die Stadt zügig eine Entscheidung träfe“, meint Neubauer.

Zunächst ist aber die Wohnungsgenossenschaft Herrenhausen (WGH) gefragt. Sie erwägt, vor der Bunkerfassade ein schmales Bürogebäude zu errichten. „Über die Fassadenbemalung nachzudenken hat nur Sinn, wenn es der WGH nicht gelingt, die Bebauung vor dem Bunker zu realisieren“, betonte Dix. Das steht erst im Laufe des kommenden Jahres fest. Im Frühjahr 2010 will die Region Hannover ihre Pläne für den neuen Hochbahnsteig „Herrenhäuser Markt“ vorstellen. Die Haltestelle soll 2011 entstehen. Ihre exakte Position ist mitbestimmend dafür, ob der WGH genügend Raum für einen Neubau bleibt.

Die Genossenschaft plant ab 2011 erhebliche Investitionen am Marktplatz. Rund zwölf Millionen Euro sollen in Abriss und Neubau der Ladenzeile fließen. Am Nordende des Marktplatzes will die WGH ebenfalls einen neuen Gebäuderiegel errichten.

von Marcel Schwarzenberger

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