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NP-Sportlerwahl 2021 Der Adler steht ihr: Stina Johannes hat’s schon bis ins Nationalteam geschafft
Thema NP-Sportlerwahl 2021

NP-Sportlerwahl 2021: Stina Johannes hat es bis ins Nationalteam geschafft

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12:13 24.11.2021
Die 21-jährige Stina Johannes steht in der Bundesliga zwischen den Pfosten und studiert nebenbei Mathematik.
Die 21-jährige Stina Johannes steht in der Bundesliga zwischen den Pfosten und studiert nebenbei Mathematik. Quelle: IMAGO/Eibner
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Hannover

Alles hat seine Zeit, das steht schon in der Bibel. Ob Stina Johannes nun besonders gläubig ist, sei mal dahingestellt. Selbstbewusst ist sie jedenfalls. „Ich bin noch jung und entsprechend geduldig“, erzählte die 21-Jährige zu Beginn des Jahres nach ihrer ersten Nominierung für die deutsche Nationalmannschaft der Fußballfrauen. Viel wichtiger: „Meine Zeit wird kommen.“ Solche Sätze kommen nicht von ungefähr, auch als Torhüterin kämpft sie in Deutschland gegen große Konkurrenz.

Mit einer Problematik am Rücken hat Johannes in dieser Saison noch kein Spiel für Bundesligist SGS Essen absolvieren können. „Nein, es ist kein Bandscheibenvorfall“, sagt Johannes mit einem Lachen. „Ich kann sehr, sehr viel machen. Als Feldspielerin bin ich beim Training dabei, ich kann Krafttraining machen, bin nach wie vor fit.“ Ihr Trainer Markus Högner gibt ihr alle Zeit, weiß, was er an ihr hat: Er hat sie in der vergangenen Rückrunde sowie im DFB-Pokal, wo die SGS im Finale dem VfL Wolfsburg erst im Elfmeterschießen unterlag, zur Nummer eins gemacht.

Wodurch auch Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg auf sie aufmerksam wurde und sie erstmals nominierte. Bei insgesamt sechs Länderspielen saß die 36-fache Jugendnationalspielerin und U17-Europameisterin von 2017 als Nachrückerin auf der Bank. „Stina ist eine spannende Nachwuchstorhüterin“, sagte Voss-Tecklenburg nach dem ersten Lehrgang. „Wir beobachten sie schon seit mehreren Jahren.“

Stina Johannes wirbt um Ihre Stimme!

Die Auswahl ist wie bei den Männern riesig. Noch stehen andere in der Rangliste vor der Mathematikstudentin. „Ich habe ein gutes Feedback bekommen, aber es ist eher so ein Versprechen für die Zukunft“, sagt Johannes und korrigiert sich umgehend: „Hoffentlich, wobei, Versprechen klingt falsch, im Fußballbusiness gibt es keine Versprechen.“ Und dennoch will sie die erste Nachrückerin bleiben.

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Für die gebürtige Burgdorferin, die mit sechs Jahren beim Heeßeler SV erstmals zwischen den Pfosten stand, ging allein mit der Nominierung ein Kindheitstraum in Erfüllung. Darauf hat sie seit neun Jahren, seit ihrem ersten DFB-Training bei Silke Rottenberg, hingearbeitet. Und natürlich hat der Kopfmensch Johannes sich auch zu freuen gewusst. „Natürlich bin ich mit einem breiten Grinsen hingefahren“, sagt die 21-Jährige. „Ich glaube, am ersten Tag habe ich nicht einen zusammenhängenden Satz herausbekommen. Aber das hat sich dann sehr schnell gelegt.“

Ein Bild aus ganz jungen Jahren: Stina Johannes. Quelle: Archiv

Und wie sieht ihr Plan aus für die nächsten zehn Jahre? Johannes lacht: „Das ist eine super Frage.“ Dann wird sie wieder ernst und antwortet: „Um erst einmal auf das Sportliche zu schauen: Mein Traum ist es, fest zum DFB-Kader zu gehören und bei einem Topklub unterzukommen, um Champions League spielen zu können.“ Also so lange wie möglich und so hoch wie möglich zwischen den Pfosten stehen.

Nahe Zukunft der Burgdorferin ist offen

Ihr Vertrag in Essen läuft am Saisonende nach vier Jahren aus, zumindest ihre nahe Zukunft ist also offen. „Ich weiß es noch nicht, kann mir alles vorstellen. Aber darüber habe ich noch nicht nachgedacht, erst einmal geht es darum, wieder gesund zu werden“, sagt Johannes.

Bis zum nächsten Sommer wird sie zudem der Bachelor beschäftigen, neben dem Fußball darf sie sich mit so schönen Themen wie „Mannigfaltigkeiten“ aus der Differentialgeometrie herumschlagen. Alles hat eben seine Zeit. Der Fußball und das Leben danach.

Von Christoph Hage