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NP-Sportlerwahl 2021 Kämpferin mit viel Herz: Anna Monta Olek bietet auf und neben der Matte alle Kraft auf
Thema NP-Sportlerwahl 2021

NP-Sportlerwahl 2021: Judoka-Juniorin Anna Monta Olek bietet alle Kraft auf

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16:45 07.12.2021
Anna Monta Olek blickt auf ihre bisher erfolgreichste Saison zurück.
Anna Monta Olek blickt auf ihre bisher erfolgreichste Saison zurück. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Die Erinnerungen sind so präsent, als wäre es gestern gewesen. „Damals stand ich auf der riesigen Bühne. Ich hatte eine blaue Jeans und ein rosa Hemd an“, erzählt Anna Monta Olek. Das war 2013. Damals war die Judoka für die NP-Sportlerwahl nominiert – und gewann mit gerade mal elf Jahren als Jüngste überhaupt die Wahl. „Ich habe mich sofort zurückerinnert, als ich erfahren habe, dass ich in diesem Jahr wieder nominiert bin“, sagt die mittlerweile 19-Jährige.

Seit sie etwa vier Jahre alt ist, steht Olek in der Judo-Halle des Sportleistungszentrums. Ihr Vater – der zweifache Olympiateilnehmer Detlef Knorrek – war damals schon Trainer beim Judo-Team Hannover. Schnell kam die Idee auf, eine Kinderabteilung zu gründen. Man könnte meinen, der jungen Frau wurde der Sport in die Wiege gelegt.

Ganz so war es aber nicht. „Ich bin nebenbei auch geschwommen“, erzählt Olek. Im Alter von zehn Jahren musste eine Entscheidung für eine Sportart her. Und die fiel schnell auf den Kampfsport. „Das ist einfach abwechslungsreicher, es hat mir immer mehr Spaß gemacht“, sagt Olek. Doch so ganz den Rücken kehren konnte sie anderen Sportarten nicht. „Ich habe dann noch ein Jahr Triathlon gemacht.“ Dort wurde sie direkt Landesmeisterin.

Anna Monta Olek wirbt um Ihre Stimme!

Olek kämpfte stets im „guten Mittelfeld“. Bis 2017 der dritte Platz der deutschen Meisterschaften (U18) folgte. Schnell steigerte sich das Training von fünfmal die Woche auf rund 13 Einheiten. Der Einsatz wurde belohnt: In diesem Jahr gewann Olek – die gerade mitten in den Vorabiklausuren steckt – Gold bei der Junioren-Europameisterschaft und der Junioren-Weltmeisterschaft. Hinzu kommt bei der WM noch ein dritter Platz im Team.

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Leistungssport und Schule – ein straffer Zeitplan für eine junge Erwachsene. Fehlt da nicht der Ausgleich? All das, was andere junge Erwachsene in dem Alter machen? „Nein, ich habe nie etwas anderes kennengelernt.“ Doch trotz eiserner Disziplin fehlt auch Olek morgens manchmal die Motivation zum Aufstehen. „Im Winter ist das manchmal besonders schwer“, sagt sie. Umso mehr genießt die 19-Jährige die ruhigen Wochenenden.

In dieser Zeit töpfert die Sportlerin kleine Tonkugeln, die sie bemalt und anschließend verkauft. Den Erlös spendet sie dem Verein für krebskranke Kinder. „Ich finde es einfach wichtig, anderen zu helfen“, sagt sie. Das soziale Engagement hat sie von ihrer Mutter. Auch beim Norddeutschen Knochenmark- und Stammzellenspender-Register sowie dem Verein „Engel verleihen Flügel“ engagiert sich Olek.

Judo liegt in der Familie: Anna Monta Oleks Vater, Detlef Knorrek, hat zweimal an Olympischen Spielen teilgenommen. Jetzt unterstützt er seine Tochter bei der Karriere als Sportlerin. Quelle: Matthias Abromeit

Sportlich gesehen hat Olek ein großes Ziel: „Ich möchte natürlich mal bei Olympia starten.“ Ob das schon bei den Sommerspielen 2024 klappt? „In meiner Gewichtsklasse in Deutschland ist die Konkurrenz aktuell sehr stark. Aber man weiß ja nie, was kommt.“

Im kommenden Jahr startet Olek erstmals auch bei den Frauen. „Da möchte ich jetzt erst mal Erfahrungen und natürlich Punkte sammeln.“ Und das immer mit dem Papa an ihrer Seite. „Er ist oft beim Training dabei und unterstützt mich“, sagt Olek. Streit kennt das Papa-Tochter-Gespann nicht. „Es gibt zwar mal unterschiedliche Meinungen, aber richtig geknallt hat es beim Sport noch nie.“

Von Cecilia Spohn