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NP-Sportlerwahl 2021 Sie halten durch: Die Hannover Indians wollen die Play-offs wieder hautnah erleben
Thema NP-Sportlerwahl 2021

NP-Sportlerwahl 2021: Die Indians wollen die Play-offs wieder hautnah erleben

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09:10 22.12.2021
So sehen ihre Fans sie am liebsten: Die Hannover Indians bejubeln einen Treffer.
So sehen ihre Fans sie am liebsten: Die Hannover Indians bejubeln einen Treffer. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Die Hannover Indians waren, im wahrsten Sinne des Wortes, auf dem Weg in die Play-offs – die schönste Zeit in der Saison, der man als Eishockey-Spieler und Fan entgegenfiebert. „Wir saßen schon im Bus. Plötzlich hieß es, dass wir alle wieder raus sollten“, erzählt Igor Bacek. Der stellvertretende Kapitän der Indians erinnert sich noch genau an den Zeitpunkt, als der Corona-Test eines Mitspielers positiv ausgefallen war: „In diesem Mo­ment wusste ich, dass die Saison für uns beendet ist.“ Der Bus wäre in Richtung Ruhrpott gefahren, im Achtelfinale der Play-offs hätten es die Indians in ihrer Achtelfinalserie mit dem Herner EV zu tun gehabt. Für Bacek doppelt bitter: „Denn gegen Herne macht es mir immer sehr viel Spaß.“

Das war im April dieses Jahres. Die Indians hatten zu Beginn der Play-offs eine gute Form erreicht und hätten sich gute Chancen auf einen langen Verbleib in der Meisterrunde ausrechnen können. Ein guter Abschluss einer schweren Saison wäre dem ECH zu gönnen gewesen – sowohl der Mannschaft als auch den Verantwortlichen. Denn die Saison 2020/21 ging komplett ohne Zu­schau­er über die Bühne. Das macht keinen Spaß, das Erleben der Play-offs wäre der gerechte Lohn gewesen. „Es ist logisch, dass das auch immer ein wirtschaftlicher Schaden ist, wenn man keine Play-offs spielt“, sagt Jan Roterberg, kaufmännischer Leiter der Indians.

In der aktuellen Saison wurde das Drumherum auch nicht viel einfacher. Corona-Verordnungen, Hygienekonzepte – und immer wieder neue Vorgaben. Ein Hin und Her, „das dafür sorgt, dass die Leute keinen Durchblick mehr haben und irgendwann die Schnauze voll haben“, sagt Roterberg, der selbst einen juristischen Hintergrund hat und sagt, „dass die Verordnungen schwer zu lesen und teilweise rechtlich ein völliges Wirrwarr sind“. Immer wieder galt es sich mit Beschränkungen der Zuschauerkapazitäten zu beschäftigen – mit der Folge, dass das Ticketing im­mer wieder neu organisiert werden musste. Das Derby gegen die Scorpions Mitte Oktober vor über 4000 Zuschauern bedeutete mal wieder ein schönes Gefühl, die lang vermisste Eishockey-Atmosphäre hautnah zu erleben.

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Und warum sollte man die In­di­ans zur Mannschaft des Jahres wählen? „Weil wir durchhalten und noch leben“, sagt Hauptgesellschafter Uwe Schlüter und lacht – meint das aber ernst. Genau wie Roterberg: „Das ist tatsächlich etwas, das wir uns auf die Fahnen schreiben können. Und auch diese Saison werden wir überleben.“ Gerade in einer Sportart wie Eishockey ist das nicht selbstverständlich, mitten in einer Pandemie.

Indians stellen regelmäßig „Rookie of the year“

In sportlicher Hinsicht ge­hen sie am Pferdeturm sowieso ihren Weg weiter – der ge­ra­de jetzt Sinn macht. „Wir ha­ben ein junges Team, das schönes Eishockey spielt, mit entwicklungsfähigen Spielern, die nicht viel verdienen“, sagt Roterberg. Trainer Lenny Soccio versteht es schon seit Jahren, Talente mit Potenzial beim ECH für den nächsten Karriereschritt auszubilden – auch in dieser Saison. Und vielleicht gelingt es den In­di­ans ja auch wieder, in der traditionellen Wahl der Fachzeitschrift „Eishockey-News“ den „Rookie oft the year“ zu stellen. Der Neuling des Jahres war in den vergangenen vier Jahren dreimal ein Spieler der Indians – Kristian Hufsky (2020), Thore Weyrauch (2019) und Mark Ledlin (2018).

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Weitaus lieber wäre den Spielern jedoch, wenn die Saison möglichst lange fortgesetzt würde – mit Play-offs und idealerweise wochenlang mit den Indians. Aktuell liegt Soccios Truppe als Tabellensechster auf Kurs, um sich direkt für die schönste Zeit der Saison zu qualifizieren. Und diesmal sollen es Busfahrten werden, die nicht auf dem Parkplatz am Eisstadion vorzeitig beendet sind.

Von Stephan Hartung