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NP-Sportlerwahl 2021 Nicht das beste Jahr, aber: Aushängeschild Hannover 96 erlebt besondere Augenblicke
Thema NP-Sportlerwahl 2021

NP-Sportlerwahl 2021: Aushängeschild Hannover 96 erlebt besondere Augenblicke

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08:54 06.01.2022
Abgehoben: Sebastian Kerk feiert das Siegtor gegen den FC St. Pauli.
Abgehoben: Sebastian Kerk feiert das Siegtor gegen den FC St. Pauli. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Na klar, es war nicht das beste Jahr in der Geschichte der Fußballer von Hannover 96. Aber um die Bedeutung des Vereins für die Stadt zu ermessen, muss man nur eine Frage beantworten: Welche Mannschaft der Region ist in der Lage, ein Stadion mit 49 000 Menschen zu füllen?

Eben, das schaffen nur die Profis von Hannover 96. Sie sind das Aushängeschild, über das auch außerhalb der Stadtgrenzen diskutiert wird, selbst wenn es mal nicht so gut läuft. Und wenn in der Corona-Pandemie die Stadiontore für Fans geschlossen bleiben, sind die verordneten Geisterspiele auch für die Kicker ein Problem.

Erstmals seit 1998 gewinnt 96 wieder in Braunschweig

Diese Besonderheiten sollten berücksichtigt werden, wenn das sportliche Jahr 2021 für 96 beurteilt wird. Es gab ja auch schließlich immer mal wieder etwas zu feiern. Der für viele Fans sogar wichtigste Sieg gelang der Mannschaft am 6. Februar. Erstmals seit 1998 gewann 96 wieder in Braunschweig. Die Eintracht war zwar im Derby in Führung gegangen, am Ende aber mit 1:2 unterlegen. Valmir Sulejmani und Marvin Ducksch köpften jeweils Flanken von Niklas Hult ins Tor.

Trainer Kenan Kocak schwärmte danach von dem „historischen Erfolg“, beide Derbys in Hin- und Rückspiel gewonnen zu haben. 4:1 und 2:1 – die Derby-Krone ge­bührt den 96-Spielern. Den sportlichen Höhepunkt erlebte 96 am Ostersonntag in einem atemberaubenden weiteren Nordderby. Der Hamburger SV lag bereits mit 3:0 in Führung, 96 glich aber noch zum 3:3-Endstand aus. Ducksch traf einmal, Genki Haraguchi zweimal – erst mit einem Traumtor aus der Distanz und dann sogar im Sitzen. Ein tolles Spiel, nach dem die Luft aber ein bisschen raus war. Sporadisch konnte sich die 96-Mannschaft aber schon noch zu besonderen Leistungen aufraffen.

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Die neue Saison begann mit dem neuem Trainer Jan Zimmermann, dem neuen Sportchef Marcus Mann und elf neuen Spielern. So ein Umbruch braucht Zeit, den es im schnelllebigen Fußballgeschäft jedoch nur selten gibt. Marcel Franke, den Zimmermann zum Kapitän ernannte, „hatte schon gehofft, dass wir jetzt im Winter in der Tabelle weiter oben stehen würden“. Franke erklärt aber auch den Zwiespalt und die Probleme, die die Mannschaft auch in der neuen Saison begleiten. „Wir sind selbst überzeugt von unserer Qualität. Bei uns zweifelt niemand“, sagt der Verteidiger, „aber wir sind selbstkritisch, wir dürfen uns nicht in die Tasche lügen und ständig sagen: Qualität, Qualität, Qualität. Den Mix zu finden aus Qualität und Kampf, da­rum geht es in dieser Liga.“

Daran scheitert die 96-Mannschaft noch zu oft, aber es blitzt immer mal wieder auf. Wie beim 1:1 zum Saisonauftakt in Bremen, beim 1:0-Sieg gegen den späteren Herbstmeister St. Pauli oder beim gleichen Ergebnis ge­gen den Hamburger SV.

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Auch das 3:0 in der zweiten DFB-Pokalrunde gegen Fortuna Düsseldorf gehört zu den Höhepunkten. Damit si­cher­te sich 96 das Achtelfinalticket mit dem Heimspiel am 19. Januar gegen Bundesligist Borussia Mönchengladbach. Es wird die Neuauflage des Pokalfinales von 1992, das 96 im Elfmeterschießen gewonnen hatte.

Da dürfte die Mannschaft unter dem neuen Trainer keinesfalls chancenlos sein. Mit Christoph Dabrowski holte 96 zwei Siege aus den letzten drei Partien. Das nährt die Hoffnung auf ein besseres, richtig gutes Jahr 2022 für 96.

Von Andreas Willeke