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09:27 07.04.2012
Von Björn Franz
Victoria Huse (2. von rechts) lässt sich nach ihrem Treffer von den Mitspielerinnen im deutschen Hockeyteam feiern. Quelle: Ulrich zur Nieden
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Hannover

Victoria Huse stand goldrichtig. Die 16-Jährige vom DHC Hannover hielt ihren Schläger in der 22. Minute nach einer Strafecke genau im richtigen Moment in die Schussbahn und fälschte die Kugel über die englische Torhüterin hinweg zum zwischenzeitlichen 2:1 für die deutschen „U18“-Juniorinnen ins Netz ab. Es war für sie der perfekte Einstand in das Heimspiel auf der Anlage ihres Klubs an den Herrenhäuser Gärten. Zumal der deutsche Hockeynachwuchs am Freitag zum Auftakt des Vier-Nationen-Turniers gleich doppelten Grund zur Freude hatte: Huse gewann mit der „U18“ letztlich mit 3:2 gegen England, zuvor hatte die „U16“ die Gäste von der britischen Insel sogar mit 5:0 besiegt.

Zwei Jahre nach dem Gastspiel der männlichen Nachwuchsteams schauen nun die weiblichen Talente aus den führenden europäischen Hockeynationen Deutschland, Niederlande, England und Spanien an der Graft vorbei. Die Verantwortlichen des Klubs werten das als Auszeichnung für ihre gute Arbeit als Gastgeber im Jubiläumsjahr 2010, als der DHC seinen 100. Geburtstag feierte - und als willkommene Gelegenheit, Werbung für den Hockeysport zu machen. Dafür kalkuliert der Verein bei dem Turnier, das noch bis zum Ostermontag läuft, sogar ganz bewusst einen Verlust ein.

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Zwar werden die Kosten für die Unterbringung der Mannschaften - insgesamt etwa 160 Personen - in der Jugendherberge am Maschsee von den teilnehmenden Verbänden getragen. Ein Minus wird für den DHC am Ende aber dennoch übrigbleiben. „Wir müssen sehen, dass die rote Zahl letztlich nicht zu tiefrot wird“, sagt Präsident Hans-Hermann Alex, dessen Klub trotzdem darauf verzichtet, von den Zuschauern Eintritt zu verlangen. „Das würde nur potenzielle Besucher abschrecken“, sagt Andreas Lessmann, der beim DHC für Marketing zuständig ist. „Die Leute sollen mit ihren Kindern vorbeikommen, eine Bratwurst essen und am nächsten Tag wiederkommen. Und vielleicht kommen sie ja dann in einer Woche zum Training vorbei.“

Ob diese Rechnung aufgeht, wird man abwarten müssen. Mit dem Zuspruch am Eröffnungstag, zu dem etwa 350 Besucher kamen, waren die Organisatoren aber schon einmal zufrieden. Zumal es auch von Seiten der Gäste viel Lob gab. „Die Anlage ist wirklich schön, und das Turnier ist auch sehr gut organisiert“, sagte Akim Bouchouchi nach dem erfolgreichen Einstand als „U18“-Cheftrainer - und schickte gleich noch ein Sonderlob an die Lokalmatadorin Victoria Huse hinterher. „Was ich von ihr gesehen habe, hat mir sehr gut gefallen“, sagte der deutsche Coach. „Nicht nur ihr Tor, sie hatte auch sonst aus der Abwehr heraus gute Ideen.“

Die Verantwortlichen des DHC werden das gerne hören. Schließlich ist die Leistung von Huse und der nach der Hallensaison zum Berliner HC gewechselten Jana Gonnermann, die ebenfalls aus der eigenen Jugend stammt, eine Bestätigung für ihre Aufbauarbeit. Und die wird inzwischen auch bundesweit zur Kenntnis genommen. Nicht zuletzt wegen der beiden deutschen Meistertitel bei der weiblichen Jugend B. Bei den nordostdeutschen Meisterschaften war der DHC sogar als einziger Verein in allen sechs Altersklassen vertreten. Und der nächste Meilenstein soll schon im Juni folgen: Dann soll der zweite Kunstrasenplatz auf der Anlage an den Herrenhäuser Gärten eröffnet werden. Damit wäre der Klub in Niedersachsen auch in dieser Hinsicht Vorreiter.

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