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Sportmix VfL-Coach McClaren muss um seinen Job bangen
Sportbuzzer Sportmix VfL-Coach McClaren muss um seinen Job bangen
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17:19 17.12.2010
VfL-Coach Steve McClaren. Quelle: dpa
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Siegen oder fliegen: Die Ausgangslage für Steve McClaren vor dem letzten Vorrundenspiel des VfL Wolfsburg am Samstag gegen 1899 Hoffenheim erscheint denkbar einfach. Das Hinrunden-Finale des Fußball-Bundesligisten könnte auch für den VfL-Coach zum persönlichen Endspiel werden. Nach einer bislang enttäuschenden Saison für den selbst ernannten Europapokal-Aspiranten ist die Trainerdiskussion beim VfL in vollem Gange.

„Ich verstehe die Diskussion. Dafür bin ich lange genug im Geschäft“, sagte McClaren am Freitag. Der Engländer rechnet offensichtlich selbst mit der Entlassung, sollte der Meister von 2009 am Samstag verlieren: „Das ist das größte Spiel der Saison. Da ist das Resultat sehr, sehr wichtig. Fast wichtiger als die Leistung.“

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Manager Dieter Hoeneß vermied ein Treuebekenntnis für den Coach. „Ich habe mich seit Wochen nicht dazu geäußert und werde das auch jetzt nicht tun“, sagte Hoeneß der Nachrichtenagentur dpa. Bis in den November hinein hatte der Geschäftsführer stets eine Lanze für den ersten englischen Bundesliga-Trainer gebrochen. Sein jetziges Ausweichen begründete er damit, eine Diskussion vermeiden zu wollen: „In dem Moment, wo ich mich irgendwie dazu äußere, habe ich sie.“

Dabei sind die Spekulationen längst nicht mehr aufzuhalten, die Stimmung bei den Fans und vor allem im Mutterkonzern Volkswagen hat sich inzwischen gedreht. Lokale Medien brachten bereits den in Stuttgart geschassten Christian Gross, den ehemaligen HSV-Coach Martin Jol und DFB-Sportdirektor Matthias Sammer als mögliche Nachfolger für McClaren ins Gespräch. „Das ist Unsinn“, kommentierte Hoeneß dies. Vonseiten des Clubs heißt es offiziell: Das Schicksal McClarens hängt nicht vom Ausgang des Spiels gegen Hoffenheim ab.

Am Donnerstag hatte Aufsichtsratschef Francisco Javier Garcia Sanz Öl ins Feuer gegossen und harsche Kritik am Zustand der Werkself auf der VfL-Homepage veröffentlicht. „Wir sind selbstverständlich mit der sportlichen Situation nicht zufrieden“, wurde der VW-Vorstand zitiert. “18 Punkte und Platz 14 sind keinesfalls das, was wir uns vorgestellt haben.“ Bislang ist es McClaren nicht gelungen, den VfL trotz der vor der Saison ligaweit höchsten Investitionen in Höhe von 37,6 Millionen Euro in der Spitzengruppe der Liga zu etablieren.

Garcia Sanz garnierte seine deutlichen Worte mit dem klaren Hinweis, die restlichen Spiele in diesem Jahr mögen bitte gewonnen werden: „Wir sind überzeugt, dass unser VfL immer noch die Chance hat, in der nächsten Saison wieder auf Europas Fußballbühne zurückzukehren. Ein Sieg gegen Hoffenheim und ein Weiterkommen im Pokal gegen Cottbus wären dafür das richtige Signal.“

Hoeneß wies darauf hin, dass die Geschäftsführung und nicht der Mutterkonzern über einen Trainerwechsel zu befinden habe („Das entscheidet ja nicht VW“). Allerdings darf dem ausgebufften Manager Garcia Sanz getrost ein politisches Signal unterstellt werden. „Wir haben diesbezüglich großes Vertrauen in die Arbeit der Geschäftsführung, mit der wir uns in einem fortwährenden, engen Dialog befinden“, schrieb er weiter. Spätestens seit diesen Worten dürfte McClaren im Fall einer Pleite nicht mehr zu halten sein.

Der erste englische Bundesliga-Trainer appellierte am Freitag noch einmal an die Bosse, weiter Geduld aufzubringen. „Das, was der VfL braucht, ist Konstanz. Nur, wenn wir alle zusammen halten, werden wir Erfolg haben“, prophezeite der ehemalige englische Nationaltrainer.

dpa