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Sportmix Torjäger Mlapa drückt die Daumen vor dem Fernseher
Sportbuzzer Sportmix Torjäger Mlapa drückt die Daumen vor dem Fernseher
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11:24 13.11.2011
Peniel Mlapa (r.) hat drei Tore gegen Griechenland erzielt und fehlt gegen Zypern wegen einer Gelbsperre. Quelle: dpa (Archiv)
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Dasaki Achnas/Düsseldorf

Als die deutschen U 21-Fußballer am Samstag auf Zypern landeten, war ihr Matchwinner schon wieder in der Heimat. Peniel Mlapa, der mit drei Toren und dem Siegtreffer in der Nachspielzeit den spektakulären 5:4 (2:2)-Erfolg in Griechenland am Freitagabend gesichert hatte, fehlt im letzten EM-Qualifikationsspiel des Jahres wegen einer Gelbsperre. Das tat der Freude über einen unglaublichen Erfolg aber keinen Abbruch. „So ein Spiel habe ich noch nie in meinen 20 Jahren erlebt. Das war irre. Jetzt drücke ich den Jungs vor dem Fernseher die Daumen“, sagte der Hoffenheimer Bundesligaprofi.

Dramatik pur, tolle Tore und ein in letzter Sekunde gesicherter Sieg - da war auch Rainer Adrion begeistert. „Ich finde kaum Worte für dieses sensationelle Spiel. Das ist einfach Wahnsinn“, meinte der DFB-Coach nach dem sechsten Erfolg im sechsten Qualifikationsspiel. Damit ist dem DFB-Team (18 Punkte) in der Gruppe 1 der Einzug in die Playoffs kaum noch zu nehmen. Weißrussland (10) und Griechenland (9) liegen abgeschlagen auf den Rängen zwei und drei.

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Lange Zeit sah es in der ausgeglichenen und kurzweiligen Partie nach einer Punkteteilung aus, ehe Mlapa in der hektischen Schlussphase mit seinem dritten Treffer an diesem denkwürdigen Abend im Asteras Tripolis Stadion den Schlusspunkt setzte. „Ich hatte über das ganze Spiel ein gutes Gefühl. Wir haben auch früher schon kleinere Rückschläge weggesteckt“, sagte der Hoffenheimer Torjäger, der in der Bundesliga mehr als ein halbes Jahr nicht traf, in der U 21 aber sieben Treffer in den letzten drei Spielen erzielte und mit 8 Toren hinter Kapitän Lewis Holtby (9) bester Schütze im Team ist.

Zunächst drehte Mlapa mit zwei Treffern (28./45.+1) die Partie nach dem 0:1-Rückstand durch Thanos Petsos (22.). Kurioserweise traf Kostas Fortounis, der später noch die Rote Karte sah, als zweiter Profi des 1. FC Kaiserslautern gegen seinen Clubkameraden Kevin Trapp zum 2:2 (45.+3). Der Torhüter musste dann mit einer Knieprellung ausgewechselt werden, konnte die Reise nach Zypern aber antreten.

Die Führung durch Alexander Esswein (56.) egalisierte erneut Petsos, ehe Stefan Bell das 4:3 gelang (87.). In der Nachspielzeit überschlugen sich die Ereignisse: Erst traf Panagiotis Vlachodimos zum 4:4 (90.+3), dann gelang Mlapa mit einem Schuss aus 25 Metern der viel umjubelte Siegtreffer (90.+5). „Normal sind Fernschüsse nicht mein Ding. Aber in solchen Situationen muss man auch mal etwas Außergewöhnliches wagen“, sagte der Mittelstürmer auf „dfb.de“.

Trainer Adrion war hochzufrieden mit dem Auftritt seines Torjägers. „Ich freue mich für ihn, das bringt ihn persönlich auch weiter und uns hat er damit zum Sieg verholfen“, meinte der Coach. Auch in Hoffenheim haben sie seinen Gala-Auftritt zur Kenntnis genommen, denn Manager Ernst Tanner saß in Tripoli auf der Tribüne. „Ich will mich im Training wieder anbieten und den Coach selbst überzeugen“, sagte Mlapa, der zuletzt in der zweiten Mannschaft Spielpraxis sammeln musste.
Im letzten Spiel des Jahres auf Zypern am Dienstag (17.45 Uhr/Sport1) fehlt neben Mlapa auch Patrick Funk wegen einer Gelbsperre. Torhüter Trapp ist zwar an Bord, könnte aber auch von Oliver Baumann oder dem erstmals nominierten Bernd Leno vertreten werden.

dpa