Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Sportmix Schwere Krawalle überschatten BVB-Erfolg
Sportbuzzer Sportmix Schwere Krawalle überschatten BVB-Erfolg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:26 26.10.2011
Anzeige
Dortmund

Nach den schweren Krawallen beim Pokalspiel in Dortmund ermittelt der DFB-Kontrollausschuss, dem unterlegenen Zweitligisten Dynamo Dresden droht eine empfindliche Strafe. „So massive Angriffe gegen die Polizei habe ich in meiner Laufbahn als Polizeiführer von Fußballeinsätzen noch nicht erlebt“, sagte Polizei-Einsatzleiter Peter Andres nach dem 2:0 (1:0)-Sieg des deutschen Fußball-Meisters Borussia Dortmund gegen Dynamo Dresden.

Das sportliche Geschehen geriet leider schnell in Vergessenheit. „Wir sind massiv angegriffen worden. Der Einsatz war Schwerstarbeit“, sagte Andres. In einer ersten Bilanz resümierte die Polizei 17 Verletzte, davon zwei Beamte, 15 Festnahmen und 17 Strafanzeigen. Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ist tätig geworden.

Anzeige

„Der Kontrollausschuss hat die Ermittlungen aufgenommen“, sagte DFB-Medienchef Ralf Köttker am Mittwoch. Dresden droht eine empfindliche Strafe, denn die Anhänger des Vereins gelten als Wiederholungstäter. Das Spiel wurde wegen der Randale 15 Minuten später angepfiffen und musste dreimal unterbrochen werden.

„Das Image haben wir uns mal wieder deutschlandweit versaut“, sagte Dynamo-Präsident Andreas Ritter. Schon vor dem Spiel waren Polizisten mit Steinen, Flaschen und Leuchtraketen attackiert worden. Rund 10.000 Gäste-Fans waren ins Ruhrgebiet gekommen. Nur ein großes Aufgebot an Einsatzkräften konnte ein Stürmen des Dortmunder Fanblocks verhindern. Während der Partie zwangen Pyrotechniken, Knallkörper und eine Laser-Attacke gegen Nationalspieler Mario Götze den guten Schiedsrichter Peter Gagelmann, das Spiel dreimal zu unterbrechen (23./48./79. Minute).

Als hinterher Dynamo-Anhänger über die Zäune klettern wollten und auf Ordner einschlugen, ging die Polizei mit Schlagstöcken und Pfefferspray dazwischen. Danach randalierten die Fans weiter und beschädigten Verkaufsstände und Stadioneinrichtungen. Nach BVB-Angaben entstand ein Schaden in Höhe von etwa 150.000 Euro.

Dresdens Sportlicher Leiter Steffen Menze war erschüttert: „Wir hatten es nicht nötig, so ein Zeichen für die Fan-Szene zu setzen. Das wirft uns zurück.“ Der Verein hatte in der Vergangenheit im Dialog mit den Fans versucht, die Probleme in den Griff zu bekommen.

Vor der Partie mussten Zufahrtswege gesperrt werden, die Spieler kamen verspätet ins Stadion. „Es ist schon komisch, nicht ins eigene Stadion zu kommen. Wir waren ja nur 500 Meter entfernt im Hotel und durften nicht los“, schilderte BVB-Kapitän Sebastian Kehl. Der Dresdener Bus legte derweil am Straßenrand eine Zwangspause ein.

„Emotionale Stimmung im Stadion liebe ich, wenn es im Rahmen bleibt. Aber in dem Moment, wo Leute gefährdet werden, hört der Spaß auf. Als es hier geknallt hat, was es definitiv zu viel“, sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp.

Seiner Mannschaft attestierte er nach den Toren von Robert Lewandowski (30. Minute) und Götze (65.) vor 73.100 Zuschauern einen verdienten Arbeitssieg. „Wir haben das Spiel nicht dominiert, wir haben es kontrolliert und sind eine Runde weiter. Mehr konnte man heute nicht erreichen“, sagte Klopp, der erst zum zweiten Mal in seiner Dortmunder Amtszeit das Pokal-Achtelfinale erreichte. „Die haben völlig verdient gewonnen“, meinte auch Dynamo-Coach Ralf Loose.

dpa