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"Schwere Geburt": Berger ringt weiter um DTM-Zukunft

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11:34 30.07.2020
Kämpft weiter um den Fortbestand der DTM: Renn-Boss Gerhard Berger. Quelle: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa
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Spa-Francorchamps

Die DTM rast bei ihrem Neustart nach der Corona-Zwangspause gegen ihr drohendes Ende an. Auch mehr als drei Monate nach dem angekündigten Abschied von Audi zum Jahresende ringt Serienchef Gerhard Berger um die Zukunftsfähigkeit des Deutschen Tourenwagen Masters (DTM).

Vor dem Aufbruch in die Notsaison in Belgien mit einem an der Formel 1 angelehnten Hygiene- und Sicherheitskonzept herrscht weiter Ungewissheit. "Als Erstes muss man ja sagen: Sie startet! Und ob es das Abschiedsjahr wird, ist noch offen. Die Diskussionen sind voll im Gange", sagte DTM-Boss Berger der Deutschen Presse-Agentur vor dem Neustart an diesem Wochenende in Spa-Francorchamps. Letztmals fuhr die DTM 2005 auf dem Traditionskurs in den Ardennen. "Ich bin immer noch positiv und zuversichtlich, muss aber auch zugeben: Es ist dieses Mal einfach eine schwere Geburt."

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Berger läuft die Zeit davon. Von einer Internationalisierung der Serie kann keine Rede mehr sein. Für den ehemaligen Formel-1-Piloten gibt es daher nur zwei realistische Optionen: Ende der DTM oder eine Neuausrichtung mit GT3-Autos.

"Es ist eine Zeit gekommen, wo man über die Abwicklung der DTM nachdenken muss. Wenn keine der deutschen Hersteller bereit sind, diese Plattform und diese Serie zu unterstützen, dann wird's eng", räumte Berger vor Kurzem in der Sendung "Sport und Talk aus dem Hangar-7" bei Servus TV ein. Wenn die DTM-Dachorganisation ITR die Serie aber weiterführen wolle, "dann müssen wir GT3 machen, weil es das einzige technische Reglement ist, wo viele Hersteller involviert sind. Es ist naheliegend, dass man auf GT3 geht."

Pikanterweise startet auf dem Lausitzring auch wieder das ADAC GT Masters. In der erfolgreichen Serie kommen schon seit Jahren Autos der Kategorie GT3 von Herstellern wie Mercedes, Porsche, Lamborghini oder Bentley zum Einsatz. Warum sollten diese aber ihre funktionierende Plattform verlagern oder sogar verlassen? Berger müsste jede Menge Überzeugungsarbeit leisten.

Der Österreicher hofft, dass die kürzeste DTM-Saison ihrer Geschichte nicht auch ihre letzte wird. Für den Neustart mit einem strengen Hygiene- und Sicherheitskonzept hat er sich Anschauungsunterricht bei der Formel 1 in Spielberg geholt. "Ich war ja in Österreich vor Ort und kann sagen: Die Formel-1-Jungs waren so gewissenhaft wie unsere Jungs, alle sind sich ihrer Verantwortung zu dem Thema voll bewusst", versicherte Berger. "Das war schon eine gute und wichtige Vorbereitung auf unser jetziges Rennen in Spa."

Wie in der Formel 1 auch wird in der DTM vor leeren Rängen gefahren. Es gelten nicht nur vor dem ersten Freien Training am Samstag (9.00 Uhr/ran.de) Kontaktbeschränkungen, Abstandsregeln und Maskenpflicht. Fehltritte in dem dicht getakteten Kalender mit neun Events in Deutschland, Belgien und den Niederlanden bis zum Saisonfinale am 8. November in Hockenheim wären fatal.

Es gibt Fahrergrößen wie die ehemaligen Formel-1-Piloten Robert Kubica oder Timo Glock (beide BMW) - als Favorit auf den Gesamtsieg gilt aber René Rast. "Der dritte Titel würde mir viel bedeuten", sagte der Audi-Pilot, der schon 2017 und 2019 erfolgreich war.

© dpa-infocom, dpa:200729-99-971361/4

dpa