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Sportmix Schalke-Trainer Magath giftet gegen Bayern
Sportbuzzer Sportmix Schalke-Trainer Magath giftet gegen Bayern
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11:01 03.04.2010
Engagiert: Schalkes Trainer Felix Magath. Quelle: dpa
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Damals, im September 1985, ging es nicht wie beim Bundesliga-Gipfel am Sonnabend in Gelsenkirchen um die deutsche Meisterschaft, sondern um das Weiterkommen im UEFA-Pokal. „Das war eine unglaubliche Geschichte für Sparta Rotterdam, dass wir eine große Mannschaft wie Hamburg mit Spielern wie Magath aber auch Manfred Kaltz geschlagen haben“, blickte van Gaal zurück. Seinerzeit traf er als Sparta-Kapitän im Elfmeterschießen „oben in die Kreuzung“, wie der Niederländer fast schon vergnügt erzählte.

Am Sonnabend tragen die Kontrahenten auf dem Rasen Namen wie Franck Ribery und Kevin Kuranyi. Und diesmal setzt Magath darauf, nach dem Schlusspfiff Grund zur Freude zu haben. „Ich bin überzeugt, dass wir dieses Spiel gewinnen können“, sagte er. Ein Sieg der Schalker würde den Westdeutschen einen Fünf-Punkte-Vorsprung auf den Fußball-Rekordmeister bescheren – und wohl die Vorentscheidung im Titelkampf bedeuten.

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Zwar seien auch dann die Titelchancen nicht dahin, meinte van Gaal. Aber dennoch ist die Partie wieder eine von den Begegnungen, die er gerne in die holländische Kategorie „Tod oder Gladiolen“ einstuft. Ob beim 1:0 im DFB-Pokal-Halbfinale über die Gelsenkirchener oder in der Champions League gegen Turin, Florenz oder Manchester: Die Münchener erreichten immer gute Ergebnisse, wenn es um etwas ging. „Das ist auch ein Kennzeichen einer Spitzenmannschaft“, sagte van Gaal.

Der Niederländer mag diese Alles-oder-nichts-Spiele, und fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem 5:1 seiner Wolfsburger über die damals gedemütigten Münchener ist auch Magath vor dem Liga-Spitzenspiel voll in seinem Element. Einen süffisanten Kommentar darüber, dass der Bayern-Vorstand mit einer Beschwerde über den Schalker Rasen an die Öffentlichkeit gegangen war, konnte sich der 55-Jährige nicht verkneifen. „Ich weiß nur, dass die Bayern hier gewonnen und daheim gegen Stuttgart verloren haben. Welche Schlussfolgerungen daraus zu ziehen sind, überlasse ich dem Vorstand des FC Bayern“, stichelte Magath.

Personell sieht es auf beiden Seiten vor dem Gipfeltreffen gut aus. Aus Schalker Sicht widmete sich Magath auch noch einmal Bayern-Angreifer Arjen Robben, der mit seinem Traumsolo den Pokal-K.o. der „Königsblauen“ besiegelt hatte und am Sonnabend, wie auch Ribery, im offensiven Mittelfeld für Akzente und Torgefahr sorgen soll. „Wir freuen uns auf Arjen Robben, der mit 25 Millionen Ablöse noch verhältnismäßig preiswert war“, sagte der Schalker Trainer. „Wir verfügen nicht über Spieler mit dieser individuellen Klasse, sondern haben unseren Mannschaftsgeist. Wir haben uns über die ganze Saison die Erfolge erarbeitet und werden kampfbetont in die Partie gehen. Mal sehen, was die große Bayern-Mannschaft dagegenzuhalten hat.“

Sätze wie diese sind es, die den Münchenern noch einmal vor Augen führen, welche Sprüche Magath erst machen wird, wenn er den Bayern erneut ein Schnippchen schlagen würde.