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Sportmix „Rote Teufel“ - harmlos, torlos, Punkte los
Sportbuzzer Sportmix „Rote Teufel“ - harmlos, torlos, Punkte los
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13:45 01.10.2011
Kaiserslauterns Itay Shechter ist nach der 0:2-Niederlage gegen Stuttgart enttäuscht. Quelle: dpa
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Kaiserslautern

Stefan Kuntz versuchte es mit Humor zu nehmen. „Wenn man in den Annalen nachschaut, wird man Szenen finden, in denen ich sogar aus einem Meter das Tor nicht getroffen habe“, erinnerte sich der Vorstandschef des 1. FC Kaiserslautern an seine aktive Zeit in gegnerischen Strafräumen. So richtig zum Lachen war dem einstigen Stürmer nach dem 0:2 seines Teams gegen den VfB Stuttgart aber nicht zumute. Vor allem die Situation in der 74. Minute hatte den Europameister von 1996 verzweifeln lassen, war sie doch symptomatisch für die Misere seines „FC Torlos“.

Kapitän Christian Tiffert hatte den israelischen Neuzugang Itay Shechter gekonnt in Szene gesetzt, der Angreifer den Ball ebenfalls elegant zu Kostas Fortounis weitergeleitet. Der junge Grieche hatte nun freie Bahn, entschied sich jedoch zu einem erneuten Querpass auf Shechter. „Bis dahin habe ich mich noch gefreut. Der Pass von Kostas war gut“, sagte Lauterns Coach Marco Kurz nach der Partie. Die Freude währte nur kurz: Shechter verstolperte den Ball, die Stuttgarter klärten - und die bis dahin bewundernswert geduldigen Fans pfiffen.

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Nach der fünften Saisonniederlage bemühte sich Kuntz, die Lage zu relativieren. „Das ist sicherlich ein Tal“, gestand der 48-Jährige, der in der anstehenden zweiwöchigen Bundesliga-Pause dennoch nicht in Aktionismus verfallen wird. „Wir haben vor der Saison ja nicht gesagt, dass wir gegen den Abstieg spielen werden, weil uns nichts besseres eingefallen ist“, sagte Kuntz. „Vielmehr war uns klar, dass wir mit Lakic, Moravek und Ilicevic deutlich an Substanz verloren haben.“

Den "Roten Teufeln" fehlt Effektivität und Kaltschnäuzigkeit

Die fehlende Effektivität und Kaltschnäuzigkeit in vorderster Front droht dem FCK nun zum Verhängnis zu werden. Mit fünf Toren, davon drei allein beim bisher einzigen Saisonsieg (3:1 gegen Mainz 05), haben die Pfälzer die schlechteste Ausbeute. „Irgendwann muss man einfach mal treffen“, forderte Tiffert. Er selbst hatte im ersten Durchgang selbst eine hundertprozentige Möglichkeit vergeben.

Tiffert wirkte am Freitagabend schon ein bisschen ratlos. „Was sollen wir machen? Wir können uns ja keinen neuen Spieler zaubern und das Transferfenster ist auch geschlossen“, meinte der Mittelfeldspieler, der in der Vorsaison vor allem als Vorbereiter geglänzt hatte. „Die, die da sind, müssen die Tore machen“, sagte der 29-Jährige. Müssen ja, können nein.

Was Effektivität ist, durften sich Shechter und Co. beim VfB Stuttgart abgucken. Die Schwaben agierten vor der Pause erschreckend schwach, nutzten dann nach dem Seitenwechsel aber ihre wenigen Möglichkeiten. Erst beendete Nationalstürmer Cacau seine Torflaute nach 516 Minuten (52. Minute), dann gelang dem Niederländer Khalid Boulahrouz in seinem 102. Liga-Spiel sein zweiter Treffer überhaupt (69.).

Sein erstes Tor hatte Boulahrouz vor sechseinhalb Jahren beim 4:3 in Bielefeld für den HSV gemacht. „Damals hat es geschneit“, erinnerte sich der 30-Jährige. Sollten die Lauterer Stürmer ebenfalls erst wieder treffen, wenn der erste Schnee vom Himmel fällt, könnte es für den Traditionsclub fast schon zu spät sein.

dpa

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