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Sportmix Pechstein will Doping-Vorwürfe entkräften
Sportbuzzer Sportmix Pechstein will Doping-Vorwürfe entkräften
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13:37 06.08.2009
Verteidigt sich: Claudia Pechstein
Verteidigt sich: Claudia Pechstein Quelle: ddp
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„Eigentlich bin ich nicht in der Beweispflicht, aber ich möchte die Sache geklärt haben und stehe dazu bereit“, sagte die 37-Jährige auf der mit Spannung erwarteten Pressekonferenz am Donnerstag in Berlin: „Ich bin in den letzten Monaten durch die Hölle gegangen.“

Die Leitung der Untersuchungen solle die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) als neutrale Instanz übernehmen. Das sagte Pechsteins Manager Ralf Grengel. Täglich zweimal solle der Urin von Pechstein geprüft und jeden dritten Tag eine Blutprobe von verschiedenen Laboren entnommen werden. „So könnten wir klären, dass die Schwankungen der Retikulozyten-Werte auf normale Ursachen zurückzuführen ist“, sagte Grengel.

Eine Quarantäne wie sie der Dopingexperte Fritz Sörgel vorgeschlagen hat lehnte Pechstein jedoch ab: „Es muss unter menschlichen Bedingungen stattfinden.“

Pechstein war am 1. Juli vom Weltverband ISU wegen überhöhter Werte der Retikulozyten, eine Vorstufe der roten Blutkörperchen, für zwei Jahre gesperrt worden. Gegen dieses Urteil hat die mit fünf Goldmedaillen erfolgreichste deutsche Winter-Olympionikin vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS Berufung eingelegt, die auch eine Aussetzung der Strafe bis zur endgültigen Klärung beinhaltet. Mit einer Entscheidung im Eilantrag rechnet Pechsteins Anwalt Simon Bergmann in der kommenden Woche.

Neben dem Vorschlag einer freiwilligen Untersuchung hat das Pechstein-Lager eine Reihe von Argumenten hervorgebracht, die vor allem auf Verfahrensfehler der ISU zielen. So gibt es eine Probe am 15. April 2009, die in den Kontrolllaboren in Kreischa und Lausanne ermittelt wurde, aber angeblich zwei unterschiedliche Retikulozyten-Werte aufweisen. Ein Experte für externe Qualitätskontrolle erklärte aus den Erkenntnissen eines neuen Ringversuches, dass Messschwankungen bei der Ermittlung der Retikulozyten-Werte in der Praxis durchaus normal seien.

Zudem sollen 8 von 20 Trainingskontrollen, die entscheidend als Beweismittel für das ISU-Schiedsgericht dienten, einen Barcode enthalten, der nicht mit denen identisch ist, die Pechstein als Durchschlag erhalten hat. Der Barcode verschlüsselt den Namen des Sportlers.

Die neuen Erkenntnisse wurden auch in die 50-seitige Berufungsschrift für das Verfahren vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS im Herbst mit aufgenommen. „Die Wissenschaft ist noch nicht so weit, vergleichbare Werte anzuführen. Deshalb sind Retikulozyten nicht dazu geeignet, einen Dopingnachweis zu führen“, sagte Pechsteins Anwalt Simon Bergmann. sid

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