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Sportmix Nachspiel für Michael Schumacher nach Blockade-Ärger
Sportbuzzer Sportmix Nachspiel für Michael Schumacher nach Blockade-Ärger
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18:22 16.05.2010
Michael Schumacher Quelle: ap
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Nachdem das Safety Car am Ende der letzten Runde beim Formel-1-Kultrennen in die Boxengasse abgebogen war, war Schumacher an Fernando Alonso im Ferrari vorbeigeprescht.

Vorerst Platz sechs statt sieben. Schuldig oder nicht schuldig? „Wir haben die Info bekommen, dass niemand mehr überholen darf. Michael war dann der einzige, der überholt hat. Das gibt Ärger“, prophezeite Ex-Weltmeister Lewis Hamilton von McLaren-Mercedes.

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Ausgerechnet nur wenige Meter von der berühmt-berüchtigten Rascasse-Kurve schlug „Racer“ Schumacher in Monaco wieder zu. Vor vier Jahren hatte er seinen Ferrari dort geparkt und war auf den letzten Startplatz strafversetzt worden. Diesmal gab er richtig - möglicherweise zu viel - Gas. Nicht weniger pikant: In der Kommission, die den Vorfall zu untersuchen hatte, war in Damon Hill Schumachers einst ärgster Rivale. „Das wird interessant“, meinte der Rekordweltmeister, der sich erst am Samstag über seinen eigenen Teamkollegen Nico Rosberg aufgeregt hatte.

Er sei blockiert worden, moserte Schumacher unmittelbar nach der Qualifikation: „Leider von meinem eigenen Kollegen, das war nicht sehr passend.“ Wenig später im neuen Motorhome von Mercedes, die beiden Teamrivalen saßen nebeneinander, sagte Rosberg: „Ich habe mich bei Michael entschuldigt. Ganz klar. Für das, was geschehen ist. Michael hat es, glaub’ ich, akzeptiert, und deswegen ist es jetzt auch gegessen.“

Vor ihm sei Williams-Pilot Rubens Barrichello gefahren, hinter ihm Schumacher, erklärte Rosberg. Dann habe er Barrichello Platz machen müssen. Er habe seinen Teamkollegen nicht wirklich vorbeilassen können, so Rosbergs Einschätzung zur Situation auf dem engen und nur 3,340 Kilometer langen Stadtkurs. Schumacher landete letztlich auf Qualifikationsplatz sieben direkt hinter Rosberg.

Nachdem er seinen Rennwagen in der Box abgestellte hatte, diskutierte Schumacher mit fragenden Augen und miesepetriger Miene mit den Ingenieuren. Rosberg setzte erst gar nicht den Helm ab, als er aus seinem Wagen ausstieg. Wie die Teamleitung und die Piloten anschließend erklärten, traf Rosberg aber keine Schuld. „Unglückliche Umstände“ seien es gewesen, schilderte Schumacher nachträglich die Szene und nahm Rosberg in Schutz: „Nico wusste nicht, dass ich so nahe an ihm dran war.“

Es war aber dennoch das erste Mal, dass einer der beiden Piloten öffentlich kritische Töne in Richtung des anderen anschlug. Rosberg liegt im internen Duell vorne: bei den bisherigen sechs Qualifikationen fuhr er fünfmal schneller als Schumacher; zudem hat er in der WM-Wertung die Nase vorn. In den Rennen lautet die Bilanz 4:2 für Rosberg.

dpa