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Sportmix „Legendäre“ Bentele - Goldrausch hält an
Sportbuzzer Sportmix „Legendäre“ Bentele - Goldrausch hält an
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00:01 19.03.2010
Biathletin Verena Bentele weint vor Freude.
Biathletin Verena Bentele weint vor Freude. Quelle: dpa
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Gerd Schönfelder raste mit nur einem Arm zum Sieg in der Alpin-Abfahrt - sein 14. Gold. Der „Stier von Kulmain“ ist mit nunmehr 20 Mal Edelmetall gemeinsam mit dem Nordischen Frank Höfle erfolgreichster Deutscher in der Historie der Spiele. Deutschland hat an Kanadas Westküste die acht Paralympics-Titel von Turin 2006 schon jetzt um einen übertroffen.

Skischlitten-Fahrerin Andrea Eskau holte über fünf Kilometer „supergeiles Silber“. Jeweils Abfahrts-Dritte wurden Andrea Rothfuß und Gerd Gradwohl. Ein Sturz mit dem Monoski verhinderte vorläufig den dritten Gold-Coup des Surbergers Martin Braxenthaler. Auch im Rollstuhl-Curling ging einiges schief: Das 2:9 gegen Südkorea war für Deutschland die fünfte Niederlage im achten Spiel.

Der „goldene Mittwoch“ und strahlend-sonniges Blau über Kanadas Wintersport-Mekka beflügelten die deutschen Ski-Athleten. Dabei war die Tettnangerin Verena Bentele erneut die Souveränin im Paralympic Park: Vier Starts, viermal Gold - „damit ist sie auf jeden Fall legendär“, kommentierte Höfle die Serie der 28-Jährigen.

„Auch die vierte Goldmedaille ist absolut schön, es ist einfach sehr gut gelaufen.“ Im Ziel fuhr Bentele auf Begleitmann Thomas Friedrich auf und flachste: „Der Guide ist langsam fertig.“ Und dass sie jetzt etwa 2,5 Kilogramm an goldenen Plaketten mit nach Hause nimmt, macht sie nicht nervös: „Das Übergepäck zahlt ja der Verband.“ Benteles bisherige paralympische Bilanz: elfmal Gold, zweimal Silber, zweimal Bronze. Ob sie weitermacht? „Ich weiß es noch nicht.“ Der Isnyer Höfle wurde Siebter im 10-Kilometer-Klassiker und wird seine paralympische Karriere beschließen: „Ich hätte mir ein anderes Ende gewünscht.“

Wenige Kilometer weiter, in Whistler Creekside, wurden die Zuschauer an der „Franz’s-Run“-Piste an die dramatischen Stürze bei Olympia erinnert. Die beinamputierte Kanadierin Andrea Dziewior erwischte es heftig - die einbeinigen Skiläuferinnen erreichen auf der 2139 Meter langen Strecke mit einem Gefälle von 600 Metern Geschwindigkeiten um die 87 Kilometer je Stunde. Dziewior musste mit dem Rettungsschlitten abtransportiert werden - doch alles ging glimpflich ab: „Es geht allen gut, es gab keine schlimmen Verletzungen und keine Brüche“, sagte Steffi Klein, Sprecherin des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC).

Braxenthaler ging zum dritten Mal volles Risiko: „Ich bin eine enge Linie gefahren. Dann habe ich einen Schlag bekommen, es hat mich ausgedreht, und ich bin gestürzt.“ Nichts passiert, er freut sich auf Super-G und die neue Super-Kombination: „Schauen wir vorwärts. Ich habe meinen Erfolg schon gehabt. Deswegen darf ich nicht traurig sein.“ Debütant Thomas Nolte vom MTV Braunschweig wurde hervorragender Vierter.

Die handbehinderte Mitteltalerin Andrea Rothfuß war „froh, dass ich lebend und heil im Ziel angekommen bin. Das war heute schon ein bisschen ein Höllenritt da runter.“ Sie hatte nach zweimal Silber in der Stehend-Kategorie 5,04 Sekunden Rückstand auf die Kanadierin Lauren Woolstencroft, die ihr drittes Gold holte. Dem sehbehinderten Gerd Gradwohl (Kempten) und Begleitläufer Karl-Heinz Vachenauer fehlten 2,17 Sekunden zur Goldmedaille, doch Gradwohl war trotzdem hellauf begeistert: „Absolut genial! Egal, ob Bronze, Silber oder Gold - für mich und den Heinzi ist es super.“

dpa

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